Im Fokus Gold: Vor dem nächsten Kursschub?

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Der Mini-Crash Anfang Mai scheint am Rohstoff-Markt vergessen zu sein. Edelmetalle erfreuen sich wieder allgemeiner Beliebtheit, Silber und Gold sind derzeit erneut im Höhenflug. Viele Experten gehen sogar davon aus, dass wir schon sehr bald weitere Kursschübe gen Norden erleben könnten. Fundamental gesehen könnten einige Gründe für diese Annahme sprechen. Nach wie vor suchen viele Investoren nämlich für einen Teil ihres Vermögens einen sicheren Hafen, beispielsweise in Gold. Weil die Schuldenproblematik sich innerhalb Europas nicht großartig geändert hat. Es gibt quasi keinen einzigen Tag, an dem man in den Medien das Thema nicht lesen kann oder eine Rating-Agentur sich sehr vorsichtig zu diversen Ausblicken verschiedener EU-Länder äußert.

Edelmetalle, also auch Gold, könnten in den kommenden Wochen und Monaten daher eine interessante Asset-Klasse bleiben, zumal sich gerade bei Gold die charttechnischen Aussichten wieder verbessert haben könnten: Seit der Jahrtausendwende befindet sich der Goldpreis in einer stetigen, langfristigen Aufwärtsbewegung. Am 31. Mai 2006 notierte er bei 642,90 Dollar, am 31.Mai 2007 bei 660,10 Dollar. Ein Jahr später, am 30. Mai 2008, lag der Preis bei 888,00 Dollar, nachdem er im März 2008 kurzzeitig über die runde 1.000er-Marke geklettert war. Nach einem zwischenzeitlichen Rückgang bis auf rund 680 Dollar stand der Goldpreis am 29. Mai 2009 wieder bei 978,65 Dollar.

Im Oktober 2009 gelang dann der nachhaltige Ausbruch über die Barriere von 1.000 Dollar, woraufhin es in der Folge zu einem weiteren dynamischen Anstieg kam. Am 31. Mai 2010 lag der Goldpreis bereits bei 1.215,97 Dollar. Unter Schwankungen setzte sich der Anstieg auch im weiteren Jahresverlauf fort. Dabei kletterte das gelbe Edelmetall bis Anfang Dezember letzten Jahres auf einen vorläufigen neuen historischen Höchststand bei gut 1.431 Dollar. Bis Ende März bewegte sich der Goldpreis per Saldo seitwärts. Dabei wurde das Hoch vom Dezember zwar zeitweise überwunden, der Bereich zwischen 1.445 und 1.450 Dollar verhinderte zunächst jedoch einen weiteren Anstieg. Anfang April konnte die hartnäckige Widerstandszone jedoch klar übersprungen werden. Daraufhin kletterte der Goldpreis bis Anfang Mai auf ein neues Allzeithoch bei 1.576,52 Dollar.

Mit der allgemeinen Schwäche an den Rohstoffmärkten kam es in der Folge zu einer scharfen Korrektur bis auf ein Tief bei 1.462 Dollar. Von hier aus konnte sich die Notierung stabilisieren und sich zuletzt wieder klar über der runden 1.500-Dollar-Marke etablieren. Damit könnte es nun rein charttechnisch zu einem Angriff auf das Allzeithoch bei 1.576,52 Dollar kommen. Darüber könnte sich aus charttechnischer Sicht weiteres Aufwärtspotenzial eröffnen. Risikobereite Investoren könnten mit dem Wave-Call der Deutschen Bank (WKN DB7TUV) auf weitere Preissteigerungen spekulieren. Der Hebel dieses Papiers liegt derzeit bei 3,56, das Stop-Loss-Niveau bei aktuell 1.132,80 Dollar.

Fällt der Goldpreis dagegen wieder unter die Schwelle von 1.500 Dollar zurück, könnte dies charttechnisch betrachtet nochmals nachgebende Notierungen nach sich ziehen. In diesem Fall könnte es zunächst zu einem Test des Korrekturtiefs von Anfang Mai bei 1.462 Dollar kommen. Spekulative Anleger, die mit fallenden Preisen rechnen, könnten darauf mit dem Wave-Put der Deutschen Bank (WKN DE5248) setzen. Der Hebel beläuft sich hier aktuell auf 3,24, das Stop-Loss-Niveau liegt derzeit bei 1.944,05 Dollar. Anleger sollten bei Engagements stets auch das Währungsrisiko beachten.

Stand: 03.06.2011/ ein Gastkommentar von Nicolai Tietze, Vice President db x-markets

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