Über Hauptversammlungen, Dividenden, Schnittchen und warme Würstchen

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[ad#Google Adsense L-links]Eine Hauptversammlung sollte eigentlich ja eine seriöse Veranstaltung sein…Tatsächlich kann man nirgends schönere Studien über die Gattung Mensch betreiben als am Büffet einer Aktionärsversammlung.

Wie jeden Mai reiht sich auch in diesem Jahr Hauptversammlung an Hauptversammlung. Die großen Veranstaltungen von Daimler oder Telekom schaffen es dabei sogar in die Tagesschau. In diesem Jahr rückten daneben auch die Aktionärsversammlungen der „Atomkonzerne“ vulgo Energieversorger RWE und E.ON in das mediale Blitzlichtgewitter. Und dennoch finden die wirklich spannenden Veranstaltungen eher im Verborgenen statt.

Die Rede ist von den unzähligen Nebenwerten. Abseits von DAX und MDAX sind die Veranstaltungen nämlich deutlich spannender. Dort werden dann wirkliche Diskussionen geführt, über Geschäftskonzepte, Neuentwicklungen, Bilanzkennzahlen und manchmal Absurditäten des Aktionärsalltags.

Da bereitet sich ein Kleinaktionär monatelang auf die Veranstaltung und seine Rede vor und stellt dabei mit eigenen Zahlen ganz interessante Berechnungen an. Der Vorstand kann ob mancher Zahlenkünstler dann nur staunen. Währenddessen beginnen die Investor-Relations-Verantwortlichen im Hintergrund zu schwitzen, weil auf die Schnelle der Wahrheitsgehalt der Aussagen nicht überprüft werden kann.

Später folgt der unvermeidliche Aktionärsschützer, der stets anerkennendes Nicken erntet. So mancher Privatanleger hofft ja immer, dass dadurch seine Rechte gewahrt werden. Ob zu Recht oder zu Unrecht sei dahingestellt. Richtig hoch her geht es dann immer bei der Frage nach dem Kursverlauf. War er gut, schreiben sich das die Anleger auf die Fahnen. War er schlecht ist natürlich das Unternehmen und vor allem das Management unmittelbar Schuld. Die Vorstandsreden dienen ja hin und wieder als schönes Beispiel für die Technik des Schönredens. Doch nicht alle Hauptversammlungen sind so problembehaftet. Solange das Büffet im Nachklang stimmt, sind die Aktionäre meist satt und erstaunlich handzahm. Lediglich wenn anstatt des kalt-warmen Büffets im letzten Jahr nun nur noch warme Würstchen gereicht werden, wird der Anleger zornig und packt aus Trotz schon mal drei Brezeln mehr in die Handtasche – für den Heimweg. Die Diskussion über die Qualität der angebotenen Salate läuft dann auch jedem Feinschmecker-Treffen den Rang ab. Aber da einem der Laden ja schließlich gehört, hat man schließlich auch das Recht dazu.

Zum Schluss will ich aber noch auf einige bevorstehende Hauptversammlungen bzw. vor allem auf die damit verbundenen Dividendenausschüttungen eingehen. Absolutes Highlight ist dabei weiterhin die am 26. Mai stattfindende Hauptversammlung des Haushaltsgeräteherstellers Leifheit. Dort soll eine reguläre Dividende von 1,00 Euro und eine Sonderausschüttung von 2,00 Euro beschlossen werden. Auf dem aktuellen Kursniveau ergibt sich dabei eine stattliche Dividendenrendite von fast 12 Prozent. Eine knappe Woche später am 31. Mai steht dann der deutlich größere Bilfinger-Berger-Konzern im Blickpunkt der Dividendenjäger. Die geplanten 2,50 Euro Dividende ergeben derzeit immerhin eine Rendite von 3,8 Prozent. Für ein Unternehmen dieser Größe durchaus respektabel.

[ad#Google Adsense L-rechts]Wer noch etwas länger warten will, sei auf den Weinhändler Hawesko hingewiesen. Dort werden 1,50 Euro plus 0,25 Euro Bonusdividende ausgeschüttet. Daraus ergibt sich trotz des jüngsten Kursanstiegs noch eine Dividendenrendite von 4,5 Prozent. Die Hauptversammlung findet im Übrigen am 20. Juni statt.

Zwei Tage später am 22. Juni, wird die Hauptversammlung der ältesten Schokoladenfabrik Deutschlands stattfinden. Die Halloren Schokoladenfabrik AG will dabei eine Dividende von 0,33 Euro je Aktie ausschütten, was einer Rendite von knapp 4,7 Prozent entspricht.

Wie man sieht, steht abseits der gängigen Klischees auch zahlreiches Positives im Raum. Und wer noch nie auf einer Hauptversammlung war, sollte sich das Spektakel durchaus einmal antun. Vielleicht gibt es ja in der Nähe ein passendes Investment. Man muss auch immer bedenken: Jede Hauptversammlung ist anders, hat ihre eigenen Besonderheiten und Fans – vielleicht ja bald neue?


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