Twitter– und warum es auch Dinge gibt, die überhaupt nicht damit gehen…

18. Mai 2011 | Von | Kategorie: Markt & Wirtschaft

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Ich bin seit über zehn Jahren im Geschäft. Ich bin quasi mit Online-Journalismus groß geworden. Deshalb sind auch Facebook, Twitter & Co. für mich gute und wichtige Recherche-Tools. Aber man kann es auch mit direkten Messages, Social-Networks und Emotionen übertreiben. Denn das, was gerade in meine Mailbox reinkam, hat mich schon veranlasst, den Kopf zu schütteln. Überschrift:

Erster Twitter-basierter Hedge Fonds gestartet Investmentfirma nutzt User-Stimmung zur Aktienkurs-Prognose

London (pte/18.05.2011/13:45) Der allgemeine Hype um Social-Media-Portale im Internet macht auch vor dem Finanzsektor nicht Halt: Die britische Investmentgesellschaft Derwent Capital Markets hat nun eigenen Angaben zufolge den ersten Hedge Fonds Europas vorgestellt, der auf die Kommunikationsinhalte des Micro-Blogging-Dienstes Twitter zurückgreift, um einen besseren Einblick in die allgemeine Stimmungslage zu bestimmten Aktien zu bekommen. Die auf diese Weise gesammelten Daten sollen letztendlich wertvolle Informationen liefern, die für die Planung der weiteren Handelsstrategie des 25 Mio. Pfund (28,4 Mio. Euro) schweren Fonds von entscheidendem Interesse sind.

"Ein Großteil der Investoren hat seit Jahren akzeptiert, dass die Finanzmärkte von Angst und Gier getrieben werden. Noch niemals zuvor haben wir allerdings die Technologie bzw. die Daten zur Verfügung gehabt, die es uns erlauben, menschliche Gefühle zu quantifizieren", erklärt der verantwortliche Fonds-Manager Paul Hawtin. Durch die Echtzeit-Analyse von Twitter-Meldungen solle ein möglichst umfassendes Bild der aktuellen Stimmungslage auf den Finanzmärkten entstehen. "Das ist die vierte Dimension des Aktienhandels", so Hawtin.

Eine vielversprechende Quelle

"Social Media verändert nicht nur die Art, wie wir leben, sondern auch, wie wir investieren", stellt Fonds-Partner Dale Gabbert von der Rechtsanwaltskanzlei Reed Smith LLP fest. Dass sich in diesem Zusammenhang tatsächlich ein neuer Trend abzuzeichnen scheint, beweist das Beispiel der an der Technischen Universität München (TUM) entwickelten Web-Plattform "TweetTrader", die auf einen ähnlichen Ansatz setzt. Auch hier werden auf Basis von Twitter-Meldungen Prognosen zu bestimmten Aktienpapieren im Index S&P 500 abgegeben.

"Die Twitter-Analyse ist eine vielversprechende Quelle, wenn es darum geht, sich ein möglichst umfassendes Bild über die Stimmungslage zu verschaffen", gibt sich TUM-Wirtschaftswissenschaftler Timm Sprenger gegenüber pressetext überzeugt. Eine hundertprozentige Genauigkeit könne es bei Aktien-Prognosen zwar nicht geben. "Die Backtests von TweetTrader haben aber gute Ergebnisse geliefert", so Sprenger. Im ersten Halbjahr 2010 hätten Spekulanten anhand entsprechender Vorhersagen eine durchschnittliche Rendite von bis zu 15 Prozent erzielt.(Den Backtest würde ich gerne einmal sehen….)

Höherer Angst-Level lässt Dow Jones sinken

Um aus den rund 100.000 Twitter-Meldungen, die im Schnitt pro Tag auf der Internetplattform abgegeben werden, die relevantesten Informationen herauszufiltern, greift der neuartige Hedge Fonds auf ein spezielles System zur Stimmungsanalyse zurück. Dieses wurde ursprünglich schon im vergangenen Jahr von Johan Bollen, einem Computerwissenschaftler an der Indiana University Bloomington, vorgestellt. Schon damals konnte gezeigt werden, dass die allgemeine Stimmung auf Twitter tatsächlich direkt mit der Entwicklung von Aktienmärkten korreliert: Wurde ein höherer Angst-Level unter den User-Postings gemessen, verstärkte sich binnen weniger Tage auch die Abwärtstendenz des Dow-Jones-Index.

Demnächst können wir dann vielleicht alle am besten noch den Twitter-Index antreiben. Mein Fazit: Die Finanzkrise ist vorbei, nur gelernt haben nicht wirklich alles aus ihr….

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3 Kommentare auf "Twitter– und warum es auch Dinge gibt, die überhaupt nicht damit gehen…"

  1. […] über die Rolle von Twitter im Finanzsektor stellten diese Woche die Börsenblogger auf, angeregt von der Neuigkeit dass eine britische […]

  2. […] Nun ja, es soll ja sogar Firmen geben, die die Börsenkurse anhand der Stimmungslage bei den Nutzern ermitteln. Au weia, sagt da der Börsenblogger. […]

  3. […] ja inzwischen für 2012 erwartet und dürfte dann auch als Zugpferd für den Kurznachrichtendienst Twitter dienen. Kurz und knapp: Die Bewertungen sind derzeit hoch, aber schließlich wollen auch alle […]

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