Presse: Warren Buffet äußert sich…

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Die neueste Ausgabe von Börse Online könnte durchaus interessant sein zu lesen. Die Redaktions-Jungs haben Warren Buffet interviewen können.

Der Chef der Investmentholding Berkshire Hathaway, rechnet demnach mit dem lange Zeit als sein Nachfolger gehandelten Manager David Sokol ab. Zur Affäre um Sokol, der zunächst Anteile an der Spezialchemie-Firma Lubrizol gekauft und sich anschließend für eine Übernahme des Unternehmens ausgesprochen hatte, sagte Buffett im Exklusiv-Interview mit dem Anlegermagazin ‚Börse Online‘ (Ausgabe 19/2011, EVT 5. Mai):

"Sein Verhalten hat unseren ethischen Code verletzt. Er hat die Aktien nur eine Woche vor dem Tag gekauft, an dem er Berkshire empfohlen hatte, diese Firma anzusehen. Das ist für mich unentschuldbar." Sokol habe damals erwähnt, dass er selbst Aktien von dem Unternehmen halte. "Mein Fehler war, ihn nicht zu fragen, seit wann. So wie ich David Sokol gekannt habe, hätte ich nicht erwartet, dass so etwas passiert." Dass die Affäre Buffetts Ruf nachhaltig schaden könnte, erwartet der 80-Jährige allerdings nicht.  "Ich glaube nicht, dass es viel an meiner Reputation ändern wird.  Berkshire beschäftigt rund 260.000 Mitarbeiter. Irgendjemand wird da immer etwas Falsches tun – auch wenn es diesmal relativ weit oben geschah."

Mit ‚Börse Online‘ sprach Buffett zudem auch über die Schulden-Krise in den USA. "Im Prinzip stehen die Politiker vor der Wahl, entweder Steuern zu erhöhen oder Ausgaben zu kürzen oder ihre Währung zu inflationieren." Er fürchte, dass die Inflation die einfachste Lösung sei, um die Probleme zu lösen.

Mit einem neuen Aufflammen der Finanzkrise rechnet Buffett jedoch nicht. "Die Chancen dafür sind zumindest in den USA sehr gering", versicherte die Börsen-Legende. Die Politik habe hier sehr gut gearbeitet, rund zehn Prozent der Einlagen des Bankensystems seien in der Krise vom Staat übernommen worden. "Doch heute ist das System wesentlich stabiler geworden, und die Steuergelder sind zurückgeflossen."

Große Sorgen macht sich Buffett dagegen um die instabile Lage in Europa. "Dort sehen wir extreme Probleme, und es gibt dort eine Reihe von Banken, die in Gefahr sind", erklärte er im ‚Börse Online‘-Interview. "Ich denke, in Europa müssen zuerst die Schuldenprobleme der Staaten gelöst werden, damit die Probleme im Finanzsektor lösbar werden."


3 KOMMENTARE

  1. Das die Affaire um Sokol dem Ruf von Buffet schaden könnte ist wohl eher unwahrscheinlich. Warren Buffet hat sich selber durch sein schaffen zur lebenden Legende gemacht und dies ist auch durch das Fehlverhalten von Sokol nicht zu ändern. Also ist nicht anzunehmen das Buffet wie einst Ceasar durch Brutus (oder auch Darth Vader durch Luke Skywalker) durch den vermeintlichen Sohn vom Thron gestossen wird.
    Warren Buffet ist und bleibt ein Mann dessen Worte und Gedanken die Finanzwelt beeinflussen, jedoch sind mir seine letzten Sätze in diesem Interview ein wenig zu Amerikanisch.
    Hier die Probleme einzelner Staaten in Europa zu vorzuheben und, dass nun nicht marginale und auch nicht neue Problem von Überschuldung und, durch magelnde Regulierung, sehr volatile Verhalten des Bankenwesens in Amerika abzutun, ist mir doch ein wenig zu vil cowboyartig.
    4.05.2011
    Rüdiger Dalchow

  2. sehe ich ebenfalls so. Auf der anderen Seite ist dieses „typisch amerikanisch“ aus dem Denken der US-Börsianer nicht herauszubkommen. Bei einer Staatsverschuldung ala USA würden bei uns in Deutschland die Leute auf die Straße gehen, anstatt ihre 23 Kreditkarten zu nehmen, weiter shoppen und hoffen, dass a la Nina Ruge „alles gut wird“. Wirsind halt keine Amis 🙂

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