Im Fokus: Die IKB, die Krise und die Kleinaktionäre

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Um die IKB, den einstigen MDAX-Wert, war es ja nach den Schlagzeilen zu Beginn der Finanzkrise merklich still geworden. Gestern nun fand die Hauptversammlung statt, auf der sich eigentlich auch mit den Fehlern beschäftigt werden sollte. Aber es kam dann doch etwas anders. Der neue Großaktionär Lone Star will eher nach vorne blicken, was sich auch anhand der Abstimmungsergebnisse manifestierte. Die Kleinaktonäre wurden zwar durch die Schlagkraft der Aktionärsvereinigungen DSW und SdK unterstützt, konnten aber auch nicht verhindern, das die kurz vor Fertigstellung stehende „Sonderprüfung zur Untersuchung möglicher Pflichtverletzungen von Vorstandsmitgliedern“ ohne endgültiges Ergebnis abgebrochen wurde. Laut Handelsblatt dürfen auch die bisherigen Ergebnisse nicht veröffentlicht werden, was ein wütender Aktionär als „Täterschutz“ titulierte.

Wieder einmal zeigt sich: Der Kleinaktionär ist der Dumme. Etwaige Schadenersatzansprüche an das frühere Management werden so im Keim erstickt. Aus Sicht des aktuellen Managements um Vorstandschef Hans Jörg Schüttler sicher verständlich, denn man will sich das aktuelle Geschäft nicht durch eine imageschädigende Prozesslawine vermiesen lassen. Die Kleinaktionäre wiederum stehen vor den Trümmern ihres Investments. Dabei zeigt sich auch, die Beteiligung an Unternehmen mit Staatsbeteiligung sollte man sich dreimal überlegen. Wie man auch bei der Telekom gesehen hat, ist der Staat als Großaktionär nicht immer ein guter Partner. Denn wenn es Probleme gibt, wird der Anteil einfach mit einer Mitgift an einen neuen Großaktionär weitergereicht, wobei dort meist der Mantel des Schweigens über die Fehler der Vergangenheit ausgebreitet werden. Schade eigentlich. Wieder ein Grund mehr, warum sich in Deutschland immer weniger Menschen mit Aktien beschäftigen.


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