Im Fokus: Anleihen – Rendite mit der EU-Schuldenkrise?

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Sie ist seit Monaten ein Dauerthema an den Börsen: die EU-Schuldenkrise. Der Aktienmarkt scheint sich mit dieser abgefunden zu haben, die Anlegerschaft auch. Besser noch. Sie findet mittlerweile wohl auch ein bisschen Gefallen an Anleihen der EU-„Pleite“-Staaten. Vom Finanzdebakel profitieren? Sein Geld dem Staat leihen, für eine gute Rendite? Warum nicht? Es spricht eigentlich nichts dagegen. Wenn die Sicherheit stimmt. Österreichische oder deutsche Staatsanleihen sind kein Thema. Sie sind wohl auch eher etwas für vorsichtige Anleger. Der Ertrag ist eher niedrig, dafür garantieren die Papiere höhere Sicherheit. Mit Anleihen aus den EU-Staaten Griechenland oder Irland ist da mehr Geld zu machen. Frei nach dem Motto: Wenn schon „mein“ Staat in den Rettungsfonds einzahlt und ich damit für das Finanzdebakel in Südeuropa mitaufkomme, dann will ich auch meine Rendite damit machen. So verkehrt ist das nicht. Denn mit der Einrichtung des permanenten Rettungsschirms sind die Grundlagen für eine europäische Transferunion gelegt. Über den Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) werden beispielswiese die deutschen Steuerzahler Garantien in Höhe von 168 Mrd. Euro für die Problemkinder der europäischen Währungsunion aufbringen müssen, darüber hinaus stattliche 22 Mrd. Euro in bar.

Jetzt Anleihen kaufen?

JA – wenn man ein spekulativer Anleger-Typ ist. Denn es bleibt das Restrisiko, dass am Ende doch ein Kapitalschnitt kommt. Das würde bedeuten, dass jeder Anleger dann seinen Zinsen oder einer rechtzeitigen Rückzahlung des eingesetzten Kapitals Lebewohl sagen müsste. Die Kosten für Kreditausfallversicherungen zeigen an, so Experten, dass Portugal in den kommenden fünf Jahren mit einer Wahrscheinlichkeit von knapp 40% seinen Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen kann. Sei es, dass Zinsen nicht überwiesen werden oder dass eine Tilgung nicht rechtzeitig erfolgt. Für den Helenen-Staat ist die Quote noch bescheidener: 57%. Damit werden die Griechen noch unsolider eingeschätzt als ein Staat wie Venezuela. Irland steht nicht besser da. Wie viel Risiko will man also eingehen? Und welchem Land will man sein Geld leihen? Portugal beispielsweise gab zuletzt auf Papiere mit einer Laufzeit von sechs Monaten, sogenannte Kurzläufer, eine Rendite von über 6%, während deutsche Anleihen mit der gleichen Laufzeit nicht einmal 1% abwerfen. Jedoch steht Portugal ohne handlungsfähige Regierung da.

Noch ein Beispiel: Anleihen mit zweijähriger Laufzeit aus Portugal ergaben zeitweise knapp 9% – gut 7% mehr als auf eine vergleichbare deutsche Anleihe. Der Top-Performer unter den portugiesischen Anleihen war jüngst die 5-Jahres- Variante: knapp 10%! Noch besser ist die Rendite auf dieselbe Laufzeit nur dann, wenn Sie als Anleger in den Flieger steigen und nach Dublin fliegen. Hier bekamen Investoren neulich 10,3% pro Jahr – aber auch das Risiko, dass der Keltenstaat gänzlich pleitegeht.

Fazit

Die EU-Schuldenkrise wird uns auf dem alten Kontinent noch über Jahre erhalten bleiben und ein Thema am Markt sein. Wer als Anleger den einen oder anderen Euro auf die Beständigkeit der aktuell „nicht so liquiden“ Mitgliedstaaten Europas setzen und ihnen sein Geld temporär anvertrauen will, erhält derzeit sicherlich Renditen, die es selten geben wird. Aber es ist mehr als ratsam, gemäß einer langfristig ausgerichteten Depotstruktur nur einen sehr geringen Anteil seines Vermögens dafür zu verwenden. Zumal vor dem Hintergrund, dass die EZB in den kommenden Monaten und Jahren noch die eine oder andere Leitzinserhöhung vollziehen wird. Dies wiederum dürfte das Schuldenabtragen der „Pleite“-Staaten nicht gerade erleichtern. Eine aktuelle und umfassende Anleihen-Datenbank findet man übrigens unter http://www.finanzen.net/anleihen/.


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