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So wird das nichts mit dem Münzgeld – Regierung reduziert Silberanteil in Münzen

[ad#Google Adsense L-links]So wird das nichts mit der flächendeckenden Einführung von Gold oder Silber als Zahlungsmittel. Aber das will man im Gegensatz zu Utah ja auch in Deutschland nicht. Gestern machte ich bereits per Twitter auf die Presseerklärung des Bundesfinanzministeriums aufmerksam: Die 10-Euro-Gedenkmünzen werden aufgrund des drastischen Silberpreisanstiegs künftig mit einem deutlich geringeren Gewicht und damit verbunden einem niedrigeren Silberanteil ausgeliefert.

Konkret bedeutet dies, dass es die bekannten 10-Euro-Gedenkmünzen künftig in zwei Prägequalitäten geben wird. Die „Normalprägung“ wird zum Nennwert von 10 Euro ausgegeben und besteht dabei aus einer Kupfer-Nickel-Legierung. Doch auch für den Sammler und Anleger wird es künftig die Ausführung „Spiegelglanz“ geben. Dabei besteht die voraussichtlich 16g schwere Münzen aus (62,5 Prozent Silber und 37,5 Prozent Kupfer). Der Silberanteil hat damit einen Wert von rund 9 Euro. (Der aktuelle Wert des Silberanteils lässt sich leicht bei silber.de ausrechnen, als Gewicht sind hier 16g und die Feinheit 625 einzugeben). Der Verkaufspreis liegt aber entgegen den Münzen in Normalprägung deutlich über dem Nennwert von 10 Euro. Neben dem Materialwert des Silberanteils zum Zeitpunkt der Ausgabe (Londoner Fixing) wird ein Aufschlag von 10 Euro sowie die Mehrwertsteuer erhoben. Der Mindestpreis ist mit 15 Euro vorgesehen. Bislang waren Silbermünzen 18g schwer und bestanden aus 925er Silber. Der Rest bestand aus Kupfer. Damit liegt allein der Wert des Silberanteils der bisher ausgegebenen Münzen bei rund 15 Euro.

In der offiziellen Begründung für diese drastische Entscheidung wird darauf hingewiesen, dass man aus den Münzen kein Spekulationsobjekt machen wolle:

Die Änderung erfolgt aus Anlass des stark gestiegenen Silberpreises, der die Emission einer Münze mit dem bisherigen Silbergehalt (10 g) zum Nennwert von 10 € nicht mehr zulässt. Einerseits wäre die aus haushaltsrechtlichen Gründen zwingend erforderliche kostendeckende Ausgabe der Münze nicht möglich. Andererseits könnte eine solche Münze zum Spekulationsobjekt auf die Silberpreisentwicklung werden.

Angesichts der anhaltenden Unsicherheit über die Welt-(papier-)währungen trägt eine Senkung des Silberanteils in Münzen mit dem Hinweis auf den Haushalt sicher nicht zur Beruhigung der kritischen Stimmen bei. In früheren Jahrhunderten wurden Herrscher, die den Gold- oder Silberanteil ihrer Münzen gesenkt haben, häufig mit Schimpf und Schande vom Hof gejagt. Aber heute ist das natürlich längst Geschichte. Der Euro ist sicher,… hoffentlich sicherer als die Rente…


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