Presse: Japan und die Folgen bei DAX-Firmen

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Wegen der drohenden Schadenszahlungen hat das Anlegermagazin “Börse Online” die 2011er-Schätzung für die Münchener Rück deutlich gesenkt. Dies ist für mich nun nicht verwunderlich. Trotzdem könnte die morgige Ausgabe des Magazins interessant sein.

Denn die Kollegen haben auch andere Unternehmen hinsichtlich Japan unter die Lupe genommen. Außerdem reduziert wurden die Erwartungen an die Versorger E.ON und RWE, nachdem die Bundesregierung angeordnet hat, die ältesten deutschen Atomkraftwerke abzuschalten. Wegen dieser Effekte sinken die Schätzungen für die aufaddierten Gewinne aller 30 DAX-Unternehmen auf 64,8 Mrd. Euro. Damit würden die Firmen ihre Profite um lediglich 2,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr steigern. Vor der Japan-Krise waren die Experten von ‚Börse Online‘ noch von einem Anstieg auf 66,9 Mrd. Euro ausgegangen.

Interessant aber auch nicht verwunderlich: Den größten Gewinn dürfte Siemens mit 6,6 Mrd. Euro erwirtschaften, das wäre ein Zuwachs um 61,5 Prozent. Platz zwei belegt Volkswagen trotz eines erwarteten Rückgangs um 17,9 Prozent auf 5,8 Mrd. Euro vor Daimler mit 5,4 Mrd. Euro (plus 19,2 Prozent). Die Ergebnisentwicklung der Autobauer hängt jedoch davon ab, dass es in Japan nicht zu einer längeren Belastung der Produktion kommt. Im kommenden Jahr sollte sich die Gewinndynamik im DAX deutlich beschleunigen. ‚Börse Online‘ prognostiziert einen Ergebnisanstieg um 11,7 Prozent auf 72,4 Mrd. Euro. Zum Vergleich: Der Rekord aus dem Jahr 2007 lag bei 73,5 Mrd. Euro.

Für die MDAX-Unternehmen rechnen die Experten für das laufende Jahr mit einem Gewinnplus von 30,7 Prozent auf 9,3 Mrd. Euro, das sind lediglich 100 Mio. Euro weniger als vor der Japan-Krise prognostiziert. Mit einem erwarteten Ergebnis von 0,9 Mrd. Euro liegt der Autozulieferer Continental vor EADS mit 0,7 Mrd. Euro und dem Drittplatzierten Wacker Chemie mit 0,6 Mrd. Euro. 2012 wird sich das Gewinnwachstum der MDAX-Firmen voraussichtlich auf ein Plus von 21,5 Prozent abschwächen.

Ähnlich stark wie die Profite der MDAX-Unternehmen sollten auch jene der TecDAX-Firmen im laufenden und im nächsten Jahr zulegen. Die kräftigsten Gewinnanstiege erwartet ‚Börse Online‘ für den Chip-Anbieter Dialog Semiconductor, den Hersteller von Vakuumpumpen Pfeiffer Vacuum und den Chip-Zulieferer Süss Microtec.

Sollte sich die Lage in Japan nicht verschärfen, könnte die niedrige Bewertung vieler deutscher Aktien die Börse stützen. Immerhin liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis des DAX auf der Basis der 2012er-Gewinnschätzungen bei lediglich 10,8. Schnäppchen! sag ich nur….


2 KOMMENTARE

  1. Was die meisten deutschen Unternehmen betrifft bin ich eigentlich auch sehr zuversichtlich, dass das Gewinnwachstum in der Zukunft die derzeitigen günstigen Bewertungen rechtfertigen wird.

    Gerade unsere Technologie- und Maschinenbauunternehmen sind gut aufgestellt.

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