Die Märkte reagieren auf die Lage in Japan nach dem Beben (inkl. Updates)

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Das verheerende Erdbeben in Japan verunsichert derzeit die Anleger. Noch ist unklar, welchen wirtschaftlichen Schaden das Beben und vor allem die nachfolgenden Tsunamis angerichtet haben. Zwar betraf das Unglück nicht die ganz dicht besiedelten Gebiete, dennoch sind auch im Norden des Landes Häfen, Raffinerien, Flughäfen und andere Infrastrukturteile betroffen. Man sieht dies teilweise in diesem Video.

[ad#Google Adsense M-rechts]Sicher ist, dass Japan eines der am besten gerüsteten Länder der Welt in Sachen Erdbeben ist. Die Bauvorschriften und die Gebäude wurden seit Jahren auf den Fall der Fälle getrimmt, so dass man die Schäden nicht mit denen andere Großbeben wie etwa in Haiti vergleichen kann. Allerdings dürften in einem Industrieland wie Japan so gut wie alle Schäden versichert sein. Das trifft vor allem die japanischen Versicherer und in der Folge auch die großen Rückversicherer wie Münchener Rück, Hannover Rück oder Swiss Re. Angesichts des Bebens im neuseeländischen Christchurch dürfte 2011 also ein düsteres Jahr für Anleger dieser Rückversicherer werden. Aber das ist eben das Risiko solcher Anlagen. Wenn es gut geht, dann verzeichnet der Rückversicherer Rekordgewinne, bei Großschäden geht es eben in die Miesen.

Aus mittelfristiger Sicht dürften aber Infrastrukturkonzerne vom Wiederaufbau profitieren. Die zahlreichen japanischen Baukonzerne dürften in den kommenden Wochen daher vermehrt in den Fokus rücken. Aber auch Unternehmen aus dem Bereich Baumaschinen, Bauzulieferer und ähnliches dürften gefragt sein. Die folgende Liste soll mal einige Namen ins Gedächtnis bringen:

COMSYS Holdings
Daiwa House Industry
Hitachi Construction Machinery
JGC
Mitsubishi Heavy Industries
Obayashi
Shimizu
Sumitomo Heavy Industries
Taiheiyo Cement
Kobe Steel

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Updates

Fr. 11.00 Uhr: Angesichts der unklaren Lage werden hier auch nach und nach weitere Links, News und Videos eingestellt.

Fr. 11.05 Uhr: Besonders beängstigend finde ich derzeit die Meldungen zur Stadt Sendai, die immerhin eine Million Einwohner hat.

Fr. 11.23 Uhr: Die Meldungen um einen Brand im Kernkraftwerk Onagawa hat sich bereits in Wikipedia verbreitet.

Fr. 11.26 Uhr: Bei Spiegel Online findet man eine grafische Übersicht, wann die Tsunamiwellen die anderen Regionen rund um den Pazifik treffen. Die Westküste der USA dürften also gegen 16 Uhr getroffen werden, wenn die Wellen so lange halten. Indonesioen wird bereits gegen 13 Uhr getroffen werden.

Fr. 11.56 Uhr: Inzwischen finden sich auch die ersten Amateur-Videos aus Japan.

Fr. 12.51 Uhr: Weitere Ergänzungen werden ggf. hier noch vorgenommen. Solange verweise ich auf die Liveticker bei Spiegel und Tagesschau.

Fr. 13.16 Uhr: Frank Wiebe wirft bei Global Markets die Frage auf, ob die Rückversicherer heute nicht zu Schnäppchenpreisen notiert werden und ob sich daraus nicht Kaufgelegenheiten ergeben. Im schlimmsten Fall sieht er Branchenpate Warren Buffett parat stehen. Interessante Sichtweise, wobei ich die Kursabschläge derzeit als noch nicht groß genug einschätze. Aktuell gibt es einfach noch zu wenig Aussagen über die tatsächlichen Schäden. Aber als Spekulation durchaus interessant.

Mo. 13.30 Uhr: Das Wochenende brachte mit den dramatischen Ereignissen im Kernkraftwerk Fukushima I ganz neue Auswirkungen der Naturkatastrophe zu Tage. Die japanische Börse hat mit einem Abschlag von knapp über 6 Prozent sehr zurückhaltend auf einen möglichen GAU reagiert. Auch in Europa hält man sich eher zurück. Noch immer ist das tatsächliche Ausmaß der Katastrophe (weder vom Erdbeben, dem Tsunami, noch vom Kernkraftwerk) nicht erfasst. Von daher dürfte die Zurückhaltung angesichts der Unsicherheit anhalten. Erste Schätzungen sehen die Schäden bei bis zu 180 Mrd. Dollar. Einen sehr guten Überblick über die Lage bringt derzeit m.E. die britische BBC.

Mo. 15.30 Uhr: Bei Acemaxx-Analytics kann man mal erste Ideen nachlesen, wie Japan den Wiederaufbau finanziell angehen könnte und welche Rahmenbedingungen bestehen.


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2 KOMMENTARE

  1. Interessanter Beitrag. Die Frage ist nur welche Branchen jetzt wirklich für einen Einstieg in Frage kommen. Bei vielen ist sicher schon der Zug abgefahren.

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