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Zwei interessante Bahntechnik-Aktien: Schaltbau und init

Die Zeit der Jahres- und Quartalszahlen durchdringt aktuell wieder alle Marktsegmente. In den letzten zehn Tagen standen dabei zwei interessante Unternehmen aus dem Bereich Bahntechnik aus der Agenda. Zum einen die Schaltbau Holding AG und zum anderen die init – innovation in traffic systems AG. Schaltbau ist auf komplette Bahnübergangssysteme und Türsysteme für Busse und Bahnen, Industriebremsen für Containerkrane sowie Energieversorgungsanlagen und Hoch- und Niederspannungskomponenten für Schienenfahrzeuge spezialisiert, während init auf Telematik- und elektronische Zahlungssysteme für Busse und Bahnen fokusiert ist und sich dort als weltweit führender Anbieter sieht.

Schaltbau-Zahlen über Vorkrisenniveau

Die jüngsten Zahlen beweisen, dass der Schaltbau-Konzern im Jahr 2010 wieder das Vorkrisenniveau von 2008 erreicht hat und bereits darüberhinaus erfolgreich ist. So konnte der Umsatz um rund 4 Prozent auf 280,4 Mio. Euro zulegen. Das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit (EBIT) konnte nach vorläufigen Zahlen von 20,3 Mio. Euro deutlich auf 23,8 Mio. Euro gesteigert werden. Dadurch verbesserte sich auch die EBIT-Marge deutlich von 7,5 Prozent auf 8,5 Prozent. Das vorläufige Konzernjahresergebnis wuchs von 14,1 Mio. Euro auf 14,8 Mio. Euro (Der Vorjahreswert enthält dabei Sondereffekte aus dem Verkauf Bode Beijing in Höhe von 1,1 Mio. Euro nach Steuern). Der auf die Schaltbau-Aktionäre entfallende Anteil am Konzernjahresergebnis konnte mit 12,1 Mio. Euro weitgehend auf dem Vorjahresniveau von 12,3 Mio. Euro behauptet werden, wodurch das unverwässerte Ergebnis je Aktie bei 6,50 Euro lag, nach (6,62
Euro im Vorjahr).

init meldet Rekordgewinn

Noch etwas positiver fielen die Zahlen bei init aus. Hier stieg der Umsatz um über 24 Prozent auf 80,9 Mio. Euro. Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) legte um rund 28 Prozent auf 15,1 Mio. Euro zu. Der Jahresüberschuss stieg bedingt durch höhere Ertragssteuern jedoch um nur rund 20 Prozent auf 10 Mio. Euro. Das EPS verbesserte sich von 0,84 Euro auf 1,00 Euro. Erstaunlicherweise meldete init damit das sechste! Jahr in Folge Rekordzahlen. Und auch für 2011 zeigt man sich zuversichtlich, schließlich liegt der Auftragsbestand zum Jahresende 2010 bei 130,6 Mio. Euro, nach 132,2 Mio. Euro im Vorjahr. Daneben sind aber im ersten Halbjahr 2011 weitere Entscheidungen in laufenden Ausschreibungen zu erwarten.

Dividenden sollen steigen

In Folge der guten Zahlen wollen beide Unternehmen ihre Ausschüttungen wachsen lassen. So will Schaltbau seine Dividende auf 1,10 Euro erhöhen. Für das Geschäftsjahr 2009 war eine Dividende von 0,50 Euro zuzüglich einer Sonderausschüttung aus dem Verkauf Bode Beijing von 0,20 Euro je Aktie ausgezahlt worden. Bei init soll sich die Dividende sogar von 0,30 Euro auf 0,60 Euro verdoppeln. Dieser Betrag setzt sich zusammen aus einer ordentlichen Dividende von 0,45 Euro und einer einmaligen Sonderausschüttung von 0,15 Euro pro Aktie anläßlich des 10-jährigen Börsenjubiläums von init in diesem Jahr. Daraus ergibt sich für Schaltbau bei einem Kurs von aktuell 65 Euro eine Dividendenrendite von 1,7 Prozent. Bei init (Kurs: 16,00 Euro) ergibt sich eine Dividendenrendite von 3,75 Prozent.

Kursentwicklung zeigt jeweils nach oben

Schaut man sich die Kursentwicklung bei Schaltbau etwas näher an, wird deutlich, dass sich der Kurs seit dem Tief im Frühjahr 2009 mehr als verdoppelt hat. Aus Sicht des Kurs-Gewinn-Verhältnisses (aktuell 10) ist da aber noch jede Menge Luft drin. Das sehen auch die Analysten so. Die aktuelle Einschätzung der LBBW sieht „Kaufen“ mit Kursziel 72 Euro und die der DZ Bank „Kaufen“ mit Kursziel 75 Euro vor.

Auch bei init geht es seit Jahren aufwärts. Das letzte Tief war hier zum Jahresende 2008 bei etwas unter 5 Euro erreicht worden. Seither hat sich die Aktie also mehr als verdreifacht. Das KGV von derzeit 16 liegt zwar über dem von Schaltbau, dennoch ist auch hier noch Luft drin. Auch hier sind die Analysten derzeit positiv gestimmt. Close Brothers Seydler Research bewerteten zuletzt die Aktie mit „Buy“ und einem Kursziel von 18 Euro.

Fazit

Sowohl die Schaltbau-Aktie, als auch die init-Aktie haben die Hausse der vergangenen Monate vollumfänglich mitgemacht, dennoch sind die Ertragsdaten so gut, dass auch ein Korrektur des Gesamtmarktes nicht in dem Maße auf den Kurs durchschlagen dürfte. Vor allem aus langfristiger Anlegersicht ergeben sich hier interessante Investmentchancen. Kursfristiger Belastungsfaktor in Sachen Schaltbau-Kurs dürfte lediglich die heute erfolgte Kündigung der Wandelschuldverschreibung sein. Hierdurch erhöht sich der Free Float, da sich die Eigenkapitalquote im Konzern von 17,5 Prozent auf 21,8 Prozent verbessert. Allerdings ergeben sich dadurch auch wieder mögliche Einstiegschancen. Bei init wirkt sich zudem die stabile Aktionärsstruktur mit dem Ankeraktionär Familie Greschner.


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