Das Thema NDR und AWD nimmt keine Ende

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[ad#Google Adsense L-links]Gleich eines vorneweg: Ich bin kein Geschädigter von irgendeinem AWD-Jogi. Aber das Thema beschäftigt mich doch sehr. Bisher hatte ich es vermieden, hier im Blog darüber groß zu schreiben, die jüngsten Erkenntnisse der Kollegen vom NDR haben mich aber dazu bewogen, das Thema nun doch hier zu posten…

Heute kam dazu also just eine Pressemitteilung rein. Vom NDR. Die Verluste von Anlegern des umstrittenen Finanzdienstleisters AWD seien offenbar sehr viel größer als vom AWD-Gründer Carsten Maschmeyer bislang zugegeben, heißt es da im ersten Satz. Und weiter:

Maschmeyer sprach in jüngster Zeit immer wieder von Einzelfällen. Jetzt präsentiert die „Panorama“-Redaktion des NDR eine Liste mit den Namen und Beteiligungssummen von rund 30.000 Anlegern, die in verlustreiche „geschlossene Fonds“ investiert hatten. Mindestens 20 Prozent von ihnen verkauften AWD-Berater die hoch riskanten Beteiligungen auf Kredit. Verbraucherschützer sehen darin einen Beweis für eine systematische Fehlberatung.

Diese besagte AWD-interne Liste, die auch dem Magazin „Stern“ vorliegt, wird heute wohl am Abend um 22.35 Uhr im TV gezeigt. Sämtlichen Anlegern, die auf der Liste stehen, hätten demnach AWD-Berater in den 90er-Jahren sogenannte „Drei-Länder-Fonds“ vermittelt.

Diese Fonds brachten den Beratern und dem AWD hohe Provisionen, entwickelten sich aber nach Beobachtungen der neutralen Stiftung Warentest allesamt schlecht. Leidtragende waren die Anleger, die auch nach Abzug von Ausschüttungen und möglichen Steuervorteilen größtenteils hohe Verluste – teilweise von mehreren zehntausend Euro – hinnehmen mussten. Der Düsseldorfer Anwalt Julius Reiter, der seit Jahren AWD-Opfer vertritt, geht davon aus, dass der AWD bei seinen Kunden durch die Vermittlung zahlreicher Finanzprodukte einen Gesamtschaden in Milliardenhöhe verursacht hat, so die Pressemitteilung der NDR-Kollegen weiter.

Die Liste belegt erstmals, dass Tausenden Anlegern Kredite zur Finanzierung ihrer riskanten Investments vom AWD vermittelt wurden.

Als wegen schlechter Entwicklung der Fonds die Ausschüttungen zurückgingen oder gar ganz ausblieben, hatten diese Kunden einen doppelten Schaden: den Verlust des Investments und hohe Kreditschulden. Ariane Lauenburg, Redakteurin der Zeitschrift „Finanztest“ der Stiftung Warentest, warf gegenüber „Panorama – Die Reporter“ dem AWD „systematische Falschberatung“ seiner Kunden vor.

Carsten Maschmeyer, der den Finanzdienstleister vor wenigen Jahren an den Schweizer Versicherungskonzern Swiss Life verkauft hat, gehört heute mit mehreren hundert Millionen Euro zu den reichsten Männern Deutschlands. „Panorama – die Reporter“ konfrontierte AWD-Sprecher Béla Anda mit der Liste, der auf das „Geschäftsgeheimnis“ verwies.

„Panorama – die Reporter“ im NDR Fernsehen präsentiert auch ein internes Protokoll von einer Sitzung führender AWD-Manager vom September 2002. Schon damals war demnach bekannt, dass es mit mehreren „Drei-Länder-Fonds“ gravierende Probleme gab. Ausweislich des Protokolls berieten die AWD-Manager u. a., wie sie klagewillige Anleger ruhig stellen und den ehemaligen FDP-Bundesminister und damaligen AWD-Aufsichtsrat Günter Rexrodt zugunsten des AWD „instrumentalisieren“ könnten. Außerdem wurde eine Pressestrategie beraten. Dazu der AWD: „Zu einem solchen angeblichen Treffen gibt es keine Erkenntnisse.“

Ich selbst werde mir den Beitrag schon aus journalistischen Gründen anschauen. Denn wenn wir in diesem Land einen Politiker so dermaßen wegen seiner falsch zitierten Doktor-Arbeit quasi hetzen, dann sollten Themen wie Falschberatung von Anlegern ebenfalls so behandelt werden, dass Konsequenzen für die Zukunft daraus entstehen, und zwar nachhaltige. es ist schließlich “unser” Anleger-Geld, dass da den Bach stets runterfließt…


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