H&R WASAG meldet Rekordzahlen – wo bleiben die Rekordkurse?

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[ad#Google Adsense L-rechts]Die Berichtssaison zieht sich so langsam auch durch die Nebenwerte. Heute nun war H&R WASAG an der Reihe. Das SDAX-Unternehmen stellt chemisch-pharmazeutischer Spezialprodukte auf Rohölbasis und Präzisions-Kunststoffteile her und konnte damit im Jahr 2010 erneut einen Milliardenumsatz erzielen und sogar die Rekordwerte von 2008 übertreffen. Auch das Ergebnis fiel rekordverdächtig aus – daher stellt sich die Frage, wann es zu neuen Rekordkursen kommt.

Rekordergebnis 2010

Das Spezialchemieunternehmen konnte im Geschäftsjahr 2010 den Umsatz auf 1,06 Mrd. Euro steigern. Im Vorjahr hatte dieser nur 762 Mio. Euro betragen. Im bisherigen Rekordjahr 2008 hatte der Umsatz bei 1,04 Mrd. Euro gelegen. Das operative Ergebnis (EBITDA) stieg von 65,6 Mio. Euro auf 103,4 Mio. Euro, ein neuer historischer Rekordwert. 2008 hatte man hier lediglich 53,4 Mio. Euro erzielt. Das Betriebsergebnis EBIT erhöhte sich von 44,7 Mio. Euro auf nun 82,0 Mio. Euro. Der Konzernüberschuss der Aktionäre wiederum konnte von 25,0 Mio. Euro auf 52,0 Mio. Euro mehr als verdoppelt werden.

Dividende soll steigen

Abseits der starken Gewinnzahlen gibt es von H&R WASAG auch immer solide Dividenden. Dies soll auch weiterhin so bleiben, wie Gert Wendroth, Vorstandsvorsitzender von H&R WASAG, erklärte: „Wir konnten unsere Raffineriekapazitäten über den gesamten Berichtszeitraum nahezu vollständig auslasten. Die erfreuliche Nachfrageentwicklung führte zudem zu einem verbesserten Margenniveau für unsere rohölbasierten Spezialitäten. Wie bereits im Bericht zum dritten Quartal 2010 angekündigt, wird der Vorstand dem Aufsichtsrat eine deutlich erhöhte Dividende vorschlagen.“ Zuletzt hatte H&R WASAG 0,45 Euro je Aktie ausgeschüttet. Dies entspricht einer Dividendenrendite von derzeit rund 2 Prozent.

Durchmischter Ausblick

Die Geschäftslage hat sich zuletzt weiter verbessert. Neben der Ertragsperle chemisch-pharmazeutische Rohstoffe hat sich auch der Kunststoffbereich in den Bereich der schwarzen Zahlen vorgearbeitet. Die Rohstoffpreissteigerungen der letzten Wochen haben laut H&R WASAG wie erwartet zu einer Normalisierung der Margen für Produkte des chemisch-pharmazeutischen Geschäftsbereiches geführt. Trotz weiterhin guter Nachfrage erachtet das Unternehmen daher eine Wiederholung des Rekordergebnisses des Vorjahres im laufenden Geschäftsjahr für schwierig. Zugleich sieht man aber ein zusätzliches operatives Ergebnispotenzial (EBITDA) von jährlich 12,0 bis 14,0 Mio. Euro durch die Eröffnung einer neuen Propanentasphaltierungsanlage, deren Inbetriebnahme für das vierte Quartal 2011 geplant ist. Auch für den Kunststoffbereich erwartet H&R WASAG für die kommenden Jahre wieder positive Beiträge zum operativen Konzernergebnis (EBITDA). „Insgesamt rechnen wir daher nach einem Übergangsjahr 2011 für das Folgejahr wieder mit einem deutlich steigenden operativen Ergebnis“, erklärte Wendroth.

Wo bleiben die Rekordkurse?

Angesichts der Rekordzahlen könnte man auch Rekordkurse erwarten. Allerdings gibt es abseits der guten Ergebnisse einen Hemmschuh, der nur schwer beiseite gelegt werden kann: Die Aktionärsstruktur. Hier zeigt sich deutlich, dass die Familie Hansen zuletzt immer mehr Einfluss gewonnen hat und der Streubesitz daher zurückgeht. Zahlreiche Anleger zogen sich bereits zurück und drückten so auf den Kurs. Ob also die historischen Höchstkurse von über 40 Euro je wieder erreicht werden können, bleibt fraglich. Der Kurs hat sich zumindest seit dem Finanzkrisentief mehr als verdoppelt.

Fazit

Die Rekordzahlen sprechen für die Qualität des Unternehmens. Über die steigende Dividende soll auch die Anlegerschaft am Erfolg beteiligt werden. Der Kurs könnte damit neuen Auftrieb erfahren. Ob allerdings die einstigen Rekordhöhen wieder erreicht werden können, ist eher unwahrscheinlich. Die Aktie von H&R WASAG dürfte also von ihrem aktuellen Niveau von knapp über 20 Euro zumindest das noch nicht lange zurückliegende Jahreshoch bei 22,89 Euro in Angriff nehmen, zumal sich aus den aktuellen Zahlen ein EPS von rund 1,73 Euro und ein KGV von derzeit lediglich knapp unter 12 ergeben.


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