Schwellenländer-Anleihen – ein gewagtes Spiel? (Teil 1)

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Trends am Finanzmarkt zu erkennen wird seit Jahren immer schwieriger. Denn Investoren werden immer launischer, so dass die Anlageform von heute Morgen schon wieder ein alter Hut ist. Manchmal kommt es aber auch zu einem Comeback. Ein Beispiel hierfür könnten Bonds aus Schwellenländern sein. Ein gewagtes Spiel oder die Chance? Erinnern wir uns zurück. Viertes Quartal 2008. Da wurde auf dem Bonds-Markt alles verkauft, was nur im entferntesten mit Schwellenländer-Anleihen zu tun hatte. Heute, Anfang 2011 scheint das Thema wieder en Vogue zu sein. Wenn man beispielsweise dem renommierten Anleihefondsmanager Michael Hasenstab glaubt. Er verwaltet den 34 Mrd. US-Dollar schweren Templeton Global Bond – den größten Anleihenfonds, den auch Privatanleger kaufen können.

Kein Grund zur Sorge

Der globale Aufschwung dürfte in den meisten Volkswirtschaften zu steigenden Anleiherenditen führen, schrieb jüngst Hasenstab in einem Marktausblick. „Selbst in den USA, wo wir mit einer gemäßigten Erholung rechnen, dürften die historisch niedrigen Renditen unseres Erachtens anziehen, wenn ein Konjunkturaufschwung mit dem historisch hohen Finanzierungsbedarf des öffentlichen Sektors zusammenfällt.“ Und Hasenstab geht noch weiter. Er sagt, dass dieses Jahr bei der Auswahl von Anleihen die Emerging Markets wieder eine wichtige Rolle spielen werden. „Ängste vor einer unsanften Landung in China und anderen Schwellenmärkten, die in diesem Jahr aufgekommen waren, erwiesen sich als stark übertrieben. Nach unseren Erwartungen dürften die Schwellenländer den globalen Aufschwung auch künftig anführen“, schreibt Hasenstab weiter.

Diese Einschätzung teilt auch die Dekabank: „Die konjunkturelle Entwicklung der Emerging Markets gibt weiterhin keinen Anlass zu echter Sorge. Mit China und Indien wachsen die beiden größten Emerging Markets kräftig, was durch die Einkaufsmanagerindizes unterstrichen wird. Gleichzeitig nimmt der Preisdruck zu. Zwar sind es noch immer überwiegend die Nahrungsmittelpreise, die zu steigenden Inflationsraten führen, doch ist dies für die Zentralbanken nicht wirklich beruhigend. Denn es kommt infolge gestiegener Rohstoffpreise weltweit zu deutlich höheren Einkaufspreisen für die Unternehmen, die früher oder später auf die Verbraucherpreise durchschlagen werden“, kann man in einem aktuellen Report lesen.

Mittelzuflüsse steigen weiter

Da sich die fundamentale Lage in den Emerging Markets seit geraumer Zeit positiver darstellt als in den Industriestaaten, ziehen die Emerging Markets auch zunehmend Portfoliokapital an. Die Niedrigzinspolitik von Fed, EZB und BoJ hat diesen Trend noch verstärkt. Das haben in 2010 schon diverse große Investoren erkannt. Messen lässt sich dieses an den Mittelzuflüssen im Fondsbereich. Laut dem Datenanbieter EPFR wurden in den ersten neun Monaten in 2010 weltweit 40 Mrd. US-Dollar in Schwellenländer-Anleihenfonds investiert. Das ist vier Mal mehr als im bisherigen Rekordjahr 2007, und für 2010 zeichnet sich somit eine neue Rekordmarke ab.

Wer schon Ende 2009 den Mut hatte und eingestiegen ist, der wurde bisher für diese Entscheidung schon belohnt. So mancher Fonds wie beispielsweise der AXA WF Global Emerging Markets Bonds hat es auf über 18% an Zugewinn gebracht. Das ist für einen Anleihenfonds eine Hausmarke, die man als Anleger selbst sonst höchstens von Aktieninvestments erwarten – und selbst hier nur in guten Jahren.

Schwache Industriestaaten, starke EMs

Gerade der Kontrast zu der schwachen Entwicklung in den Industriestaaten ließ die Emerging Markets 2010 in besonders hellem Licht erscheinen. Allen voran China, das 2010 erneut über 10% wachsen dürfte, obwohl noch im Frühjahr Sorgen um einen unmittelbar bevorstehenden Crash am Immobilienmarkt umgegangen waren. Oder Indien. Das Land auf dem Subkontinent ist auf dem besten Weg, 2010 ein Wirtschaftswachstum von über 9% zu erzielen.

Auch Lateinamerika kann glänzende Zahlen vorweisen. Brasilien als wichtigste Volkswirtschaft des Kontinents wird nach Experten-Prognose 2010 um 7,8% wachsen, Mexiko immerhin noch um 5,1%. Kurz um: Die Emerging Marktes dürften 2010 insgesamt um rund 6% gewachsen sein und damit gut 3%-Punkte zum Weltwirtschaftswachstum von 4% beigetragen haben.

Die gute Wirtschaftsentwicklung schlägt sich auch an den Finanzmärkten nieder. Der MSCI EM hat im letzten Jahr gut 15% zugelegt, während der MSCI World, der von Industrieländerindizes dominiert wird, lediglich um knapp 9% gestiegen ist.

Lesen Sie morgen den zweiten Teil dieses Beitrages weiter.


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