Before the Bell: DAX präsentiert sich schwächer, Ägypten belastet, US-Futures leicht im Plus

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Die anhaltenden Unruhen in Ägypten belasten wie schon vor dem Wochenende auch am Montag den Handel an den europäischen Aktienmärkten. Der DAX hat sich von seinem am Donnerstag bei 7.180 Punkten wieder etwas deutlicher entfernt, hält sich dabei aber weiterhin klar über der runden 7.000er-Marke.

Die Unsicherheit über die weitere politische Entwicklung in Ägypten und in der gesamten Region belastet vor allem die Aktien von Unternehmen, die in Nordafrika produzieren. So geraten beispielsweise Anteilscheine des Autozulieferers Leoni, der in Ägypten Fabriken betreibt, unter Druck. Auch die Aktie des Touristikunternehmens TUI verliert an Boden.

Wacker Chemie meldet Rekordzahlen

Zum Wochenauftakt stehen nur wenige Geschäftszahlen an. Im MDAX legte Wacker Chemie seinen Jahresabschluss vor. Der Chemiekonzern profitierte von der hohen Nachfrage der Solarindustrie nach seinen Siliziumprodukten und steigerte den Umsatz im Geschäftsjahr 2010 um 28 Prozent auf 4,75 Mrd. Euro. Der Gewinn erreichte mit 495 Mio. Euro einen neuen Rekordwert. Im Krisenjahr 2009 hatte Wacker aufgrund hoher Abschreibungen und Restrukturierungskosten noch einen Verlust von 75 Mio. Euro ausweisen müssen. Das EBITDA-Ergebnis wurde mit 1,19 Mrd. Euro nahezu verdoppelt. Die Aktie von Wacker Chemie hält sich in einem insgesamt schwächeren Markt stabil und verbuchte ein leichtes Plus von 0,3 Prozent.

Sky muss Schadensersatz bezahlen

Die Sky-Aktie, die zuletzt zu einem regelrechten Höhenflug angesetzt hatte, gerät heute unter Druck. Laut einem Pressebericht muss der Pay-TV-Sender wegen getürkter Abonnentenzahlen institutionellen Anlegern Schadensersatz in Millionenhöhe zahlen. 2008 hatte der Sender, der damals noch Premiere hieß, eingeräumt, man habe die Kundenzahlen beschönigt. Statt 3 Mio. Kunden waren es nur 2,4 Mio. Daraufhin sackte der Aktienkurs ab.

Nun berichtet der PR- und Medien-Branchendienst „Der Kontakter“, dass Sky sich mit den getäuschten institutionellen Anlegern auf einen Vergleich geeinigt hat. Demnach muss das Unternehmen 14,5 Mio. Euro an Schadensersatz zahlen. Die Kosten übernimmt dabei allerdings eine Manager-Haftpflichtversicherung. Mit dieser Zahlung kommt Sky noch glimpflich davon. Ursprünglich hatten die klagenden Fonds Schadensersatz in Höhe von 242,5 Mio. Euro verlangt.

Von dem Vergleich nicht betroffen sind Privatanleger. Hier sind noch rund ein Dutzend Schadensersatzklagen anhängig. Dabei belaufen sich die Forderungen aber nur auf rund 1 Mio. Euro. Die Sky-Aktie, die seit Jahresbeginn in der Spitze um über 75 Prozent zugelegt hatte, verliert heute knapp 4 Prozent.

Ryanair erzielt Quartalsverlust, bestätigt Prognose

Nach easyJet muss nun auch Ryanair einen Verlust für das abgelaufene Quartal eingestehen. Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2010/2011 musste der irische Billigflieger wegen des Wintereinbruchs einen Verlust in Höhe von 10 Mio. Euro ausweisen. Insgesamt mussten rund 3.000 Flüge abgesagt werden. Der Verlust fiel jedoch nicht so hoch aus wie von vielen befürchtet. Zudem bestätigte Ryanair seine Prognose für das Gesamtjahr. Demnach rechnet der Billigflieger für das im März endende Geschäftsjahr weiterhin mit einem Gewinn zwischen 380 und 400 Mio. Euro. Die Aktie von Ryanair verbessert sich um gut 1 Prozent.

US-Futures leicht im Plus, ExxonMobil meldet Zahlen

In den USA werden am heutigen Nachmittag noch die persönlichen Einkommen und Ausgaben bekanntgegeben. Daneben steht der Einkaufsmanagerindex von Chicago zur Veröffentlichung an. Von Unternehmenseite stehen die Quartalsergebnisse des Ölkonzerns ExxonMobil an. Die US-Futures präsentieren sich nach den deutlichen Einbußen vor dem Wochenende etwas fester. Der S&P 500 gewinnt aktuell 0,4 Prozent, der NASDAQ verbessert sich um 0,3 Prozent. Der DAX notiert in Frankfurt inzwischen nur noch mit einem leichten Minus von 0,2 Prozent bei 7.090 Punkten.


2 KOMMENTARE

  1. Ägyptens Armee wird keine Gewalt gegen die Bevölkerung einsetzen, sie hält die Forderungen der Opposition für legitim. Dies gab ein Militärsprecher am Montagabend bekannt. Für heute planen die Regimegener einen „Marsch der Millionen“. Das gibt ja grosse Hoffnung, dass alles relativ friedlich zu Ende geht.

  2. Ja wollen wir hoffen, dass sich die Gewalt weiterhin in Grenzen hält. Die Anleger glauben aber nicht daran, wie der Ölpreis mit dem Überschreiten der 100-Dollar-Marke deutlich gemacht hat.

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