D-A-CH Rundschau: DAX kratzt am Hoch, SMI gibt nach, ATX wieder unter 2.900 Punkten

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Dem Freudensprung zur Wochenmitte, als die Anleger erleichtert auf die erfolgreiche Auktion portugiesischer Staatsanleihen reagierten, folgte am Donnerstag ein relativ ruhiger Handel. Ein unerwartet deutlicher Anstieg der US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sorgte an den meisten europäischen Börsen für leichte Abschläge.

Die erste Sitzung der EZB im neuen Jahr brachte erwartungsgemäß keine Zinsänderungen. Dennoch wartet Jean-Claude Trichet mit einer bemerkenswerten Aussage auf: Der EZB-Chef sieht inzwischen einen höheren Inflationsdruck. Diese Äußerung half dem Euro, der daraufhin kräftig zulegen konnte. Mit 1,3367 Dollar notiert der Euro zum Greenback derzeit mehr als zwei Cents höher als zur Wochenmitte. Auch gegenüber dem Schweizer Franken legt die europäische Gemeinschaftswährung auf zuletzt 1,2860 CHF zu.

DAX schließt knapp im Plus, SAP nach Zahlen gefragt

In Frankfurt kletterte der DAX mit 7.084 Punkten am Morgen knapp unter sein Dezemberhoch, das bei 7.088 Zählern gelegen hatte, der Ausbruch auf neue Höchststände wurde aber erst einmal verschoben. Der DAX hielt sich im gesamten Verlauf klar über der 7.000er-Marke und schloss letztlich sogar mit einem kleinen Plus von 0,1% bei 7.075,11 Punkten.

An die Spitze der Kursliste setzte sich die Aktie von SAP, die mit einem Aufschlag von 3,5 Prozent aus dem Handel ging. Der Softwarekonzern legte am späten Nachmittag überraschend Eckdaten für das abgelaufene Jahr vor. So stieg der Umsatz um 17 Prozent auf 12,5 Mrd. Euro, das um Sondereffekte bereinigte Betriebsergebnis wuchs um rund ein Drittel. Die bereinigte operative Marge stieg überraschend von 27,4 auf 31,5 Prozent. Hinter SAP verbesserten sich Allianz-Aktien um 3,3%. Gefragt waren auch die Versorgertitel E.ON (+2,6 Prozent) und RWE (+2,1 Prozent).

Doch es gab auch Verlierer. Am Ende der Kursliste war die Aktie von VW mit einem Tagesverlust von 3,6 Prozent zu finden. Unter Druck standen auch HeidelbergCement (-3,3 Prozent) und Linde (-2,8 Prozent).

SMI gibt nach, Nestlé nach Abstufung schwach

Anders als der DAX ging der SMI in Zürich mit Verlusten aus dem Handel und schloss mit einem Minus von 0,8 Prozent bei 6.562,47 Punkten. Größter Gewinner war die Aktie von ABB, die sich gegen den Trend um 1,9 Prozent verbesserte. Gefragt waren auch die Aktien von Swiss Re und Syngenta, die um jeweils 1,1 Prozent zulegen konnten.

Die Aktien von SGS und Nestlé standen mit Abschlägen von jeweils rund 3,0 Prozent am Ende der Kursliste. Die Nestlé-Aktie litt dabei unter einer Abstufung durch die Analysten von Nomura, die den Titel von Buy auf Reduce abgestuft hatten. Holcim-Papiere verloren nach einer Abstufung durch die Citigroup 2,0 Prozent.

ATX wieder unter 2.900 Punkten

Der ATX war in Wien ebenfalls auf dem Weg nach unten und ging schließlich mit einem Minus von 0,8 Prozent bei 2.886,75 Punkten in den Feierabend. Die Gewinnerliste wurde von den Aktien von Strabag (+3,2 Prozent) und Raiffeisen (+1,1 Prozent) angeführt. Die größten Verlierer im ATX waren die Papiere von Schoeller-Bleckmann (-4,1 Prozent), RHI (-3,6 Prozent) und Voestalpine (-3,4 Prozent).

Der Agrarkonzern Agrana meldete Zahlen für das dritte Quartal. Während der Umsatz um rund 10 Prozent auf 551,0 Mio. Euro stieg, verbesserte sich der Konzerngewinn um 23 Prozent auf 27,7 Mio. Euro. Für das Gesamtjahr 2010/11 erwartet der Konzern Zuwächse beim Umsatz und beim operativen Ergebnis. Die Aktie schloss mit einem minimalen Plus von 0,1 Prozent.