Heard in New York: Wall Street mit leichten Einbußen, Übernahmewelle schwappt übers Parkett, Alcoa mit gemischten Zahlen

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Die Sorgen um Portugal, das als nächster – heißer – Kandidat für den Rettungsschirm gehandelt wird, sorgten in Europa für schlechte Stimmung und deutliche Verluste. Wesentlich besonnener reagierten einmal mehr die Amerikaner, wenngleich die Zurückhaltung vor dem Auftakt der Berichtssaison offenkundig war. Für Fantasie sorgte eine ganze Reihe von Übernahmen, die zum Wochenauftakt bekannt wurden. Auch die US-Börsen starteten mit Verlusten, konnten diese im weiteren Handelsverlauf aber stetig verringern, so dass am Ende nur moderate Einbußen standen. Der Dow Jones schloss letztlich mit einem Minus von 0,3 Prozent bei 11.637 Punkten. Der S&P 500 verlor gerade einmal 0,1 Prozent, der Nasdaq Composite verbesserte sich sogar um 0,2 Prozent.

Neuer Energieriese entsteht

Was Übernahmen angeht, war heute eine Menge los. Der größte Deal: Der Energieversorger Duke Energy übernimmt den Konkurrenten Progress Energy. Progress-Aktionäre erhalten für ihre Papiere jeweils 2,6125 Anteilscheine von Duke Energy. Das Gesamtvolumen der Transaktion beläuft sich auf 13,7 Mrd. Dollar. Zudem übernimmt Duke Energy Verbindlichkeiten in Höhe von 12,2 Mrd. Dollar. Durch den Zusammenschluss entsteht der größte Energieversorger in den USA mit einem Börsenwert von 37 Mrd. Dollar. Während die Aktie von Duke Energy gut 1 Prozent verlor, gaben Papiere von Progress Energy knapp 2 Prozent nach.

Du Pont expandiert ins Lebensmittelsegment

Der Chemiekonzern DuPont kündigte die Übernahme von Danisco an. Für den dänischen Hersteller von Lebensmittelzusatzstoffen legt der US-Konzern insgesamt 6,3 Mrd. Dollar auf den Tisch. Im Rahmen der Transaktion zahlt Du Pont 5,8 Mrd. Dollar in bar und übernimmt zudem Verbindlichkeiten in Höhe von 500 Mio. Dollar. Die Aktie von DuPont verbilligte sich um 1,5 Prozent.

Standard Microsystems übernimmt Conexant

Im Technologiesektor gab es schließlich noch eine kleinere Übernahme. So übernimmt der Chip-Ausrüster Standard Microsystems Conexant Systems, einen Anbieter von Halbleiterlösungen, für insgesamt rund 284 Mio. Dollar in bar und Aktien. Papiere von Standard Microsystems verloren daraufhin fast 10 Prozent. Die Aktie von Conexant Systems machte einen Sprung um mehr als 14 Prozent nach oben.

Alcoa legt gemischte Zahlen vor

Nach Handelsende war es dann soweit: Der weltweit größte Aluminiumkonzern Alcoa gab den inoffiziellen Startschuss für die Berichtssaison. Die Zahlen fielen gemischt. Der Umsatz stieg im vierten Quartal um 4 Prozent auf 5,65 Mrd. Dollar und blieb damit knapp hinter den Erwartungen (5,68 Mrd. Dollar) zurück. Beim Gewinn konnten die Erwartungen dagegen übertroffen. Nach einem Nettoverlust von 277 Mio. Dollar oder 28 Cents je Aktie im Vorjahr erzielte Alcoa wieder einen Nettogewinn von 258 Mio. Dollar bzw. 24 Cents je Aktie. Das um Einmaleffekte bereinigte Ergebnis belief sich auf 21 Cents je Aktie und lag damit zwei Cents über den durchschnittlichen Analystenprognosen. Für das laufende Jahr erwartet Alcoa ein Wachstum des weltweiten Aluminiummarkts um 12 Prozent. Die Reaktion auf die Zahlen ist verhalten: Die Alcoa-Aktie, die mit einem leichten Plus aus dem Handel gegangen war, verliert nachbörslich 1,5 Prozent.


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