Jahresrückblick 2010: Der Januar startet ruhig, ein tolles Börsenjahr beginnt mit einem Rückschlag

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Wie bereits im letzten Jahr, wollen wir auch für 2010 einen Jahresrückblick wagen. Aus Börsianersicht konnte die Krise dieses Jahr vollends als beendet erklärt werden. Allerdings bot der Januar dann doch noch einmal einen deutlichen Rücksetzer. Der DAX durchbrach die 6.000er Marke und fiel in Richtung seines Jahrestiefs, das er aber erst Anfang Februar erreichen sollte. In der Zwischenzeit kämpft sich der DAX ja von Jahreshoch zu Jahreshoch, davon war im Januar aber noch nicht die Rede. Organisatorisch begann das neue Jahr bei den Börsenbloggern mit einigen Veränderungen. Neben noch mehr Beiträgen und Autoren sorgte das neue Design ab Mitte Januar für viel Zuspruch. Zudem begann der sehr erfolgreiche Wettbewerb “Finance Blog of the Year 2010″, bei dem wir am Ende unter den Top 15 landeten.

Mannheimer Fonds Kongress mit interessanten Gästen

Der Mannheimer Fonds Kongress machte Ende Januar mit einigen interessanten Gästen auf. Highlight war sicher der Vortrag von Marc Faber. Dessen Vortrag wurden in zwei Beiträgen sezziert. In einem wurde die Sichtweise von Marc Faber zur Geldpolitik in den USA näher beleuchtet. In einem zweiten ging es dann um die Immobilienpreise in Asien. Zuvor hatte schon der Franzose Edouard Carmignac mehr oder minder beeindrucken können.

DAX geht auf Talfahrt

Der DAX startete bei rund 6.050 Punkten noch sehr verheißungsvoll. Allerdings fiel das deutsche Börsenbarometer Woche um Woche um kurz vor dem Monatsende bei 5.550 Punkte ein neues Tief zu markieren. Unter den Einzelwerten machte u.a. BASF auf sich aufmerksam. Allerdings weniger mit Kurssprüngen, sondern mit einer großangelegten Korruptionsuntersuchung. Am Ende hielt sich zwar der wirtschaftliche Schaden für die BASF in Grenzen, aber der Imageschaden ist dagegen immens. Denn das Saubermannimage des Chemiekonzerns hat einige Flecken bekommen. Den Weg zu einem neuen Jahreshoch konnte die BASF-Aktie aber dennoch einschlagen. Daneben konnten auch die ersten IPOs auf sich aufmerksam machen. Die Börsengänge der späteren MDAX und SDAX-Mitglieder folgten aber erst im Jahresverlauf. Interessante Nebenwerte standen im Januar aber auch unter Beobachtung. So etwa update software oder Nordex.

Berichtssaison geht enttäuschend los

Blickt auf den Anfang dieses für viele Unternehmen sehr guten Jahres zurück, so fällt einem der enttäuschende Auftakt bei Alcoa ein. Der Startschuss fiel ernüchternd aus und war symptomatisch für den verkorksten Börsenmonat. Auch JP Morgan konnte nicht ohne Widersprüche ins neue Jahr starten. Dagegen gelang es der Citigroup das schwarze Jahr 2009 hinter sich zu lassen. Dagegen konnten die Technologiewerte IBM und Intel auf Anhieb überzeugen. Man sieht: es war nicht alles schlecht. Zumal auch Power-Aktien wie Netflix am Ende doch nocht abgingen.

Rohstoffe beginnen kräftige Rallye

Die Rohstoffe konnte bereits im Januar eindrucksvoll in das neue Jahr starten. Angesichts von Sorgen um die Geldmenge und die Flucht in Ersatzwährungen wie Gold, konnten Edelmetalle deutlich zulegen. Der Klassiker ist sicher Gold, aber auch Silber und Exoten wie Palladium waren gefragt.

Krisenangst beunruhigt so manchen

Auch im zweiten Jahr nach der Lehman-Pleite herrschte bei vielen Profis noch Krisenangst vor. So machte bspw. Thomas Mayer, Chefvolkswirt der Deutschen Bank, mit besorgniseregenden Aussagen auf sich aufmerksam. Er sprach bereits im Januar von Staatsbankrott und Inflation. Damals wurde der Begriff der PIGS-Staaten auch in breiten Kreisen der Bevölkerung populär. Allerdings wurde nicht nur das Problembewußtsein stärker, sondern auch das Verständnis der Krise. Die Zusammenänge von Geldmenge, Staatsschulden und Inflation wurde immer öfter diskutiert.