Und schon wieder ne hübsche Studie über “uns Anleger”…

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Wow . Das Jahresende naht, die Jahresendrallye an den Märkte hat erst einmal ausgesetzt, zumindest wenn man die letzten Handelstage sieht, Spanien wird wohl der nächste Milliarden-Kassierer des EU-Rettungsschirms werden und bei uns in der Redaktion trudeln sie zuhauf ein: Die Studien zum Anlegerverhalten im vierten Quartal 2010. Das jüngste Exemplar: Die von Union Investment. Deren Überschrift: Optimismus so groß wie seit Jahren nicht mehr.

Ich frag mich dann immer wieder, wen die da befragen. Natürlich bekommt man das in der Pressemitteilung gesagt: Seit Anfang 2001 lässt Union Investment durch das Marktforschungsinstitut Forsa quartalsweise eine Erhebung zum Anlegerverhalten durchführen. Befragt werden 500 Finanzentscheider in privaten Haushalten im Alter von 20 bis 59 Jahren, die mindestens eine Geldanlage besitzen. Die aktuelle Befragung für das vierte Quartal 2010 fand in der Zeit vom 1. bis 10. November statt. (Bei Umfragewerten, die sich nicht zu hundert Prozent addieren, gibt die Differenz den Anteil der unschlüssigen Befragten an.).

Das Komische ist: In meinem Umfeld ist die Zahl der Optimisten nicht ganz sooo groß, was das Börsenjahr 2011 angeht. Tja, die haben wohl alle keine Ahnung, sage ich mir dann so als bescheidene Entschuldigung. Schließlich sind das ja alles (Wirtschafts-/Finanz-)Journalisten, Banker, Analysten und Unternehmer und keine Finanzentscheider in privaten Haushalten im Alter von 20 bis 59 Jahren, die mindestens eine Geldanlage besitzen. Aber nun gut, ich will nun jetzt nicht über Studien und deren (relativen) Wahrheitsgehalt reden. Schließlich glaube ich auch an das Gute und an den Markt. Vor allem an unseren DAX und die darin enthaltenen Titel. Aber deshalb gleich in blanke Euphorie für 2011 zu verfallen? Ich weiß nicht…

Anbei die “nackten” Zahlen der Union Investment-Studie:

Die Stimmung der Anleger in Deutschland hat sich im vierten Quartal ungeachtet der europäischen Schuldenkrise weiter verbessert.
So gehen 56 Prozent der Befragten davon aus, dass die Aktienkurse in den nächsten sechs Monaten steigen (Vorquartal 48 Prozent). Zudem rechnen 54 Prozent der Anleger mit einer Verbesserung der Wirtschaftslage in Deutschland (Vorquartal 42 Prozent). Eine derart zuversichtliche Stimmung herrschte zuletzt im zweiten Quartal 2007.
Gleichzeitig hat der Anteil der Befragten, die Preissteigerungen erwarten, mit 76 Prozent das höchste Niveau seit mehr als zwei Jahren erreicht. Dies zeigt eine Umfrage von Union Investment zum Anlegerverhalten im vierten Quartal 2010.

Im vierten Quartal 2010 stieg der Anteil derjenigen, die im nächsten halben Jahr Kurssteigerungen erwarten, um acht Prozentpunkte auf 56 Prozent. Dies ist der höchste Wert seit dem zweiten Quartal
2007 (63 Prozent) und der zweithöchste seit der ersten Befragung Anfang 2001. Dagegen sank der Anteil derer, die mit sinkenden Kursen rechnen, um zwei Prozentpunkte auf zwölf Prozent. Von einem konstanten Kursniveau gehen 25 Prozent aus (Vorquartal 29 Prozent).  Trotz der überwiegend positiven Aktienmarkteinschätzungen wollen 72 Prozent der Anleger keine Konsequenzen für ihre Geldanlage ziehen.  "Die Konjunkturerholung und steigende Unternehmensgewinne sprechen für weitere Kurszuwächse bei Aktien. Anleger sollten ihre Überzeugungen umsetzen und von den derzeit günstigen Aktienbewertungen profitieren", rät Giovanni Gay, Geschäftsführer bei Union Investment.

Erheblich gestiegen ist im Vergleich zum Vorquartal auch die Zahl derer, die mit einer Verbesserung der wirtschaftlichen Situation in Deutschland rechnen – von 42 Prozent auf aktuell 54 Prozent. Dies ist der höchste Wert seit dem zweiten Quartal 2007 (59 Prozent) und gleichzeitig der zweithöchste seit Beginn der Erhebung im Jahr 2001.  Von einer gleichbleibenden Situation gehen 31 Prozent (Vorquartal 41 Prozent), von einer Verschlechterung 15 Prozent (Vorquartal 17 Prozent) der Befragten aus.


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