Warum nicht nur Irland uns allen wieder größte Sorgen bereiten wird

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Es sind wieder spannende Tage derzeit. Während auf n-tv & Co die Jahresendrallye an den Aktienmärkten Auf und Ab gefeiert wird, wird uns in Europa zur gleichen Zeit einmal mehr das Licht ausgeschaltet und Gold dürfte als Krisenwährung bald in wirklich aller Munde sein. Ich rede von der „Irland-Krise“.

Doch diesen Begriff können wir derzeit noch gar nicht in den Medien lesen. Dabei sind die Iren schlicht und einfach pleite. Und genau dieses habe ich im Frühjahr und Sommer immer wieder geschrieben. Nur habe ich zuhauf Kritik mir anhören müssen, dass ich zu kritisch und zu negativ sei. Ganz und gar nicht. Einfach nur realistisch. Und ich schreibe heute einmal mehr: Es wird nicht nur Irland sein, dass uns in Europa vor große (Finanz-)Probleme stellen wird. Doch der Reihe nach.

Kein Banker wettet mehr auf Irland

Schauen wir uns kurz die Situation in Irland an. Zuerst haben die Jungs von der grünen Insel dementiert, man benötige keine Finanzhilfe. Dann wurden mögliche Hilfegesuche nicht mehr ausgeschlossen. Und etwas später wurde nur noch über die Größe der Finanzspritze spekuliert. Nach außen versuchte man, Gelassenheit zu signalisieren.

Die EU-Kommission wies zwar erneut Medienberichte zurück, wonach Irland schon bald Hilfen aus dem 750 Mrd. schweren Euro-Rettungsschirm in Anspruch nehmen wolle. Und offiziell beharrten auch die Iren weiter darauf, dass sie keine Finanzhilfe brauchen. Bis zum Sommer 2011 sei man sicher finanziert, hieß es.

Ich wiederum war letzte Woche in London und habe dort mit diversen Investmentbankern aus dem Bereich High Risk Trading sprechen können. Alle, durch die Bank, sind sich einig. Die Iren haben ein Problem und sie werden Geld aus dem 750 Mrd. Euro schweren EU-Rettungsschirm benötigen. Die Dramatik ähnelt also sehr den letzten Tagen, bevor Griechenland im Frühjahr um europäischen Beistand bat.

Druck wird immer größer

Der Druck, unter den EU-Rettungsschirm zu schlüpfen, wuchs in den vergangenen Tagen vor allem deshalb, weil die Renditen für zehnjährige irische Staatsanleihen auf fast neun Prozent in die Höhe geschossen waren. Wie kam es dazu? Wenn man ehrlich ist, muss man sagen, dass unsere Bundeskanzlerin das Ganze indirekt ausgelöst hat.

Beim jüngsten EU-Gipfel Ende Oktober hatte diese nämlich angekündigt, nach Auslaufen des jetzigen Rettungsschirms im Jahr 2013 müssten in einem neuen Rettungsmechanismus auch Banken und private Anleger im Pleitefall eines Staates auf einen Teil ihrer Forderungen verzichten. Es dürfe nicht nur den Steuerzahler treffen. Diese Aussage wiederum hatte dann zur Folge, dass Pensionskassen, Versicherungen, aber auch private Kleinanleger zuletzt viele Staatsanleihen abstießen. Diese Verkaufswelle hatte dann die Risikoprämien stark ansteigen lassen.

Das EU-Finanzgefüge ist weiterhin sehr fragil

Fakt ist: Das Finanzgefüge ist aktuell weiterhin sehr fragil und wandelt auf einem äußerst schmalen Grad. Und wir alle, deutsche Steuerzahler und der Rest des finanzpotenten Europas müssen mit Milliarden-Beträgen für die Schulden des Landes aufkommen. Aktuell reden die Medien da nur von Irland. Spanien wird der nächste Schuldenkandidat sein. Oder Portugal [……]

Und wie es weitergeht in Europa? Lesen Sie dies 2x wöchentlich in Goldfingers Ausblick. Lesen hier, warum der Gold-Kauf in der EU immer teurer wird und warum Sie jetzt handeln sollten.


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