Gier ist gut?

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Nun sind wir auch mitten drin. In der deutschen Berichtssaison über das dritte Quartal dieses Jahres. Die davon ausgehenden Impulse sind bisher für die Märkte gut ausgefallen. Kein Wunder, denken wir einmal an die mehr als guten Daten von BASF.

Man kommt direkt ins Schwärmen, wenn man sich diese Quartalszahlen anschaut. Und der Ausblick für das Gesamtjahr? Für das vierte Quartal erwartet der Konzern „weiterhin eine gute Geschäftsentwicklung“ und erhöhte daher die Prognose für das laufende Geschäftsjahr. Für 2010 rechnet BASF nun mit einem Umsatz von ca. 63 Milliarden Euro sowie einem EBIT vor Sondereinflüssen von über 8 Milliarden Euro.

DAX lässt sich wohl nicht beirren

Kurz um: BASF erwartet das beste Jahr in seiner langen Firmengeschichte. Da sollte man als Anleger darüber hinweg schauen, dass auch die BASF für 2011 etwas vorsichtiger in Sachen Ausblick ist. Aber nicht nur der Ludwigshafener Chemiekonzern ist gut drauf. Auch andere deutsche Blue-Chips wie Merck oder Heidelberger Druck können glänzen, was sich in kräftig steigenden Kursen manifestierte. Weiter zulegen konnten auch die deutschen Aktienindizes, allen voran der DAX. Er ließ sich selbst von der Zinserhöhung in China oder dem Währungsstreit zwischen der Volksrepublik und den USA nicht großartig irritieren.

Deutsche Blue-Chips sind wieder in

Kurz um: Deutsche Aktien scheinen wieder „en Vogue“ zu sein. Zumindest wenn man den DAX sich anschaut. Die Charttechnik steht auf grün und man sieht derzeit etwas im DAX, was man nicht so oft sieht: Der deutsche Leitindex hat sich vom US-Pendant Dow Jones abgekoppelt. Damit dürften das Börsenbarometer und unsere Blue-Chips zunehmend interessanter für ausländische Anleger werden – auch im Hinblick auf die hiesige robuste Konjunktur.

Denken wir an dieser Stelle nur an das ifo Geschäftsklima aus, das im Oktober seinen Höhenflug überraschend fortgesetzt hatte. Oder den GfK-Konsumklima-Index. Nach diesem sehen die deutschen Verbraucher die hiesige Wirtschaft weiter im Aufwind, rechnen aber nicht mehr mit ganz so hohen Einkommenszuwächsen wie in den Vormonaten.

Entsprechend vorsichtiger planten sie größere Anschaffungen. Das klingt meiner Meinung nach einer sehr guten und realistischen Einschätzung. Insgesamt sei die Verbraucherstimmung im Oktober aber stabil, resümierten die Konsumforscher aus Nürnberg. Entsprechend verharrte der aus drei Einzelindikatoren gebildete Konsumklima-Index für November bei 4,9 Punkten.

Die Sache mit dem Performance-Druck

Einen weiteren Anstieg hätte ich persönlich auch für übertrieben gehalten. Denn unverändert haben wir Probleme an den internationalen Finanzmärkten. Weiterhin sehen wir einen US-Immobilienmarkt, der labil ist. Unverändert haben wir noch dünne Umsätze an den Börsen – und dies obwohl es doch augenscheinlich so gut läuft. Und genau da sehe ich in den kommenden Wochen das Problem auf uns zukommen.

Die Gefahr besteht, dass nun viele institutionelle Investoren angesichts des nahenden Jahresendes wegen der zuletzt freundlichen Entwicklung unter Performance-Druck geraten und somit für weitere Zuwächse sorgen könnten. Diese Zuwächse wären aber alles andere als fundamental begründet. Auch wenn ich mir damit bei den aktuellen Kursen keine Freunde mache: Die Korrekturgefahr bleibt weiter vorhanden, denn wir haben schon eine Rallye vollzogen. Das wird derzeit immer (wieder) vergessen. „Gier ist gut“, sagt Gordon Gecko in „Wall Street“. Ein altes Sprichwort sagt wiederum: „Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste“…


1 KOMMENTAR

  1. Ich gehe von 7.500Pkt zur Mitte nächsten Jahres aus, immerhin gehört Deutschland zu den Outperformner mit einer soliden Wirtschaft, gepaart mit einem stark fluktuierendem Euro, ist das die Mischung aus der Haussen gemacht sind.

    Cheers

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