Before the Bell: DAX setzt seine Klettertour fort, US-Futures im Minus

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Der DAX setzte seine Klettertour auch am Dienstag zunächst fort. Mit 6.543 Punkten markierte der Index einmal mehr ein neues Jahreshoch – den fünften Handelstag hintereinander. Für eine positive Überraschung sorgten die ZEW-Konjunkturerwartungen. Zwar hat sich die Stimmung unter den Investoren weiter verschlechtert, jedoch nicht so stark wie befürchtet. Der Index ging von minus 4,3 Zählern im Vormonat auf minus 7,2 Punkte zurück. Volkswirte hatten einen deutlicheren Rückgang auf 8 Zähler erwartet. Der Teilindex zur aktuellen Lage stieg von 59,9 auf 72,6 Punkte und fiel damit ebenfalls besser aus als erwartet.

Ein Rückfall in die Rezession wird trotz der etwas schlechteren Stimmung unter den rund 300 befragten Analysten und institutionellen Investoren nicht erwartet. „In den vergangenen Monaten konnte sich die deutsche Wirtschaft mit außergewöhnlich hohen Wachstumsraten von der Wirtschaftskrise erholen. Der erneute Rückgang der Konjunkturerwartungen im Oktober deutet darauf hin, dass sich im Vergleich hierzu das Wachstum in den kommenden sechs Monaten abschwächen dürfte“, so das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung in seinem Kommentar.

Fusion von VW und Porsche verzögert sich

Der Zusammenschluss von VW und Porsche, der eigentlich schon im kommenden Jahr unter Dach und Fach gebracht werden sollte, wird sich möglicherweise erheblich verzögern – unter Umständen sogar bis ins Jahr 2015. Zwar konnte Porsche seine Verbindlichkeiten im Vergleich zum Vorjahreswert von 11,4 Mrd. Euro deutlich reduzieren. Dennoch sitzt der Sportwagenbauer Stand Ende Juli noch immer auf einem Schuldenberg von rund 6 Mrd. Euro. Der Schuldenabbau ist Voraussetzung dafür, dass das Unternehmen unter das Dach von Volkswagen schlüpfen kann. Deshalb sollen die Porsche-Aktionäre am 30. November die geplante Kapitalerhöhung beschließen. Bei den Anlegern kommen solche Nachrichten nicht gut an. Die Porsche-Aktie rutscht um 5 Prozent ab. Dagegen liegt die VW-Aktie derzeit knapp im Plus.

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Delticom hebt die Umsatzprognose an

Im SDAX legte Delticom vorläufige Zahlen für die ersten neun Monate vor. Der Internet-Reifenhändler steigerte den Umsatz um 28 Prozent auf 257 Mio. Euro. Der EBIT-Gewinn machte sogar einen Sprung um 53 Prozent auf 22,5 Mio. Euro. Aufgrund der positiven Geschäftsentwicklung hob das Unternehmen seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr an und rechnet mit einem Wachstum von mindestens 15 Prozent. Bislang hatte Delticom ein Umsatzplus von mindestens 10 Prozent in Aussicht gestellt. Die Geschäfte laufen also gut. Zudem würde der Hannoveraner Konzern von der Einführung einer Winterreifenpflicht zusätzlich profitieren. Die Delticom-Aktie reagiert kaum auf die guten Zahlen und legt derzeit nur leicht zu.

Bank of America übertrifft die Gewinnerwartungen

Nach der Citigroup am Vortag konnte auch die Bank of America mit ihren Quartalsergebnissen die Markterwartungen übertreffen. Die größte US-Bankgesellschaft musste aufgrund hoher Goodwill-Abschreibungen zwar einen Nettoverlust von 7,65 Mrd. Dollar – nach 2,24 Mrd. Dollar Verlust im Vorjahr – ausweisen. Der Sondereffekte bereinigte Gewinn je Aktie lag mit 27 Cents je Aktie aber über den Prognosen der Erwartungen der Analysten, die nur ein bereinigtes Ergebnis von 16 Cents je Aktie erwartet hatten. Der Umsatz erhöhte sich von 26,04 auf 26,70 Mrd. Dollar und verfehlte damit knapp die Erwartungen von 27,15 Mrd. Dollar. Die Aktie der Bank of America gewinnt im vorbörslichen Handel 1 Prozent.

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Coca-Cola und Johnson & Johnson legen ebenfalls Zahlen vor

Mit Coca-Cola und Johnson & Johnson legten zwei weitere Dow-Jones-Konzerne bereits vor Handelsbeginn ihre Zahlen vor. Der Getränkekonzern steigerte den Umsatz um 5 Prozent auf 8,43 Mrd. Dollar und den Nettogewinn um 8 Prozent auf 2,06 Mrd. Dollar bzw. 88 Cents je Aktie. Erwartet worden waren Erlöse von 8,3 Mrd. Dollar und ein EPS von 89 Cents. Johnson & Johnson meldete einen leichten Umsatzrückgang um knapp 1 Prozent auf 15,0 Mrd. Dollar. Dagegen stieg der Nettogewinn um 2 Prozent auf 3,4 Mrd. Dollar bzw. 1,23 Dollar je Aktie. Die Erwartungen hatten bei einem Umsatz von 15,2 Mrd. Dollar und einem EPS von 1,15 Dollar gelegen. Zudem hob der Konzern seine Jahresprognose an und rechnet nun mit einem Gewinn je Aktie zwischen 4,70 und 4,80 Dollar. Während Papiere von Johnson & Johnson kaum verändert notieren, gewinnt die Aktie von Coca-Cola vorbörslich knapp 1 Prozent.

US-Futures deutlich im Minus

An der Wall Street werden heute vor dem Handelsstart noch die Wohnbaubeginne und -genehmigungen veröffentlicht. Ansonsten stehen keine wichtigen Wirtschaftsdaten auf der Agenda. Quartalszahlen melden unter anderem noch EMC, Goldman Sachs, Harley-Davidson, Lockheed Martin und Yahoo. Die US-Futures liegen derzeit klar im Minus. Der S&P 500 verliert aktuell 0,7 Prozent, der NASDAQ gibt angesichts enttäuscht aufgenommener Zahlen von IBM und Apple sogar 1,3 Prozent nach. Der DAX ist in Frankfurt inzwischen in den roten Bereich gerutscht. Der Leitindex verzeichnet derzeit ein leichtes Minus von 0,1 Prozent und notiert bei 6.507 Punkten.


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