God bless Amerika – und wenn nicht?

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Das war wohl wieder eine weitere Klatsche für die unverbesserlichen Optimisten unter den Volkswirten am Mittwoch. Da kamen erneut Zahlen aus den USA, bei denen einem angst werden könnte. „Könnte“ ist Konjunktiv, denn die Realisten unter uns haben wohl nichts anderes erwartet. Ich rede vom ADP-Report. Laut diesem fiel das Wachstum von Arbeitsplätzen im privaten US-Wirtschaftssektor negativ aus (ich habe an dieser Stelle jetzt einmal das Wort „Wachstum“ verwendet, sonst heißt es immer, ich schreibe so negativ…). Fakt ist: Von August auf September wurden mehr als 39.000 Jobs abgebaut. Experten waren aber von einem Anstieg von 20.000 Stellen ausgegangen.

Wie kann das angehen, wird sich nun der eine oder andere fragen. Die Antwort ist ganz einfach: Die meisten US-Volkswirte sind immer noch blind und wollen die Wahrheit nicht begreifen. Denn wenn man weiß, dass sich das amerikanische BIP-Wachstum abgeschwächt hat bis unterhalb des Produktivitätswachstums der US-Wirtschaft, dann weiß man, dass in einer solchen Situation die Stellenangebote mau sind. Das lernt man schon in den ersten Semestern im Fach Volkswirtschaftslehre – zumindest an deutschen Universitäten…

IWF untermauert Double-Dip-Szenario indirekt

Die USA sind weiter am Kämpfen. Mit ihren Schulden, mit ihrer Wirtschaft und mit ihrer Währung. „Yes we can“ ist bekanntlich der Ausspruch des aktuellen amtierenden Präsidenten. In wie weit kann die USA aber noch wirklich? Der Internationale Währungsfonds (IWF) beispielsweise ist da mehr als skeptisch. Er senkte nun seinen Ausblick für die größte Volkswirtschaft der Welt. Für dieses und das kommende Jahr.

Der IWF rechne nunmehr nur noch mit einer schleppenden Erholung, die durch einen Mangel an Ausgabebereitschaft der privaten Verbraucher gekennzeichnet sei, hieß es. Das BIP-Wachstum der USA wird dieses Jahr bei 2,6% liegen. Noch im Juli hatte der IWF dieses bei 3,3% gesehen. Noch schlimmer sieht es für 2011 aus. Der IWF gibt hier 2,3% an. Das wahrscheinlichste Szenario für die Entwicklung der US-Wirtschaft basiere auf einer anhaltend schleppenden Erholung, deren Wachstumsraten weitaus schwächer ausfallen würden als in vorherigen Erholungen nach Rezessionen, wie aus dem IWF- Bericht weiter hervorgeht. Ich bringe es an dieser Stelle auf einen Punkt. Das Double-Dip-Szenario in den USA ist Realität geworden, wenn man die IWF-Daten sieht.

Wir haben eigentlich schon die PIGSA-Staaten…

Aber wir wollen gar nicht einmal zu sehr mit unserem Zeigefinger auf die USA deuten. Auch in Europa brennt es weiterhin lichterloh – auch wenn das die Marktteilnehmer in Anbetracht der nun beginnenden neuen Berichtssaison gerne beiseiteschieben. Ich meine die anhaltenden Probleme der PIGS-Staaten. Nun wurde Irland seitens der Rating-Agentur Fitch auf die Note AA-heruntergestuft und mit einem negativen Ausblick bedacht. Weil das Land wohl die Kosten für die Rettung seiner Banken nicht in den Griff bekommt.

Und aus Griechenland hören wir, dass sich die Helenen erneut „ein bisschen“ vertan haben, was ihr 2009er Haushaltsdefizit angeht. Nicht 13,6% stehen zu Buche, sondern über 15%, laut einem Medienbericht. Wo soll das alles hinführen? Wie wollen die Griechen es schaffen, das Haushaltsdefizit bis Ende 2010 auf 7,8 Prozent zu senken, so wie es von ihnen publiziert wurde? Stehen demnächst unter Immobilienscout im Internet griechische Ferien-Inseln zum Verkauf oder haben wir eine „Heimatsteuer“ künftig beim Besuch unseres Griechen um die Ecke auf die Rechnung oben drauf zu zahlen?

too big to fail – das war einmal

Denken Sie darüber nach und Sie werden mir zustimmen, dass ein Investment in Gold und anderen sicheren Edelmetallen einem persönlich die Sorgenfalten ein bisschen aus dem Gesicht nehmen.

Übrigens: Während ich diesen Newsletter schreibe, kam die Nachricht über den Ticker, dass der Goldpreis die Marke von 1.350 Dollar je Unze geknackt hat. Und wenn nun auch viele Börsianer das mit dem schwachen US-Dollar begründen: Sollen Sie. Denn der Greenback scheint auch in den nächsten Wochen und Monaten nicht in der Lage zu sein, sich zu erholen. Vielleicht reden wir schon bald von den PIGSA(merika)-Staaten? Wer weiß es schon. Der Spruch „too big to fail“ gehört bekanntlich seit Lehman der Vergangenheit an…

take care,
Ihr Goldfinger


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