Die Deutschen sind beim Sparen skeptisch – Altersvorsorge im Angesicht der Inflation

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[ad#Google Adsense XL-rechts]Die heute veröffentlichte Studie der Postbank „Altersvorsorge in Deutschland 2010/2011“ hat wieder einmal Klarheit gebracht: Die Deutschen sind sehr skeptisch, was die Finanzmärkte als Ziel ihrer Sparbemühungen angeht. Da helfen auch keine Jubelmeldungen von Seiten der Fondsbranche. Der Branchenverband BVI verkündete vor kurzem stolz „Deutsche haben mehr Geld in Investmentfonds als auf dem Sparbuch“. Die vom ZEW durchgeführte Studie zeigt demnach, „dass sich Fondssparer in allen von uns untersuchten Bevölkerungsgruppen finden“. So wird Dr. Michael Schröder, Leiter „Internationale Finanzmärkte und Finanzmanagement“ beim ZEW zitiert. Investmentfonds werden dabei als eine wichtige Anlagekategorie, vergleichbar mit anderen Anlageklassen, beispielsweise Aktien und Anleihen bezeichnet.

Das mag zwar sein, aber die Größe der Skepsis gegenüber den Märkten wird durch besagte Postbank-Studie deutlich: „Trotz zwischenzeitlicher Wirtschaftsbelebung geben heute mit 68 Prozent mehr als zwei Drittel der Berufstätigen in Deutschland an, dass sich ihre Einstellung zur privaten Altersvorsorge wegen der Finanz- und Wirtschaftskrise geändert hat.“ Und diese veränderte Einstellung bedeutet, dass „von den Berufstätigen, die eigentlich ihre Absicht zum Ausbau der Vorsorge in den kommenden Jahren erklären, […] exakt ein Viertel bestehende Vorsorgeverträge aufgrund der Finanz- und Wirtschaftskrise gekündigt oder gekürzt“ haben. Am häufigsten sind demnach private Renten- und Lebensversicherungen sowie privat abgeschlossene Riester-Verträge betroffen. Insgesamt geben die Berufstätigen in Deutschland auch monatlich weniger für ihre Altersvorsorge aus, als noch im vergangenen Jahr, so die Studie. Andere Zahlen sprechen eigentlich für die private Vorsorge: „37 Prozent aller Berufstätigen in Deutschland befürchten, dass ihnen der Staat wegen seiner stark gestiegenen Verschuldung die Rente im Alter kürzen müssen wird. Und 28 Prozent sorgen sich, dass durch die hohe Staatsschuld stark steigende Preise ihre eigenen Ersparnisse zur Altersvorsorge entwerten.“ Man sieht die Verunsicherung ist groß.

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Viele Deutsche setzen nicht mehr auf den Finanzmarkt, stattdessen sind Sachwerte gefragt. Besonders das altbekannte Eigenheim. In der Studie heißt es: „Keine andere private Vorsorgeform ist in Deutschland so angesehen wie der Besitz eines eigenen Hauses oder einer eigenen Wohnung. Zwei Drittel aller Berufstätigen sehen hierin heute eine „ideale Form der Alterssicherung“. Und deutlich zeigt sich das auch in den Plänen derer, die ihre private Altersvorsorge ausbauen wollen: Mit 23 Prozent hat jeder vierte dieser Berufstätigen vor, ein Eigenheim zu erwerben. Auch unter den jungen Berufstätigen bis 29 Jahren steht dieses Ziel vor allen anderen.“ Immerhin trifft diese Vorliebe für Immobilien auf derzeit die günstigsten Bauzinsen seit langem.

Update 07.10.2010

Passend dazu schreibt das Handelsblatt heute über die Angst an der Börse und fragt „Ist die Aktie noch zu retten?“ Ein lesenswerter Artikel!


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