Die Unverbesserlichen wollen es wieder einmal besser wissen…

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Herrlich wie in diesen Tagen erneut so manche Analysten versuchen, den unaufhaltsamen Anstieg des Goldpreises wieder einmal einem Ende zuzuordnen. Man bedient sich da unter anderem der lieben Statistik. Und da ist dementsprechend der Septembe, laut der Analysten, seit 1975 gesehen, der beste Monat bezüglich der durchschnittlichen Performance des Goldpreises. Demnach weist der September mit durchschnittlich 3,3% pro Jahr mit Abstand die größten Gewinne bei Gold aus. Ich frage mich dann nur an dieser Stelle, warum genau die gleichen Analysten das nicht im August publiziert haben und Anlegern zu Gold-Engagements nicht geraten haben, sondern vielmehr vor „Überhitzung“ und „übertriebenen Spekulation“ gewarnt haben.

Eine mögliche Korrektur bedeutet kein Ende eines Aufwärtstrends

Aber dafür haben diese Analysten ja jetzt die Möglichkeit. Die Möglichkeit zu warnen, dass der aktuelle Monat Oktober kein glänzender Monat für Gold sei. Weil nämlich wieder die besagte Statistik sagt, dass der Oktober hinter dem März der schlechteste Monat für Gold im Jahr ist. Das wiederum paart man dann noch mit ein paar Chartanalysen und herauskommt, dass wir schon kurz vor einem Einbruch beim Goldpreis stehen.

Ich muss darüber schmunzeln. Denn mehr als eine gesunde Korrektur wird es nicht geben. Und das ist auch gut so, wie ich schon des Öfteren an dieser Stelle geschrieben habe. Denn jeder gesunde und intakte Aufwärtstrend sollte Korrekturen beinhalten. So wird es auch bei Gold sein. Nicht zuletzt gibt es zuhauf Argumente, dass der Goldpreis auf konstant hohem Niveau bleibt. Ich sage es ganz klar: Der Bullenmarkt bei Gold ist intakt.

Bullenmarkt bei Gold ist intakt

Warum denn auch nicht? Schauen wir uns erneut kurz das fundamentale Umfeld an. Extrem niedrige Zinsen, eine deutlich ausgeweitete Geldmenge und die Unsicherheiten über die weitere konjunkturelle Entwicklung der Weltwirtschaft. Nicht zu vergessen die immer kritischer werdenden Stimmen im Bezug auf die langsam anschleichende Geldentwertung. Alles zusammen lassen sie eines nur Schluss zu: Gold ist derzeit mehr als eine interessante Alternative. Gold ist die einzige Flucht- und Übergangswährung, die seit Jahrhunderten Bestand hat.

Und wie ich es auch schon des Öfteren geschrieben habe: Die Notenbanken wissen dies und bauen vor. Die russische Notenbank hat ihre Goldreserven in den letzten zwölf Monaten um mehr als ein Viertel ausgeweitet, die indische sogar um mehr als die Hälfte. Selbst noch so arme Länder wie Bangladesh kaufen Gold zur Diversifizierung ihrer Währungsreserven. Und es gibt in diesen Tage weitere neue Hinweise, dass die physische Goldnachfrage steigen wird. Länder wie Thailand und die Philippinen haben ihre Goldreserven seit Juni deutlich aufgestockt. Es wird also auch seitens der kleinen Notenbanken Gold gekauft, wo es nur geht. Und die Notenbank-Jungs weltweit kennen bestimmt auch die besagten von mir gerade erwähnten Statistiken.

Es droht uns ein Dollar-Kollaps

Es bahnt sich eine größere Goldnachfrage an, wie wir sie weltweit bisher noch nie gesehen haben. Ich habe erst zum Wochenanfang mit einem befreundeten Investmentbanker in London gesprochen. Er bestätigte mir, dass es in der Szene derzeit in Sachen Gold heiß hergeht. Vor allem wegen des Verhaltens der US-Notenbank Fed.

Denn nicht nur der „ internationale Bankenverband Institute of International Finance (IIF) warnt vor einem Absturz des Dollar-Kurses, falls die amerikanische Zentralbank Federal Reserve ihre Geldpolitik weiter lockert“, wie es die FAZ aktuell so schön schreibt. „Sollte die Federal Reserve sich auf den Kurs einer weiteren aggressiven quantitativen Lockerung einlassen, kann dies einen destabilisierenden Kollaps des Dollar hervorrufen“, heißt in einer am Montag veröffentlichten Studie des IIF zur globalen Wirtschaftslage laut der FAZ. Zur Erinnerung: Im gerade zu Ende gegangenen September hatte die Federal Reserve ihre Bereitschaft erklärt, falls nötig zusätzliche Unterstützung zu geben und diese an die weitere Entwicklung der Wirtschaft und der Inflation in den Vereinigten Staaten geknüpft. Weil der Leitzins schon zwischen 0 und 0,25 Prozent liegt, würde dies auf einen Kauf von Staatsanleihen herauslaufen.

Denken Sie an Gorbatschow…

Dies alles sollte man wissen, wenn man sich über Statistiken und Performance-Daten von Gold redet. Doch es haben noch viele nicht verstanden: Denn wie ist es sonst zu erklären, dass in vielen Depots, sei es privaten und institutionellen, Edelmetalle wie Gold tendenziell untergewichtet sind und weltweit nicht einmal ein läppisches Prozent aller Finanzmittel in Gold angelegt sind?

Wenn Sie diese Frage für sich selbst einmal beantwortet haben, sollten Sie reagieren und ein Gold-Investment eingehen. Denn der Ausspruch von Gorbatschows „Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben“ hat auch heute noch Bestand…

take care,
Ihr Goldfinger


3 KOMMENTARE

  1. Interessanter Artikel, danke. Zwar ist Gold mittlerweile in aller Munde, aber der Grundtenor bleibt skeptisch. Erst wenn „jedermann“ überzeugt ist, dass Gold nur noch aufwärts gehen kann UND auch entsprechend investiert ist, wird dieser Aufwärtstrend zu Ende gehen.

    Ich habe diesbezüglich unter dem Titel „Gold-Bubble? Sicher nicht! kürzlich auch einen Artikel geschrieben und erlaube mir, hier zu verlinken:
    http://www.financeblog.ch/2010/10/04/gold-bubble-sicher-nicht/

  2. Ja das Thema Gold-Bubble ist derzeit nur selten ernsthaft zu hören… schöner Artikel! Das sehen auch unsere Leser hier so (siehe aktuelle Umfrage rechts). Die Frage ist eher, wie schnell der Goldpreis-Anstieg von statten geht… ich für meinen Teil erwarte ein weiteres langsames Wachstum. Aber wenn man Krisenpropheten glauben schenkt, soll es ja auch mal ganz schnell gehen. Nun ja, die Bullen überwiegen so oder so. Im übrigen dürfte neben Gold Silber vielleicht sogar noch deutlich stärker ansteigen – das ist für die Masse noch immer erschwinglicher…

  3. Also ich für meinen Teil vertraue eigentlich nur auf Immobilien und lege auch nur dort mein Geld an! Diesbezüglich ist für mich lediglich wichtig, dass es einen guten Partner gibt, der nicht einer Bank etwa angehört! Ich finde jedenfalls Property Management ist die ideale Vermögensanlage.

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