Beteiligungsgesellschaft MBB Industries wird etwas weniger optimistisch

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Bereits im März schrieben wir über die Chancen von Beteiligungsgesellschaften – u.a. auch über die von MBB Industries. Der Zeitpunkt hoher Dividendenzahlungen ist inzwischen vorüber und der Ausblick wird wieder wichtiger. Damals charakterisierten wir das Geschäftsmodell von MBB Industries wie folgt:

MBB Industries punktet in erster Linie mit einem bewährten Geschäftsmodell. Denn die Aktiengesellschaft beteiligt sich nur an mittelständischen Industrieunternehmen, die in einem Nischenmarkt sehr gut positioniert sind und über ein erhebliches Wertsteigerungspotenzial verfügen. Das Beteiligungs-Portfolio kann MBB Industries künftig problemlos ausbauen, da sich in der Unternehmenskasse mehr als 36 Millionen Euro befinden.

Heute hat nun MBB Industries seine Halbjahreszahlen präsentiert und auch einen Blick in die Zukunft geworfen. Alles in allem kann man mit den ersten sechs Monaten zufrieden sein, wenngleich 2010 sicher nicht an 2009 heranreichen wird.

Das erste Halbjahr 2010 verlief durchwachsen

Die Beteiligungsgesellschaft konnte im ersten Halbjahr den Konzernumsatz von 41,3 Mio. Euro auf nun 58,8 Mio. Euro ausbauen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass der Vorjahresumsatz gemäß IFRS 5 um den Umsatzanteil der im Mai 2009 veräußerten Reimelt-Henschel-Gruppe korrigiert ist. Andererseits beinhaltet der Umsatz des ersten Halbjahres 2010 die zum 1. Januar 2010 erworbene CT Formpolster GmbH. Das operative Ergebnis (EBITDA) der fortgeführten Geschäftsbereiche ist von 4,0 Mio. Euro auf 3,3 Mio. Euro gefallen. Beim Konzernüberschuss musste man einen Rückgang von 1,4 Mio. Euro auf 1,1 Mio. Euro hinnehmen. Das Ergebnis je Aktie im ersten Halbjahr beträgt damit nun 17 Cent, nach 22 Cent im Vorjahreszeitraum.

Die zweite Jahreshälfte wird spannend

Im Hinblick auf die Zahlen des ersten Halbjahres geht der Vorstand von MBB Industries für das Gesamtjahr 2010 weiterhin von einem Umsatz von 120 Mio. Euro aus. Dabei prognostiziert der Vorstand für das Ergebnis des zweiten Halbjahres 2010 eine Verbesserung des operativen Ergebnisses gegenüber dem ersten Halbjahr. Allerdings rechnet man bei MBB Industries aber nicht mehr – wie bislang gemeldet – mit einem Gesamtjahresergebnis über dem Vorjahreswert von 54 Cent je Aktie. Geht man davon aus, dass MBB Industries auch im zweiten Halbjahr ein ähnlich stabiles EPS erwirtschaftet, käme man mit einem EPS von 34 Cent und dem derzeitigen Kursniveau von 6,67 Euro auf ein KGV von schlechtestenfalls 19,6. Bei einem EPS auf Vorjahresniveau ergäbe sich ein KGV von lediglich 12,3. Man sieht, MBB Industries hat es in der Hand, ob der Kurs wieder Fahrt aufnehmen kann oder nicht. Dabei zeigen diese Kennzahlen auch wie offen die Lage ist.

Chancen durch Zukäufe

Da mit der aktuellen Beteiligungsstruktur wohl in diesem Jahr keine großen (Ergebnis-)Sprünge mehr drin sind, setzt das Management von MBB Industries auf Zukäufe. Der Vorstand sieht in der vorhandenen Eigenkapital- und Liquiditätsausstattung eine gute Voraussetzung, um im aktuellen Marktumfeld durch die Akquisition neuer Beteiligungsunternehmen zu wachsen, so heißt es jedenfalls in der heutigen Mitteilung. Diese Hoffnung ist bei einer Eigenkapitalquote von aktuell knapp 51 Prozent und liquider Mittel (per 30.06.2010) inklusive Wertpapieren und physischen Goldbeständen in Höhe von 34,9 Mio. Euro durchaus berechtigt. Den Net Cash (liquide Mittel abzüglich Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten) gibt MBB Industries mit 10,4 Mio. Euro (per 30.06.2010) an.

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Fazit

Auf dem derzeitigen Kursniveau und mit dem aktualisierten Ausblick bietet die Aktie wenig Phantasie nach oben. Diese könnte erst durch neue Akquisitionen oder ein deutlich besseres drittes Quartal geweckt werden. Bis dahin dürfte die Aktie weiter in der aktuellen Range um die 7 Euro notieren. Eine Absicherung nach unten bietet der hohe Cash-Bestand. Ein Neueinstieg drängt sich also erst bei einem deutlichen Kursrückgang in Richtung 6 Euro oder neuen Nachrichten auf. Altaktionäre sollte bei diesem soliden Nebenwert die Ruhe bewahren.


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