Heard in New York: US-Börsen starten nach Bernanke-Aussagen eine kräftige Erholung
27. August 2010 von Redaktion | 1 Kommentar
Die Aktien an der New Yorker Wall Street haben zum Wochenschluss eine kräftige Erholung gestartet. Für Auftrieb sorgten dabei Äußerungen von Fed-Chef Ben Bernanke. Nachdem sie kurz nach Handelsstart zunächst in die Verlustzone gerutscht waren, drehten die US-Indizes in den grünen Bereich und bauten ihre Gewinne im weiteren Verlauf aus. Am Ende schloss der Dow Jones wieder klar über der 10.000er-Marke und ging mit einem satten Plus von 1,7 Prozent in der Nähe seines Tageshochs bei 10.151 Punkten aus dem Handel. Der S&P 500 und der NASDAQ Composite verbuchten ebenfalls ein Plus von rund 1,7 Prozent.
Durchwachsene Konjunkturdaten
Bereits vor Handelsbeginn legte das US-Handelsministerium seine zweite BIP-Schätzung für das zweite Quartal vor. Erwartungsgemäß wurden die vorläufigen Angaben deutlich nach unten revidiert, jedoch nicht so stark wie befürchtet. Gegenüber dem Vorquartal stieg das Bruttoinlandsprodukt um 1,6 Prozent, Volkswirte hatten nur mit einem Plus von 1,4 Prozent gerechnet. In der ersten Schätzung war noch ein Wachstum von 2,4 Prozent ausgewiesen worden.
Nach etwas festerem Handelsbeginn sorgte das Verbrauchervertrauen der Uni Michigan zunächst für einen Rückschlag. Die Stimmung der US-Verbraucher hat sich im August zwar verbessert, verfehlte jedoch die Erwartungen. Der Gesamtindex stieg von 67,8 auf 68,9 Punkte, nachdem vorläufig ein Wert von 69,6 Zählern ausgewiesen worden war. Volkswirte hätten mit einem stärkeren Anstieg auf 70,0 Punkte gerechnet.
Bernanke motiviert die Anleger zu Käufen
Dem kurzen Rutsch in den roten Bereich folgte im weiteren Verlauf eine kräftige Erholung. Auslöser war Fed-Chef Ben Bernanke, der sich zu den weiteren Aussichten für die US-Wirtschaft äußerte. Bernanke geht trotz der aktuellen Schwäche von einer weiteren Erholung aus und sieht nur geringe Gefahren einer Deflation. Darüber hinaus kündigte der Fed-Chef weitere „unkonventionelle“ Maßnahmen an, für den Fall, dass sich die Lage spürbar eintrüben werde. Diese Aussagen wirkten offenbar motivierend auf die US-Börsianer, die die günstigen Kurse zu Käufen nutzten.
Intel kürzt Umsatzprognose
Die Intel-Aktie verbesserte sich um gut 1 Prozent. Und dies, obwohl der Chipgigant seine Umsatzprognose kürzte. Für das laufende dritte Quartal rechnet das Management nur noch mit Erlösen zwischen 10,8 und 11,2 Mrd. Dollar, nachdem man bislang einen Umsatz von 11,2 bis 12,0 Mrd. Dollar in Aussicht gestellt hatte. Auch die Prognose für die Bruttomarge wurde gesenkt. Hier peilt Intel nur noch einen Wert von 66 Prozent an, nach zuvor 67 Prozent.
Bieterschlacht um 3Par geht weiter
Seltsame Blüten treibt unterdessen die Übernahmeschlacht um den Datenspeicher-Anbieter 3Par. Am Vorabend hatte Hewlett-Packard sein Angebot auf 27 Dollar erhöht, am Freitag zog Dell gleich. Noch am selben Tag packte Hewlett-Packard nochmals einen drauf und erhöhte sein Übernahmeangebot auf 30 Dollar, womit 3Par mit gut 2 Mrd. Dollar bewertet wird. Angesichts eines Umsatzes von geschätzten 235 Mio. Dollar im laufenden Geschäftsjahr ein ambitionierter Preis. Die Anleger gehen offenbar dennoch davon aus, dass die Übernahmeschlacht damit noch nicht zu Ende ist. Denn die 3Par-Aktie schloss in New York mit einem Aufschlag von fast 25 Prozent bei 32,46 Dollar – deutlich über dem letzten Angebot von HP. Die Aktie von Hewlett-Packard gab übrigens 0,6 Prozent ab. Die Dell-Aktie verbesserte sich um gut 1 Prozent.
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- Was die Fed da berichtete, ist doch wahrlich nichts Neues…
Info zum Beitrag
geschrieben am Freitag, den 27. August 2010 um 23:18 Uhr
Kategorien: Heard in New York
Tags: 3PAR, BIP, Dell, Dow Jones, Fed, Hewlett-Packard, Intel, Konjunkturdaten, NASDAQ, S&P 500, US-BIP, US-Verbrauchervertrauen, Verbrauchervertrauen, Wall Street








1. ebook leser
Kommentar vom 29. August 2010 um 11:22
Ich finde es immer wieder faszinierend, wie ein Land, das faktisch pleite ist, aus hohler Luft wieder nach oben findet. Amerika hat so hohe Defizite, da kommen sie in tausend jahren nicht runter davon.