Was die Fed da berichtete, ist doch wahrlich nichts Neues…

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Was wurde ich nicht letzte Woche wieder einmal von meinem Nachbarn, der auch regelmäßig diesen Newsletter liest, in seiner wirklich liebevollen Art „beschimpft“. Ich sei ein unverbesserlicher Aktienmarkt-Pessimist, ich wolle nur Panik machen und schließlich laufe der Markt doch super. Das war am Dienstagabend letzte Woche. An dem Tag, an dem dieser Newsletter die Überschrift „Wie Konjunkturdaten immer schön geredet werden“ hatte.

Das Ganze war vorhersehbar

Diese Woche sieht es nun ganz anders aus. Da war mein Nachbarn dann ganz klein und kam besorgt in meinen Garten, als ich gerade diese Ausgabe schrieb und fragte, was denn nun los sei am Aktienmarkt. Ich las ihm genau den Satz aus diesem Newsletter vor, den Sie nun auch lesen können: Das Ganze war vorhersehbar. Denn wer sich die letzten Wochen nicht von der Masse an Quartalszahlen hat ablenken lassen, sondern vielmehr die ganzen Konjunkturdaten genauer studiert hat, der wusste, dass der Markt bald wieder gen Süden streben wird. Die jüngsten Abschläge als „Verschnaufpause“ zu bezeichnen wäre wohl wirklich naiv.

Ich sage es Ihnen ganz klar: Die Nervosität an den Märkten wird in den kommenden Tagen, Wochen und Monaten weiter wachsen. Denn die Quartalszahlen-Saison neigt sich dem Ende zu, die Anlegerschaft muss sich vom Euphorie-Alltag der gigantischen Zahlen- und Ausblickflut nun trennen und wird damit genötigt, sich wieder einmal mit der wirklichen Wirtschaftsrealität auseinanderzusetzen. Und das hat man in den letzten sechs Wochen weder in Frankfurt noch in New York überhaupt nicht getan. Und nun kommen die bitteren Erkenntnisse, die aber seit Wochen zwischen den Zeilen der (US-)Notenbanker zu lesen waren: Nämlich dass die US-Konjunktur lahmt, trotz der ganzen tollen Quartalsergebnisse der Unternehmen.

Die Zahlenflut hat über vieles hinweggetäuscht

Dennoch kam es wohl für viele Marktteilnehmer am Dienstagabend knüppeldick. Als der düstere Ausblick der US-Notenbank die Investoren weltweit massiv verunsicherte. Der US-Dollar rutschte daraufhin im Vergleich zum japanischen Yen auf ein 15-Jahrestief. Aber auch das hatte ich schon angekündigt bzw. vorher geschrieben gehabt.

Sind wir doch mal ehrlich: Seit Monaten können wir Ben Bernanke, seines Zeichens der oberste US-Währungshüter, und seine vorsichtigen Äußerungen bezüglich der US-Wirtschaft verfolgen. Von Euphorie konnte man da nie was lesen und hören. Aber der Markt hat diese stets einfach nicht richtig wahrgenommen oder einfach sie so schön geredet, wie er es brauchte.

Wer aber dem Fed-Chef seit Wochen genau und aufmerksam zugehört hat, den hätte die Veröffentlichung der Ergebnisse der Fed-Sitzung nicht groß verwundert. Es war nichts Neues! Die Fed hatte am Dienstagabend weitere Schritte zur Ankurbelung der heimischen Wirtschaft angekündigt und eine doch sehr pessimistische Lagebeurteilung hinsichtlich der US-Konjunktur abgegeben. Nun fürchten viele Anleger, dass die USA erneut in eine Rezession rutschen könnte. Der Begriff des „Double Dip“ ist nun wohl mehr nur als ein Gespenst. Es dürfte Tatsache sein.

Die Konjunkturdaten sprechen schon lange eine klare Sprache…

Aber wen kann dies eigentlich groß erstaunen? Die Signale, dass die USA bei weitem nicht so schnell aus der Krise kommen wie zunächst angenommen, gibt es schon seit Wochen und Monaten. Denken wir nur an die vielen Verbrauchervertrauen oder den Arbeitsmarkt. Oder aber die Zahlen von den US-Exporteuren. Die US- Ausfuhren von Waren und Dienstleistungen schrumpften im Juni um 1,3 Prozent auf 150,5 Milliarden Dollar. Das ist das schlechteste Ergebnis seit April 2009, während wir Deutsche oder die Chinesen geradezu im Export aufgeblüht sind.

Edelmetalle werden weiter bullish sein

Wer ebenfalls wieder aufblüht und es noch weiter tut, ist der Goldpreis. Allein aus Industriegründen. Nur eine Zahl: Die Schmuckindustrie legte allein im ersten Quartal 2010 in Indien eine Nachfragesteigerung von fast 300 Prozent hin, laut dem World Gold Council. Bei allen Faktoren spricht mittel- bis langfristig alles für weiter steigende Edelmetallpreise.

Und wenn Sie meinen, nicht unbedingt in Gold investieren zu wollen, dann nehmen Sie den kleinen Bruder Silber. Denn die volkswirtschaftlichen Probleme in den USA und die Schuldenproblematik in der Euro-Zone werden morgen und auch nicht übermorgen gelöst sein. Soviel steht fest. Und das wiederum muss jedem klar sein und dann wird man zum Entschluss kommen in sichere Häfen und in Krisen-Währungen zu investieren. Und das ist nun einmal Gold und bedingt auch andere Edelmetalle.

Take care,

Ihr Goldfinger


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