Dow Jones in der Kritik – Indexzusammensetzung im Angesicht der Krise noch zeitgemäß?

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Die aktuelle Kritik am US-Leitindex Dow Jones bzw. offziell Dow Jones Industrial Average ist eigentlich nichts neues.

Aber während zur Zeit des IT-Boomes 1999/2000 die explodierenden Kurse von Yahoo! & Co. für Gesprächststoff gesorgt haben, sind es nun die einbrechenden Kurse von Citigroup, Bank of America oder GM. Die Argumentation der Kritiker ist stets diesselbe: Die Gleichgewichtung der Werte verzerre die Darstellung und Kursänderungen wirken sich trotz unterschiedlich hoher Kurse nicht prozentual, sondern absolut auf den Indexstand aus.

Während bspw. der DAX aufgrund der Kursstände des Vortages jeden Tag seine genaue Zusammensetzung ändert, hat die Kurshistorie beim Dow Jones eben keine Auswirkungen. Dass dieses Verfahren jedoch ebenfalls Nachteile hat, haben wir zuletzt im vergangenen Herbst gemerkt, als die Kursexplosionen bei VW-Aktien für unsinnige Kurssprünge beim DAX gesorgt haben. In der Folge wurde dann ja auch eine Maximalgrenze für die Gewichtung einzelner Titel eingeführt.

Ich denke aufgrund der Geschichte des Dow Jones sollte man sich mit einer Kritik und Forderungen nach Veränderungen zurückhalten. Denn die „geheimnisumwobende“ Indexzusammensetzung (Das Verlagshaus Dow Jones trifft hier die Entscheidung über die Zusammensetzung) macht ja auch ein Stück des Charmes des Index aus.

Wer auf reine Performance setzen will kann sich doch an anderen Indizes wie etwa dem S&P500 sehr gut orientieren. Ich weiß, Börsianer wollen immer gerne eine gewissen Planbarkeit haben, aber auch die überraschenden Entscheidungen wurden in der Vergangenheit gut verkraftet. Von daher wird über kurz oder lang auch im Dow Jones eine Veränderung anstehen. Lassen wir uns doch einfach mal überraschen…

Werfen wir noch kurz einen Blick auf den aktuellen Indexstand: 7.178 Punkte – na das geht doch noch 🙂


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