Von Analysteneinschätzungen, der Schmuckindustrie und dünnem Eis

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Es war eine der Meldungen am Dienstag, die im Zahlengewirr eher unterging. Doch wer sie genau registriert hat, weiß dass das Thema Edelmetall und hier speziell Gold unverändert lukrativ ist. Denn die Nachfrage nach Gold hat zu einer Branchenkonsolidierung geführt.

Ein neues Schwergewicht in der Branche

Der kanadische Bergbauriese Kinross will nämlich den Rivalen Red Back Mining für 7,1 Mrd. Dollar übernehmen. Ziel sei es, so der Konzern, über diesen Zukauf einen strategischen Zugang zu westafrikanischen Goldvorkommen zu erhalten. Fakt ist: Damit würde ein Konzern entstehen, der sich als richtiges Schwergewicht in der Goldbranche ansehen kann.

Kinross würde dann weltweit vor Gold Fields und hinter Barrick Gold, Goldcorp sowie Newmont Mining stehen und will nach Erschließung der Projekte in Ghana und Mauretanien ab 2015 jährlich rund 3,9 Mio. Unzen Gold produzieren. Kinross wäre im Besitz von zehn Minen und vier neuen Projekten in acht Ländern. Allein mit den Goldvorkommen der Red-Back-Mine in Ghana lassen sich künftig bis zu zehn Mio. Unzen Gold herstellen.

Die alten Probleme sind weiter vorhanden

Nach dieser Meldung gab es dann auch ein paar Analystenstimmen zu hören. Unter anderem aus der Rohstoff-Research-Abteilung der Commerzbank. „"Ein kurzfristiges Kollabieren der Preise schließe ich aus. Denn die Branche konsolidiert sich“, wurde seitens einer Agentur Eugen Weinberg, Rohstoffexperte bei der Bank zitiert. Und er sagte noch etwas Interessantes: Seiner Einschätzung nach werden die Goldpreise noch im dritten Quartal wieder steigen.

Ich bin – wie Sie wissen – der gleichen Meinung. Denn wir haben weltweit unverändert eine gehörige Portion an Problemen zu bekämpfen. Denken wir an die gigantischen Schuldenberge – nicht nur in den Euro-Staaten. Oder die Angst vor dem Double-Dip. Gold war, ist und bleibt für realistische Anleger das perfekte Mittel, um sich gegen Inflation abzusichern.

Wie glaubhaft das Gerede vom „Ende der Goldrally“ ist…

Man sollte aber auch Analysten-Kommentare wie etwa „… ein Kursverfall auf unter 1.150 Dollar könnte eine noch schärfere Preiskorrektur zur Folge haben“ genauer betrachten. Was ist denn „schärfer“? Haben wir alle vergessen, dass es noch keine drei Monate her ist, dass wir in Europa wegen der gigantischen Schuldenkrise einen Milliarden-Rettungsschirm aufgezogen haben? Und nun ist alles in Butter und weil der Goldpreis etwas korrigiert, können diverse Charttechniker schon wieder vom Ende der Goldrally reden? Wie glaubhaft soll dies sein?

Ich sage es Ihnen an dieser Stelle noch einmal ganz klar: Nutzen Sie die jüngste Gold-Schwäche als Einstiegschance. Andere tun dies bereits. Die Schmuckindustrie deckt sich gerade sehr gut mit Gold ein. Denn auch diese weiß: Höhere Notierungen sind nur wieder eine Frage der Zeit. Und diese hat man als Gold-Anleger. Denn der Goldpreis hat nämlich nur nominal betrachtet neue Hochs bisher erreicht. Beziehen wir die Inflation mit ein, ist der Goldpreis von seinen Höchstständen noch weit entfernt.

Gold hat langfristig genügend Luft nach oben

Aber können Sie so etwas derzeit in den Medien lesen? Natürlich nicht, schließlich soll die Quartalszahlen-Saison doch alle glücklich machen. Dabei hatte inflationsbereinigt das Rekordhoch bei Gold Anfang der 1980er-Jahre nämlich bei rund 2.400 Dollar gelegen. Sie werden mir wohl recht geben mit der Aussage: Das Edelmetall hat bis dahin wohl noch „etwas“ Luft. Zumal es eine solche Krise wie wir sie erlebt haben und noch erleben, noch nie gegeben hatte.

Man muss kein Börsen-Apokalypse-Fan sein, um sich dies ganz einfach einmal klar zu machen: Die Konjunkturdaten, diverse Volkswirte-Kommentare und nicht zuletzt die Billig-Zins-Politik der Notenbanken machen uns klar, dass wir alle uns unverändert auf einem sehr, sehr dünnen Eis bewegen

Take care,

Ihr Goldfinger


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