Im Fokus: Fuchs Petrolub und der durchwachsene Ausblick

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Zuletzt hatten wir über Fuchs Petrolub im März geschrieben, mit der Überschrift: Fuchs Petrolub: Der Musterschüler will 2010 wieder wachsen

Als Schmierstoffhersteller wurde Fuchs Petrolub mit ganzer Wucht von der Konjunkturkrise getroffen. Das familiengeführte Unternehmen hat aber auch in der Krise das maximal mögliche Ergebnis erreicht: Obwohl der Umsatz von 1,39 auf 1,18 Mrd. Euro gefallen ist, stieg der operative Gewinn (EBIT) sogar leicht von 172 auf 180 Mio. Euro. Es wurde eisern gespart, die Investitionen sanken von 46,6 auf 29,9 Mio. Euro und die Mitarbeiterzahl schrumpfte von 3.855 auf 3.488. Das waren schmerzhafte Einschnitte. Die Firmenleitung wollte aber gut gerüstet in die Krise gehen und hat daher auch die Schulden vollständig abgebaut. Damit ist Fuchs Petrolub schuldenfrei in das neue Geschäftsjahr gestartet. Eine Premiere seit dem Börsengang 1985.

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Heute hat das Unternehmen seine Ergebnisse für das zweite Quartal präsentiert: Ein Rekordergebnis. Denn im zweiten Quartal 2010 hat sich das Umsatzwachstum des Konzerns weiter beschleunigt. So wurden im ersten Halbjahr mit 700,7 Mio. Euro Umsatz 23,0% mehr als im ersten Halbjahr des Vorjahres (569,6) erzielt und damit das Vorkrisenniveau (718,7 Mio EUR im ersten Halbjahr 2008) nur noch um 2,5% unterschritten. Das Umsatzwachstum von 23,0% in den ersten sechs Monaten 2010 war vor allem von den Regionen Asien-Pazifik, Afrika sowie Nord- und Südamerika getragen. Diese Regionen übertrafen nicht nur ihre 2009er, sondern auch ihre 2008er Vergleichswerte deutlich. Auch in Europa setzte sich der positive Wachstumstrend fort.

Der  Konzern erzielte nicht nur eine deutliche Umsatzerhöhung, sondern steigerte darüber hinaus sowohl sein Ergebnis vor Zinsen und Steuern als auch sein Nachsteuerergebnis überproportional. Mit 279,8 Mio. Euro lag das Bruttoergebnis um 35,2% oder 72,9 Mio. Euro über dem des Vergleichszeitraums (206,9). Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) stieg nach Berücksichtigung der sonstigen betrieblichen Erträge und Aufwendungen sowie des Beteiligungsergebnisses um 85,8% auf 123,9 Mio. Euro (66,7). Positiv entwickelten sich auch das Finanzergebnis und die Steuerquote. Das Finanzergebnis verbesserte sich liquiditätsbedingt (-3,0 Mio. Euro gegenüber -4,7 Mio. Euro im Vorjahr), und die Steuerquote war mixbedingt niedriger (28,5% nach 30,5% im Vorjahr). In Folge dessen verdoppelte der Konzern sein Ergebnis nach Steuern im ersten Halbjahr 2010 gegenüber Vorjahr auf 86,5 Mio. Euro (43,1).

Der Ausblick hört sich aber ein wenig durchwachsen an: Die im ersten Halbjahr aufgrund eines Basiseffekts erzielten hohen Umsatz- und Ergebnissteigerungen lassen sich nicht für das Gesamtjahr fortschreiben. Zusätzlich wird die Bruttomarge in den kommenden Monaten aufgrund gestiegener Rohstoffpreise zurückgehen und damit kaum eine Wiederholung des überdurchschnittlich guten Halbjahresergebnisses vor Zinsen und Steuern (EBIT) in der zweiten Jahreshälfte 2010 zulassen. Insgesamt strebt FUCHS an, im Jahr 2010 beim EBIT die Marke von 200 Mio. Euro zu überschreiten und damit das bisher höchste EBIT in der Konzerngeschichte zu erwirtschaften.

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Man darf gespannt sein, wie die Analysten in den kommenden Tagen die Daten kommentieren. Mit einem 2011er KGV von knapp 12 ist die Aktie noch moderat bewertet. Was jedoch schon über dem Zenit ist, wäre das KUV mit 1,64 und das KCV von 9,37. Aber wie wir auch schon des Öfteren gesagt hatten: Langfristige Investments sollte man nicht unbedingt immer vor dem Hintergrund von KUV und dergleichen eingehen…


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