Wie Konjunkturdaten immer schön geredet werden

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wir haben noch immer Quartalszahlen-Saison wie jeder weiß und der DAX ist weiter „im Höhenflug“ – wie ich da im Online-Bereich einer bekannten Finanz-Zeitung jüngst lesen konnte. Und deshalb drehen sich der Markt und die meisten Teilnehmer die Dinge so hin, wie man sie am besten braucht. Ich meine damit die jüngsten US-Konjunkturdaten wie den US-Einkaufsmanagerindex und die US-Bauausgaben. Überall konnte man lesen, dass diese sich besser entwickelt hätten als vorhergesagt.

Zahlen sind ja bekanntlich relativ

Einmal kurz die Fakten: Der besagte Einkaufsmanagerindex im Verarbeitenden Gewerbe ist nicht gestiegen, sondern lediglich nicht so stark eingebrochen wie erwartet. Der Index gilt aber als wichtiger Stimmungsmesser für die Wirtschaftskraft der USA. Nun steht dieser bei 55,5 Punkten – also über der wichtigen Marke von 50 Punkten. Ab Werten von 50 Punkten wird Wachstum signalisiert. Was wir alle aber in den Agenturmeldungen nicht lesen (wollen): Der Index ist bereits seit dem Frühjahr, genauer seit April, am Sinken. Und mit dem aktuellen Wert notiert der Index so niedrig wie seit Dezember 2009 nicht mehr. Hat das mit Wachstum zu tun?

Bei den Bauausgaben das Gleiche: Für Juni meldete das US-Handelsministerium nun ein leichtes Plus von 0,1 Prozent. Der Markt war daraufhin begeistert, denn immerhin hatte man doch ein Minus von 0,6 Prozent erwartet. Wen kümmert es da schon, dass im Jahresvergleich der Monat Juni um satte 8% schlechter da steht? Sieht so ein Aufschwung aus?

Bernanke und der „Optimism made in USA“

Und weil es so schön ist, meldet sich am Tag der besagten Daten-Veröffentlichung auch noch Fed-Chef Bernanke zu Wort und sagt, er sehe eine moderate Konjunkturerholung in den USA. Wenngleich er auch einräumte, dass das Stellenwachstum immer noch ungenügend sei, um die Arbeitslosigkeit zu reduzieren. Ist das „Optimism made in USA“?

Ach ja, und letzte Woche gab es die europäischen Inflationsdaten seitens Eurostat. Die Inflation in der Euro-Zone ist demnach auf 1,7% gestiegen. Damit liegt sie weiterhin unterhalb der Preisstabilitätsnorm der EZB, die eine Teuerungsrate von unter 2,0 Prozent anstrebt. Was wiederum völlig untergegangen ist, ist die Tatsache, dass die Teuerungsrate im Juli auf den höchsten Stand seit mehr als eineinhalb Jahren geklettert ist. Im Juni lag diese bei 1,4%. Rechnen Sie sich mal den prozentualen Anstieg aus. Von Juni auf Juli stieg die Teuerungsrate also um über 20%!

Yale-Ökonom gibt dem Double-Dip eine große Chance

Doch das alles geht im Hype der Super-Quartalszahlen der letzten Tage und Wochen völlig unter. Stattdessen darf man dann immer mehr über die „Gold-Blase“ lesen. Ich hatte Ihnen über diesen Unfug ja erst berichtet. Es gibt unverändert gute und vor allem viele Gründe, nicht (nur) am Aktienmarkt investiert zu sein. Lassen Sie unverändert ein Gold-Investment nicht außer Betracht!

Ein Grund ist unverändert die Schuldenlage in der Euro-Zone und die eben gerade genannten Konjunkturdaten, die wenn man sie nicht schön redet eine klare Sprache sprechen. So sieht es auch Yale-Ökonom Robert Shiller. Er beziffert demnach die Wahrscheinlichkeit, dass die US-Wirtschaft zurück in die Rezession rutscht, auf mehr als 50 Prozent. Und das obwohl es Milliarden-Konjunkturprogramme der Regierung und eine Politik des billigen Geldes seitens der Notenbank Federal Reserve gibt.

Blenden Sie nicht die realen Fakten aus

Aber wie gesagt, solche kritischen Gedanken können Sie derzeit in den (Finanz-)Medien nur bedingt lesen. „An der Börse wird die Zukunft gehandelt“ lautet ja eine Börsen-Weisheit. Diese Zukunft sollte für jeden Anleger aber auch mit einem Investment in Gold verbunden sein.

Vergessen Sie all das Gerede von der „Gold-Blase. Nutzen Sie die aktuellen Kurse zum Einstieg. Langfristig ist Gold eine mehr als lukrative Sache. Denn es ist nun einmal Tatsache, dass auch dieses Edelmetall ein endlicher auf dieser Erde ist, dementsprechend die Goldfördermenge übergeordnet abnehmen dürfte, die Nachfrage aber rund um den Globus (nicht nur seitens der Industrie) nicht geringer werden dürfte und dementsprechend der Goldpreis steigen wird.

Eine ganz einfache Sache. Da sind Faktoren wie Inflation, mögliche Staatspleiten und dergleichen noch gar nicht mit einbezogen. Doch aktuell ist ja die Quartalszahlen-Saison im Fokus der Börse und alles andere wird ausgeblendet. Machen Sie es anders. Folgen Sie eben nicht der großen Anlegerschar und denken Sie weiter voraus. Investieren Sie in Gold. Genau jetzt.

Take care,

Ihr Goldfinger


1 KOMMENTAR

  1. Lese den Blog gerne, aber das fand ich jetzt doch etwas übertrieben:
    „Im Juni lag diese bei 1,4%. Rechnen Sie sich mal den prozentualen Anstieg aus. Von Juni auf Juli stieg die Teuerungsrate also um über 20%!“
    Machen Sie sich ggf. mal die Mühe, von der Seite http://sdw.ecb.int/quickview.do?SERIES_KEY=122.ICP.M.U2.N.000000.4.ANR die durchschnittliche prozentuale Schwankung auszurechnen! Ich denke, die Schwankung Juni/Juli bewegt sich im Durchschnitt.

    Viele Grüße!

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