BHB Brauholding setzt Expansion fort

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[ad#Google Adsense XL-rechts]Über den Brauerei-Neuling am Börsenhimmel – die Ingolstädter BHB Brauholding – haben wir ja schon im Vorfeld des Börsengangs Ende Juni berichtet. Damals schrieben wir:

Alles in allem dürften Fans von Nebenwerten also durchaus ihre Freude an BHB haben. Große Zeichnungsgewinne darf man zwar nicht erwarten, aber dafür eine langfristig solide Beimischung fürs Depot. Der deutsche Biermarkt wird künftig immer öfter durch regionale Champions angeführt. Bundesweite Marken verlieren an Interesse. Von daher dürfte man mit BHB genau zur richtigen Zeit an den (Aktien-)Markt kommen.

Am 8. Juli folgte dann die Erstnotiz mit 2,80 Euro auf dem Ausgabepreis. In den folgenden Wochen fiel der Kurs in München bis auf 2,50 Euro. Inzwischen notiert er wieder leicht darüber.

Halbjahreszahlen zeigen Verbesserung

Die vergangene Woche vorgelegten Halbjahreszahlen (pdf) zeigten eine Verbesserung der Ertragslage. Der Umsatz blieb zwar mit 7,4 Mio. Euro leicht unter dem Wert des Vorjahreszeitraums (7,43 Mio. Euro) zurück. Das Betriebsergebnis EBIT konnte dagegen mit 126.000 Euro einen Gewinn ausweisen, nach einem Verlust von -19.000 Euro im Vorjahreszeitraum. Das Unternehmen begründete dies mit reduzierten Material- und Personalkosten sowie niedrigeren sonstigen betrieblichen Aufwendungen. Nach Abzug des Finanzergebnisses ergab sich ein Vorsteuerergebnis in Höhe von 105.000 Euro nach einem Verlust von -66.000 Euro im Vorjahreszeitraum. Außerordentliche Aufwendungen für den Börsengang in Höhe von rund 103.000 Euro sowie Ertragsteuern führten zu einem ausgeglichenen Ergebnis von -5.000 Euro (Vorjahr: -62.000 Euro) im ersten Halbjahr 2010.

Sommerhitze treibt Absatz

Vorstand Gerhard Bonschab zeigte sich ob der Zahlen zufrieden und optimistisch: „Vor allem in den zurückliegenden Wochen konnten wir nicht zuletzt durch die heißen Temperaturen gute Absatzzahlen bei unseren Weißbierspezialitäten und den alkoholfreien Getränken verzeichnen.“ Dabei erhöhten sich die Absatzzahlen im ersten Halbjahr insgesamt um 1,2 Prozent auf insgesamt 99,3 tHl. Dabei erzielte die BHB Brauholding bei den eigenproduzierten Getränken einen Anstieg von 1,7 Prozent auf 90,1 tHl. Angesichts dessen äußerte sich auch Vorstand Franz Katzenbogen zuversichtlich für das weitere Jahr: „Wir sind optimistisch, dass wir trotz des angespannten Marktumfelds für Brauereien unsere Ziele erreichen werden. Durch den Börsengang konnten wir bereits unsere Bilanzstruktur optimieren und die Finanzierungskosten reduzieren. Gleichzeitig wollen wir den Emissionserlös in das weitere Wachstum investieren und damit unsere Marktstellung in der Mitte Bayerns ausbauen.“

Expansion wird fortgesetzt

Den besagten Ausbau der Marktstellung kündigte BHB Brauholding nun heute an. Über die Tochtergesellschaft Herrnbräu wurde eine strategische Partnerschaft mit der Privatbrauerei Leitner Bräu GmbH & Co. KG mit Sitz in Schwabach geschlossen, wodurch sich die BHB Brauholding die Marken- und Vertriebsrechte der Leitner Bräu sichert. Leitner Bräu befindet sich seit Jahrhunderten im Familienbesitz und verfügt mit ihren Bieren über eine starke Marktstellung im Raum Schwabach (südlich von Nürnberg gelegen) und ist unter anderem in zahlreichen gastronomischen Betrieben vertreten.

[ad#Google Adsense XL-links]Neben den Marken- und Vertriebsrechten wird die Herrnbräu künftig die Mitarbeiter in Schlüsselpositionen der Leitner Bräu übernehmen. BHB-Vorstand Franz Katzenbogen sieht in diesem Schritt die Unternehmensstrategie bestätigt: „Wir zeigen damit erneut, dass wir mit der BHB Brauholding AG über eine starke Plattform verfügen, um die aktive Rolle im Konsolidierungsprozess der Brauereilandschaft auch mit Leben zu füllen. Wir bündeln damit neben der Gritschen- und Ingobräu eine weitere starke Marke unter dem Dach der BHB Brauholding AG. Zugleich erweitern wir unser Absatzgebiet im südlichen Nürnberger Land.“ Auch Vorstandskollege Gerhard Bonschab zeigt sich zuversichtlich: „Wir können künftig die Absätze der Leitner Biere über unsere etablierten Vertriebskanäle ausbauen. Zudem erweitern wir den Kundenkreis auch für unsere alkoholfreien Getränke.“

Bestehen Kurschancen?

Nach dem deutlichen Kursrückgang nach dem Börsengang notiert die BHB-Aktie bei 2,56 Euro mit einem 2011er KGV von 23. Basis ist der von GBC Research (Studie, pdf) erwartete Gewinn von 11 Cent je Aktie. Damit ist der Wert sicher nicht mehr günstig. Dennoch könnte durch den heißen Sommer und die neue Vertriebskooperation das Ergebnis noch deutlich verbessert werden. Etwas mehr Klarheit dürften die kommenden Wochen bringen. Wer sich noch etwas intensiver mit der BHB Brauholding auseinandersetzen möchte, sei auf ein Interview von Matthias Schrade mit dem BHB-Vorstand Franz Katzenbogen im nebeneffecten-blog (mp3, ~7min) verwiesen.


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