Im Fokus: Royal Bank of Scotland “London bitte wieder kommen – wir haben erneut ein Problem!”
26. Februar 2009 von Manfred Weide | kein Kommentar
Also ehrlich, da kann man wirklich nur den Kopf schütteln, wenn man(n) die Nachrichten von der Insel hört. Die bereits eh schon verstaatlichte britische Großbank Royal Bank of Scotland (RBS) muss nämlich noch einmal auf Staatshilfen zurückgreifen. Warum? Ganz einfach: Sie hat mal eben “wie erwartet” im abgelaufenen Fiskaljahr einen milliardenschweren Verlust erlitten.
Die puren Zahlen: Ein Vorsteuerverlust von 8,13 Mrd. Britischen Pfund (GBP), nach einem Vorsteuergewinn von 8,96 Mrd. GBP im Vorjahr. Inklusive hoher Goodwill-Abschreibungen lag der Nettoverlust im abgelaufenen Fiskaljahr bei 24,05 Mrd. GBP, nachdem im Vorjahr ein Nettogewinn von 6,82 Mrd. GBP ausgewiesen worden war.
Also für Euro-Fans: Ein Minus von über 26 Mrd. Euro… Wow… und das beste, im Vorfeld hatte die Royal Bank of Scotland für das abgelaufene Fiskaljahr einen Verlust in Höhe von bis zu 28 Mrd. GBP in Aussicht gestellt. Also – die haben sogar ihre eigenen Erwartungen “schlagen” können. Gratulation!
Und weil man auch in Zukunft “solide” rumbankern will, geht man nun zu Vater Staat und sagte “Daddy, ich brauch wieder ein bisschen Geld” (ich hab da immer die Szene von den Bundys in der Erinnerung…) Und Daddy zahlt.
Unter Bankern heißt das aber anders. “Angesichts der weiterhin schwierigen Gesamtsituation an den internationalen Kapitalmärkten wird sich die Royal Bank of Scotland an dem von der britischen Regierung angebotenen zweiten Bankenrettungspaket beteiligen.” Klingt gut. Und weiter…. “gleichzeitig hat sich das Kreditinstitut verpflichtet, künftig auf die in Anspruchnahme von Verlustvorträgen zu verzichten.” Auch das finde ich nett… Und dafür bekommt man dann 13 Mrd. Pfund.
Also ich gehe jetzt gleich zu meiner Bank oder besser zu Angie und Peer nach Berlin, will da ne 20fache Abwrackprämie für den BMW meiner Frau, verspreche aber gleichzeitig, nicht wieder mit der neuen Karre an die Wand zu fahren… ob das klappt?
Na gut.. zurück zur RBS. Deren Chef, Stephen Hester, gab dann ebenfalls noch ne interessante Äußerung von sich: Man wolle sich künftig wieder verstärkt auf das Kerngeschäft konzentrieren. Frage: Was haben die dann bisher gemacht? Waffenschmuggel? Drogengeschäfte oder Glücksspiel? Gut dass ich gestern das neue Pdf “RBS Zertifikate” erhalten habe, da macht es doch richtig Spaß, mit einem solchen sicheren Emittenten zu traden. Quasi Bungee-Springen – nur ohne Seil .. oder so ähnlich…
An dieser Stelle einmal ohne Zynismus gesagt: Lasst erst einmal die Finger weg von Bank-Aktien. Das Ganze ist nach wie vor viel zu heiß. Und speziell auf die RBS-Aktie bezogen, in den Worten von Mark Roberts, Analyst der Société Générale: RBS – sell.
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Info zum Beitrag
geschrieben am Donnerstag, den 26. Februar 2009 um 15:50 Uhr
Kategorien: Marktgeschehen
Tags: Bad Bank, Bankaktien, Banken, Börsencrash, Finanzkrise, Großbritannien, Royal Bank of Scotland







