Heard in New York: Bernanke schickt die Märkte in den Keller, Dow Jones gibt fast 110 Punkte nach, eBay überrascht positiv
21. Juli 2010 von Redaktion | kein Kommentar
Eigentlich sah es ja nach einem guten Handelstag aus. Die Berichtssaison kommt allmählich richtig in Fahrt und die Zahlen sind teils sehr vielversprechend. Im Handelsverlauf platzte dann Ben Bernanke mit einer Rede vor dem Banken-Senatsausschuss herein. Dabei wies er daraufhin, dass der Ausblick für die Wirtschaft in den USA weiterhin “außergewöhnlich unsicher” bleibe. An den billigen Zinsen will man daher auf “längere Zeit” festhalten und auch sonst halte die Fed ihr Waffenarsenal beisammen. Die Sorge um die US-Wirtschaft konnte mit diesen Ausführungen jedenfalls nicht verringert werden, denn sofort büßte der Dow Jones seine gesamten Gewinne ein und fiel um über 100 Punkte. Am Ende gab der amerikanische Leitindex 1,1 Prozent auf 10.120 Punkte nach. Der S&P 500 verlor 1,3 Prozent und die NASDAQ 1,6 Prozent.
Morgan Stanley kann wieder Gewinne ausweisen
Nach JP Morgan gelang heute auch Morgan Stanley eine Überraschung. Auch diese Bank konnte wieder einen Gewinn erzielen und zwar gleich 1,58 Mrd. Dollar bzw. 1,09 Dollar je Aktie. Der Gewinn aus dem fortgeführten Geschäft wurde mit 80 Cents je Aktie beziffert. Die Erwartungen hatten weit darunter gelegen. In der Folge gewann die Aktie von Morgan Stanley rund 6,3 Prozent auf 26,80 Dollar. Trotz der düsteren Aussichten für die US-Wirtschaft, bleiben die Gewinne der Banken weiterhin überdurchschnittlich. Durch die heute in Kraft getretene Finanzmarktreform werden die Banker doch weniger belastet, als zuvor befürchtet worden war. Insofern blicken die Banken, bis auf Goldman Sachs, derzeit rosigen Zeiten entgegen. Goldman ist derzeit im Visier aller Kritiker und wird daher wohl noch einige Zeit Negativschlagzeilen machen, auch wenn die Bank in einigen Jahren deutlich gestärkt aus der Krise hervorgehen wird.
Coca-Cola kann Gewinnerwartungen schlagen
Die Ertragsstärke des weltgrößten Softdrink-Herstellers bleibt auch im Mitte 2010 unverändert. Coca-Cola konnte seinen Umsatz auf 8,67 Mrd. Dollar steigern und den Nettogewinn nach Anteilen Dritter auf 2,37 Mrd. Dollar bzw. 1,02 Dollar je Aktie verbessern. Das bereinigte EPS gab man mit 1,06 Dollar an, womit die Erwartungen geschlagen wurden. Wie bereits im Vorfeld geschrieben, bleibt Coca-Cola damit unverändert die Nummer Eins, sehr zur Freude der Aktionäre. Im Handelsverlauf gewann die Aktie rund 1,6 Prozent auf 54,08 Dollar.
US Airways kann Gewinn kräftig steigern
Nachdem Branchenführer Delta Air Lines zu Wochenbeginn bereits einen Vorgeschmack auf das Geschäft mit Flugreisen gegeben hat, setzte heute nun US Airways nach. Die Fluggesellschaft hat im zweiten Quartal einen deutlich höheren Gewinn (EPS vor Einmaleffekten: 1,34 Dollar) erzielt als erwartet. Daneben konnte auch der Umsatz mit +19 Prozent auf auf 3,17 Mrd. Dollar kräftig gesteigert werden. Auch für das Gesamtjahr zeigt man sich nach sechs Monaten deutlich optimistisch. Die Aktie der US Airways Group gewann am Ende 3,3 Prozent auf 9,21 Dollar.
eBay überrascht positiv
Positive Nachrichten gab es am Abend dann noch von eBay. Hier konnten Gewinn um 26 Prozent und Umsatz um 6 Prozent gesteigert werden. Damit wurden die Erwartungen geschlagen. Auch der wegen der Dollar-Stärke leicht gesenkte Ausblick tat der guten Laune keinen Abbruch. Die eBay-Aktie schloss heute bei 20,17 Dollar. Nachbörslich legt der Titel rund 4 Prozent zu.
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geschrieben am Mittwoch, den 21. Juli 2010 um 22:35 Uhr
Kategorien: Heard in New York
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