Rückblick: Das war bisher nichts mit Leonardo Venture…

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Tja, so ist das mit “Empfehlungen”. Auch wir Journalisten werden vor Fehl-Einschätzungen nicht geschützt. Bestes Beispiel ist unser Beitrag “Leonardo Venture – Aktie im Sonderangebot” aus dem Februar.

Da hatten wir wohl ein wenig zu positiv geschrieben. Wir hatten damals bei einem Kurs von 1,02 Euro geschrieben: Die Aktie von Leonardo Venture wurde an der Börse in den zurückliegenden Wochen viel zu stark abgestraft und ist infolgedessen ein aussichtsreicher Rebound-Kandidat. Anleger sollten bei Kursen von bis zu 1,12 Euro einsteigen.

Und nun muss ich an dieser Stelle schreiben, dass es für das Unternehmen überhaupt nicht gut gelaufen ist, und die Aktie dementsprechend noch weiter abgestraft wurde. Aktuell notiert sie bei unter 0,70 Euro. Und wie es weitergeht? Gute Frage. Als Journalist kann ich diese Frage nur schwer beantworten. Ich möchte sie einfach (indirekt) mit der letzten Ad-hoc-Meldung des Unternehmens beantworten…

Mannheim, 01.07.2010 – Die Leonardo Venture GmbH & Co. KGaA gibt bekannt, dass ihr Portfolio-Unternehmen GROHNO-Guss GmbH am 30. Juni 2010 Insolvenz beantragt hat. Die Bestätigung der Anmeldung ging Leonardo Venture am späten Vormittag des 1. Juli 2010 zu. Infolge dessen wird die Gesellschaft ihr Engagement an dem Unternehmen vollständig wertberichtigen. Insgesamt war nur die erste Teilzahlung in Höhe von 200.000 Euro an das Unternehmen geflossen.
Leonardo Venture hatte sich im Dezember 2009 an GROHNO-Guss beteiligt und seinerzeit finanzielle Mittel in Höhe von 400.000 Euro zugesagt. Diese sollten in zwei Tranchen ausgezahlt werden. Da GROHNO-Guss den gesetzten Meilenstein für die Auszahlung der zweiten Teilzahlung von 200.000 Euro nicht erreicht hat, wurden diese Mittel nicht ausgezahlt.

Um das Risiko aus dieser Beteiligung zu begrenzen, hatte Leonardo Venture erstmals mit Co-Investoren zusammengearbeitet – unter anderem halten die KfW und der High Tech-Gründerfonds eine Beteiligung an dem Unternehmen. Die Prüfung des Meilensteins und des erreichten Status hat nun ergeben, dass der weitere Finanzierungsbedarf in keiner ausgewogenen Relation zum ursprünglich prognostizierten Marktpotenzial steht. Zudem konnte das Management von GROHNO-Guss keine positive Fortführungsprognose geben und wird zugesagte weitere Finanzmittel nicht bereit stellen. Aus diesem Grund wird auch Leonardo Venture keine weiteren Mittel in das Unternehmen investieren.


2 KOMMENTARE

  1. Ich glaube, dass niemand ein Problem damit hat, wenn man einmal mit seinen Aktien-Empfehlungen daneben liegt. Egal ob der Empfehlungsgeber ein Journalist oder ein Bankberater ist.

    Das Problem – insbesondere bei der Bankberatung – fängt erst dann an, wenn Risiken heruntergespielt werden oder dem Kunden Anlageprodukte aufgedrückt werden, die er nicht verstehen kann.

    Als Beispiel möchte ich hier offene Immobilienfonds nennen. Lange Zeit (und zum Teil bis heute) werden offene Immobilienfonds als sichere Geldanlage verkauft. Inzwischen müsste jeder verstanden haben, dass sie das nicht sind. Dazu kam natürlich, dass kaum einem Kunden erklärt wurde, was da genau innerhalb eines offenen Immobilienfonds passiert.

  2. @petereins: Da ist was Wahres dran.
    Aber ich finde, jeder muss sich auch bei Geldanlagen informieren wie er es im täglichen Leben auch macht. Für einen Staubsauger läuft jeder in dutzende Elek-Märkte und vergleicht, bei Geldanlagen glauben viele gleich dem ersten Jogi. Ist doch komisch. Und dies ist auch nach Lehman noch der Fall. Es hat sich nicht viel geändert…Leider.

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