Personalabbau by Mobbing

0

Bin gerade bei turi über dieses Video gestolpert. Darin erklärt Gernot Schieszler, stellvertretender Generaldirektor der Telekom Austria, am Capital Market Day am 29. Januar wie man Beamte zum Ausscheiden aus dem Konzern bewegen will.

Wem der Text jetzt zu schnell ging hier nochmal die Highlights auf deutsch (Freihand übersetzt) und zum lesen: „Unsere Aufgabe ist es, ein Telekommunikationsunternehmen wertsteigernd zu führen, und nicht, die Gärten alter Damen umzugraben. Daher haben wir entschieden, Mitarbeiter aus dem Prozess herauszunehmen. Wenn es nicht möglich sein sollte, diese Mitarbeiter umzuschulen oder in andere Kernbereiche des Unternehmens zu schicken, fangen wir an, sie daheim sitzen zu lassen. Für 4 Monate. Oder 6 – 8 Wochen. Die erste Zeit wird das ganz angenehm sein. Im Februar wollen wir die Mitarbeiter dann anrufen. Dann werden die Leute am Telefon sagen, dass sie krank sind. Dann wird der Arzt kommen und wenn er feststellt, dass sie nicht krank sind werden wir sie verklagen. Das wird dazu führen, dass einige Mitarbeiter mehr das Angebot des „Golden Handshake 2009″ annehmen.“

Ein wenig erinnert das an die Taktik, die man auch schon von der Post gehört hat: Leute in ein Büro zu setzen, ohne PC oder Telefon. Ohne Aufgabe. Aber mit Anwesenheitspflicht.

(Update:)
Das Ganze geistert übrigens mittlerweile auch durch die Presse:

Youtube-Skandal in Österreich (Basler Zeitung)

Die miese Masche der Telekom Austria (taz)

Gestern bereits hat Telekom Austria reagiert und eine Erklärung veröffentlicht:

Telekom Austria TA AG weist jegliche Vorwürfe, die im Zusammenhang mit einem Video auf Youtube entstanden sind, auf das Schärfste zurück. Im Zuge der Personalrestrukturierung wurden umfangreiche Vorkehrungen getroffen, um den Personalabbau möglichst sozial zu gestalten. Mitarbeiter, die vom Abbau betroffen sind, bekommen im Rahmen eines Sozialplanes attraktive Golden Handshakes, Vorruhestände, Karenzierungen und in einer Arbeitsstiftung Weiterbildung und Jobvermittlung angeboten. Mitarbeiter, die diese Angebote nicht annehmen, werden bei fast vollen Bezügen vom Dienst frei gestellt.

Jobcoaches begleiten alle betroffenen Mitarbeiter. Darüber hinaus steht mit Hilfe des Wiener Kriseninterventionszentrums allen Mitarbeitern professionelle anonyme Beratung zur Verfügung. Zusätzlich wurde mit dem Leiter des sozialmedizinischen Zentrums Wien, Herrn Prof. Michael Kunze, eine Vereinbarung über ein unabhängiges sozialmedizinisches Auditing getroffen. Herr Prof. Kunze überprüft die sozialmedizinische Verträglichkeit aller mit dem Jobabbau in Zusammenhang stehenden Maßnahmen.

Laut dem Kurier wurde Schieszler inzwischen die Zuständigkeit für Personalfragen entzogen. Was ja auch nicht verwundert…


TEILEN

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here