Die Meinungen zu Gold gehen (wie immer) sehr auseinander

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„Nein, ich mag nicht mehr“. So in etwa kann man die Aussagen interpretieren, die wir zum Wochenauftakt aus Ungarn hören konnten. Das Nachbarland von Österreich hat doch glatt weitere Sparmaßnahmen abgelehnt und hat daher seine Kreditgespräche mit IWF und der EU auf Eis gelegt.

So kann man auch seine Finanzprobleme lösen bzw. in (weite?) Ferne rücken. Doch so etwas hört man am Markt gar nicht gerne. Vor allem nicht bei unseren Nachbarn in Österreich. Da sind zum Wochenauftakt nach dieser Nachricht erst einmal die emotionalen Schalosien runtergegangen.

Österreichs Banken sind nervös

Der ATX rutschte in der Spitze über 2% ab. Ein Wunder, schließlich gehören die österreichischen Banken zu den großen Kreditgebern in Osteuropa. Und wenn sich dort die wirtschaftliche Situation der Region verschlechtert, schlägt sich dies automatisch in ihren Büchern wieder, denn es müssen höhere Rückstellungen für faule Kredite gebildet werden.

Ja – da kann so eine „Kein-Bock-Haltung“ der Ungarn einen schon nervös machen. Und spätestens bei solchen Meldungen sollte man dann mal wieder an sein persönliches Vermögen und dessen langfristige Sicherung denken. Ich bin mir sicher, dass dies auch in Österreich ein wichtiges Thema ist. Komisch in diesem Zusammenhang ist nur, dass genau in der letzten Woche sich diverse Banker aus dem Alpenland zu diesem Thema bzw. zum Gold geäußert haben. Meiner Ansicht nach in einer gewissen Art und Weise, wo ich nur sagen kann „wir werden sehen…“

Manch´ Alpenland-Banker sieht ein Gold-Blase…

Ich spreche vom Vorstand der Raiffeisenlandesbank Niederösterreich, Gerhard Rehor. Der wird in einem Interview zitiert mit den Worten „Hände weg von Gold“. Und das genau ein paar Tage bevor wir in Deutschland wiederum in einer Commerzbank-Studie lesen können, dass Investoren nun offenbar befürchten, Ungarn drohe ohne die weitere Unterstützung durch IWF und EU die Zahlungsunfähigkeit.

Der besagte Banker ist nun laut dem österreichischen Zeitungsbericht der Meinung, dass man beim steigenden Goldpreis Anzeichen für eine Blase sehe und rät daher von Gold-Investitionen ab. Noch besser: Gold sei nach wie vor eines der spekulativsten Instrumente überhaupt. Nach dem mehrjährigen Höhenflug sollte man beim Goldpreis durchaus skeptisch sein: "Blasen sehen genauso aus", sagt Rehor weiter. Dass Gold erstmals seit vielen Jahren die Erwartungen der spekulativen Anleger erfüllt habe, liegt für den Austria-Banker an einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung. "Weil alle glauben, dass Gold ein sicherer Hafen ist, ist es ein sicherer Hafen geworden."

Die Wertentwicklung spricht eine andere Sprache

Ich bin weiterhin der Meinung, dass jeder Mensch seine Ansicht publizieren und äußern darf. Wann und wo immer er will. Man sollte sich aber auch seiner Verantwortung bewusst sein. Vor allem als Banker, dessen Äußerung gerade bei Kunden stets oft im Fokus stehen. Ich kann es daher nur bedingt nachvollziehen, was ich da jüngst lesen konnte.

Vor allem wenn ich mir die „beeindruckenden“ Vergleiche der Wertentwicklung verschiedener Indizes gegenüber dem Gold in den letzten Jahren anschaue. Da kann ich nicht von „Spekulation“ bei Gold reden. Es ist vielmehr der einfache Wunsch eines jeden darin investierten Anlegers nach Sicherheit. Ganz einfach.

So sieht das auch Ronald-Peter Stöferle. Ebenfalls ein Österreicher und der Goldexperte bei der Erste Group in Wien. Der jährlich erscheinende Goldreport von ihm gilt mittlerweile weltweit als Standardwerk für Investitionen in das Edelmetall. Er sieht Gold, wie ich auch, als einzige Vermögensklasse an, die sich sowohl in einem inflationären als auch deflationären Szenario nachhaltig behaupten kann.

Gold steht vor einer neuen Phase des Bullenmarktes

Zum Thema Gold und Anlagenblase hat Stöferle auch eine Meinung, der ich mich nur anschließen kann. Ich zitiere einmal aus einem Interview: „Unterscheiden Sie zwischen Bubble und Bullenmarkt. Derzeit sind knapp 0,8 Prozent des weltweiten Finanzvermögens in Gold, Goldaktien und börsennotierten Goldfonds angelegt. 1932 lag die Quote bei 20 Prozent, im letzten Bullenmarkt Anfang der Achtzigerjahre bei 26 Prozent. Stiege die Quote auf zwei Prozent, dann bedeutete das zusätzliche Nachfrage von 85.000 Tonnen oder der Minenproduktion von knapp 34 Jahren.“

Um es auf den Punkt zu bringen: Solche Nachrichten, wie die aus Ungarn schaffen am Kapitalmarkt nicht gerade nachhaltiges Vertrauen und werden den Drang der breiten Anlegerschaft nach Gold nicht verringern. Nicht nur deshalb steht das Gold vor einer neuen Phase des Bullenmarktes, die in einen extrem steilen Preisanstieg münden wird. In diese wird noch lange anhalten. Von einer Spekulationsblase kann da (bisher) nicht die Rede sein.

Take care,


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