Heard in New York: US-Verbraucherstimmung bricht ein – und mit ihr die Wall Street

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Einmal mehr waren es schwache Konjunkturdaten, die den Anlegern an der Wall Street vor dem Wochenende so richtig die Stimmung verhagelten. Die anfänglich nur leichten Verluste weiteten sich nach der Veröffentlichung der Verbraucherstimmung immer mehr aus. Am Ende notierte der Dow Jones mit einem Abschlag von 2,57 Prozent bei 10.094 Punkten. Der S&P 500 verlor sogar 2,89 Prozent auf 1.065 Zähler.

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Es war wie so oft in letzter Zeit, wenn der Handel an einem Freitag schwach begonnen hatte. Auch diesmal traute sich keiner, vor dem Wochenende zuzugreifen. Nix wie raus! Nur keine Risikopapiere übers Wochenende im Depot. Keine Frage, die Lage ist und bleibt wackelig. Dies zeigt auch ein Blick auf den Volatilitätsindex VIX, der einen kräftigen Sprung nach oben auf 27 Prozent machte.

US-Verbraucherstimmung rutscht ab

Maßgeblich verantwortlich für die herben Kursverluste war die Verbraucherstimmung der Uni Michigan, die sich im Juli unerwartet deutlich eingetrübt hat. Wie die Universität Michigan mitteilte, lag der Index des Verbrauchervertrauens im Juli nur noch bei 66,5 Punkten, nach einem Stand von 76,0 Zählern im Vormonat. Volkswirte hatten zuvor lediglich einen leichten Rückgang auf 74,5 Punkte prognostiziert. Dieser unerwartet heftige Rückgang nährte natürlich wieder die Konjunktursorgen.

Bankaktien massiv unter Druck

Aber das war nicht das einzige, was die Stimmung belastete. Bankaktien standen zum Wochenschluss mächtig unter Beschuss und verzeichneten die deutlichsten Einbußen seit Mitte Mai. Dabei waren die Quartalszahlen, die Citigroup und Bank of America präsentierten, noch nicht einmal schlecht. Beide übertrafen die Gewinnerwartungen. Vielmehr war es die gestern vom Senat beschlossene US-Finanzmarktreform, die für Verunsicherung sorgte.

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Die Bank of America erwartet durch die Reform im Konsumentengeschäft allein bis Ende 2011 Mindereinnahmen von rund 10 Mrd. Dollar. Außerdem rechnet das Unternehmen im Kreditkartensegment für das laufende dritte Quartal mit Abschreibungen in Höhe von 7 bis 10 Mrd. Dollar. Da verwundert es wenig, dass die Aktie der Bank of America mit einem Abschlag von 9 Prozent aus dem Handel ging.

Erste Enttäuschungen in der Berichtssaison

Damit aber nicht genug. Nachdem die Berichtssaison wirklich verheißungsvoll begonnen hatte, gab es nun die ersten Enttäuschungen. Zum einen Google: Der Internetkonzern lag beim Umsatz knapp über den Prognosen, verfehlte aber die Gewinnerwartungen. Bei General Electric war es genau umgekehrt. Hier war der Gewinn besser als erwartet, dafür lag der Umsatz relativ deutlich unter den Schätzungen. Auch hier waren deutliche Verluste die Folge: Die GE-Aktie verlor knapp 5 Prozent, die Google-Aktie sogar fast 7 Prozent.

In der kommenden Woche geht die Berichtssaison mit Hochdruck weiter. Dann stehen unter anderem die Ergebnisse von IBM, Apple, Nokia, Microsoft an. Und darüber hinaus viele mehr. Wir dürfen gespannt sein.


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