Aktienmarkt in den USA teurer als der DAX

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Bildquelle: dieboersenblogger.de

Liebe Leserin, lieber Leser, kennen Sie das Theaterstück „Warten auf Godot“? Grob gesagt geht es um zwei Personen, die auf einer Bühne auf einen „Godot“ warten, der aber während des gesamten Stückes nicht auftaucht. So, oder so ähnlich müssen sich doch die Crash-Propheten fühlen, wenn ihre Thesen über einen baldigen Zusammenbruch des Aktienmarktes immer wieder von den Bullen überrannt werden. Dabei gibt es wirklich ausreichend Argumente, die gegen die aktuelle Börsenhausse und vor allem deren Fortsetzung sprechen. Eins davon ist das relativ hohe Kurs-Gewinn-Verhältnis, oder kurz KGV, in Amerika.

KGV in Amerika historisch teuer

Das KGV im marktbreiten S&P500 liegt aktuell bei 18 und damit 4 Punkte über dem langjährigen Durchschnitt. Einfach formuliert: Der S&P500 ist aktuell „teuer“, wenn man dieser Argumentation folgen möchte.

Was teuer ist kann noch teurer werden

Wie viele von Ihnen wissen, bin ich bei Diskussionen über „teuer“ und „preiswert“ immer etwas skeptisch. Das funktioniert noch nicht mal außerhalb der Börse so richtig. Denn was der eine als teuer ansieht, ist für den anderen durchaus einen Kauf wert. Hier scheint ein kleiner Seitenhieb auf Apple-Produkte angebracht. Der eine sagt, diese Dinge seien „teuer“, die anderen kaufen es eben, weil es ihnen „preiswert“ erscheint.

Und gerade an der Börse gilt: Was teuer ist, kann noch viel teurer werden. Im Notfall ändert man einfach das Bewertungssystem, bis die Aktien wieder „preiswert“ sind.

Wie teuer wird der S&P500 noch?

S&P 500 Kursziel trotz KGV in Amerika bei 18
S&P 500-Chart P&F

Und jetzt kommt die Point & Figure Charttechnik mit ihren berechenbaren Kurszielen ins Spiel. Konkret:

Der S&P500 weist aktuell in meiner favorisierten Einstellung von 20 Punkten pro Kästchen aktuell ein durch den Rücksetzer und die erneute X-Spalte aktiviertes und bestätigtes Kursziel von 2780 Punkten auf. Konkret: Wir haben jetzt – nach der bisherigen Hausse – immer noch rund +6,5% „Luft“.

Hört sich gut an…aber

Aber auch in er schmackhaftesten Suppe findet sich bisweilen ein Haar. Und das macht es Neueinsteigern in den Index nicht leicht.

Charttechnisch ergibt sich aus dem Point & Figure Chart ein Stopp bei 2380 Zählern. Und das ist mit rund 240 Punkten verdammt weit weg. Konkret:

Das Risiko ist für einen Neueinsteiger in den S&P500 damit größer als das, was es noch bis zum Kursziel zu verdienen gibt.

DAX deutlich günstiger

DAX mit Kursziel
DAX-Chart P&F

Hier lautet das aktuelle Kursziel auf 16.800 Punkte. Meine gesonderte DAX-Analyse können Sie hier nochmals nachverfolgen: „Anschnallen Trader! DAX: 13.200…Ziel dann 16.800!

Und was noch wichtiger für das Trading im DAX (ISIN DE0008469008 | WKN 846900) ist: Der charttechnische Stopp liegt bereits bei Unterschreiten der 12.800 Zähler. Hier braucht es keine höhere Mathematik, um zu erkennen, dass wir hier ein weitaus besseres Chance-Risiko-Verhältnis als im S&P500 vorfinden.

Mein Fazit: Nun mag man die genannten Kursziele nicht ernst nehmen…sie sind aber nun einmal da. Deswegen lautet mein Fazit:

Wer jetzt Aktien kaufen möchte, sollte sich im DAX umschauen. Hier trifft eine charttechnisch risikoärmere Situation auf eine fundamental günstigere Lage. Schließlich liegt das KGV in Amerika bei 18 und im DAX „nur“ bei 14.

Ihr Jörg Mahnert von www.xundo.info (Alles rund um Point & Figure und die Börse)

 

 

Dieser Beitrag von Jörg Mahnert wurde von trading-treff.de zur Verfügung gestellt. Dort gibt es Analysen, Wissen und Emotionen zum Trading.

Jörg Mahnert ist eit nunmehr 28 Jahren im Bereich Trading und Investment tätig. Seit 2001 macht er die in Deutschland zu Unrecht vernachlässigte Methodik Point&Figure-Charttechnik bekannt und veröffentlicht seine Analysen auf seiner Seite XundO.info und auf einigen etablierten Finanz-Portalen.

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die CASMOS Media GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

Bildquellen: Trading-Treff.de / dieboersenblogger.de


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