Bildquelle: Pressefoto Nordex

Die Zeichen waren gewissermaßen an der Wand, als der große Nordex-Konkurrent Vestas (WKN: 913769 / ISIN: DK0010268606) vorige Woche enttäuschende Quartalszahlen (und angepassten Ausblick) vorlegte und der Kurs der Vestas-Aktie daraufhin eingebrochen war. Nun war also Nordex (WKN: A0D655 / ISIN: DE000A0D6554) dran mit der Veröffentlichung der 9-Monats-Zahlen – und auch da sah es nicht gerade gut aus.

Hier die Eckdaten: Der Umsatz lag bei Nordex in den ersten neun Monaten 2017 bei rund 2,32 Mrd. Euro. Gegenüber den rund 2,34 Mrd. Euro im Vorjahreszeitraum war das angesichts des schwierigen Marktumfelds noch ok (Veränderung von -0,9%). Ich hatte mehrfach darauf hingewiesen, dass die schwache Seite bei Nordex die Auftragseingänge sind. Denn die Umsätze beziehen sich auf bereits erhaltene Aufträge – zuletzt kamen aber gewissermaßen nur noch deutlich weniger neue Aufträge rein (und das sind die zukünftigen Umsätze!).Nordex-Chart: boerse-frankfurt.de

Auftragseingänge mit deutlichem Minus gegenüber dem Vorjahr

Und leider bleibt dieser Punkt die schwache Seite bei Nordex. Natürlich, das Unternehmen veröffentlicht immer gerne, wenn es einen schönen neuen Auftrag gibt. Die Addition der Auftragseingänge zeigt aber: Das Volumen an neuen Aufträgen erreichte in den ersten neun Monaten die Summe von 1,108 Mrd. Euro. Das ist ein erheblich niedrigerer Wert als im entsprechenden Vorjahreszeitraum (rund 2,169 Mrd. Euro) – ein Minus von 48,9%! Das ist schon eine dramatisch schlechte Entwicklung. Dies gekoppelt mit einem drastischen Rückgang des Gewinns sieht gar nicht gut aus.

Immerhin schreibt Nordex noch schwarze Zahlen. In den ersten neun Monaten des laufenden Jahres wurden 0,29 Euro je Aktie verdient. Zum Vergleich: Im Vorjahrszeitraum waren es noch 0,70 Euro – ein Rückgang um 58,6%. Der Vorstand erwartet zwar ein „starkes Schlussquartal“. Doch angesichts der 9-Monats-Zahlen bleibe ich weiter skeptisch. Ich würde dem Unternehmen Erfolg gönnen – doch insbesondere der Einbruch bei den Auftragseingängen sieht schlecht aus.

Bei Interesse finden Sie die vollständige Zwischenmitteilung von Nordex unter diesem Link

Michael VaupelEin Beitrag von Michael Vaupel

Michael Vaupel, diplomierter Volkswirt und Historiker (M.A.), Vollblut-Börsianer. Nach dem Studium Volontariat und Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Internet, Derivate, Rohstoffe). Er ist gefragter Interview- und Chatpartner (N24, CortalConsors). Ethisch korrektes Investieren ist ihm wichtig.
Seine kostenlosen Newsletter können Sie hier abonnieren. Weitere Informationen unter: www.vaupels-boersenwelt.de

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die CASMOS Media GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

Bildquelle: Michael Vaupel / Pressefoto Nordex


1 KOMMENTAR

  1. Nun ja ich Frage mich weshalb Nordex hier so schlecht geredet wird. Das die Politik mit dem sinnfreien Versteigerung & der Bevorzugung von ‚Schein‘ Bürgergesellschaften den starken Einbruch im Windradsektor zu verantworten hat, kommt nicht zur Sprache! Auch das 2016 für alle Windradbauer ein Rekordjahr war bleibt unberücksichtigt. Das Nordex im Vergleich zu den Anderen noch die besten Unternehmenszahlen heraus gegeben hat, bleibt ebenfalls im dunkeln. Seit Ende 2016 war bekannt das die Jahre 2017 u. 2018 schlecht laufen werden. Nun tun alle so als hätten sie ein weiteres Rekordjahr erwartet. Über die noch immer Ausstehenden Aufträge in Südafrika und Brasilien, welche durch politisches Versagen noch immer nicht abgeschlossen werden konnten, wird ebenfalls nicht berichtet! Aber Hauptsache eine reißerische Überschrift, schlimm!

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here