Stühlerücken im DAX – wer kommt für die Postbank und Infineon?

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Den Anlegernn dürfte in Kürze ein größeres Stühlrücken im deutschen Leitindex DAX bevor stehen. Die Diskussion dreht sich dabei derzeit vor allem um ein Ausscheiden von Postbank und Infineon. Beide Aktien werden wohl nicht mehr den harten Anforderungen für einen DAX-Verbleib gerecht.

Eine gute Gelegenheit mal über die DAX-Kriterien zu schreiben. Sowas kommt im Alltagsgetümmel ja immer zu kurz. Also: Zunächst mal muss der juristische oder operative Firmensitz in Deutschland sein, was derzeit für alle DAX-Werte zutrifft. Alternativ werden auch Aktien berücksichtigt bei denen der Schwerpunkt des Handelsumsatzes an der Frankfurter Wertpapierbörse liegt und deren Unternehmens-Hauptsitz in einem EU- oder EFTA-Staat liegt.

Daneben ist auch eine Zulassung zum Prime Standard und die Erfüllung der daraus resultierenden internationalen Transparenzanforderungen obligatorisch. Hierzu gehören die Quartalsberichterstattung (Porsche verweigert sich hier und gehört deshalb keinem bedeutendem Index an), die Anwendung internationaler Rechnungslegungsstandards nach IFRS/IAS oder US-GAAP, die Veröffentlichung eines Unternehmenskalenders, die Durchführung mindestens einer Analystenkonferenz pro Jahr sowie die Veröffentlichung von Ad-hoc-Mitteilungen zusätzlich in englischer Sprache.

Für den bereits genannten Handel in Frankfurt ist zudem wichtig, dass ein fortlaufender Handel auf Xetra stattfindet. Zudem finden der Orderbuchumsatz auf Xetra und auf dem Parkett der Frankfurter Wertpapierbörse (aus den vorangegangenen 12 Monaten), die Marktkapitalisierung zu einem Stichtag (letzter Handelstag im Monat) auf Basis des Streubesitzes sowie die Festbesitzverhältnisse und der Free Float Berücksichtigung. Für die letzten Punkte ist die entsprechende Rangliste ausschlaggebend.

Bis zum kommenden Freitag kann zwar noch viel passieren. Aber schon jetzt zeichnet sich ab, dass der Gesundheitskonzern Fresenius sehr gute Chancen hat, in die Börsen-Bundesliga aufzusteigen. Der zweite Aspirant ist dagegen weniger klar. Während bis vor kurzem noch der Maschinenbauer GEA (die frühere Metallgesellschaft) einziger Favorit war, ist es nach den jüngsten Börsenturbulenzen nunmehr der Rückversicherungskonzern Hannover Rück. Dessen Aktien haben sich in den vergangenen Wochen deutlich besser geschlagen als GEA-Papiere. Wenn bis Freitag also nichts mehr schief geht, dann werden wir demnächst (genauer ab dem 23. März) zwei Rückversicherer im DAX haben. Damit wäre auch der bisherige Sektor-Ausgleich im Index weiterhin gewahrt. Nun gut, am Freitag wird gezählt und ab nächsten Mittwochabend wird es dann offiziell verkündet. Warten wir gespannt ab…


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