Bildquelle: Pressefoto Volkswagen

Volkswagen (WKN: 766403 / ISIN: DE0007664039) und die anderen deutschen Autowerte scheinen ihr zwischenzeitliches Tief überwunden zu haben. Dabei ist die Volkswagen-Aktie für das Jahr 2017 sogar deutlich im Plus. Zu euphorisch sollten Anleger trotzdem nicht sein. Selbst wenn man die direkten Folgen des „Abgas-Skandals“ ausblendet, müssen sich die Wolfsburger noch sehr vielen Herausforderungen stellen.

Bei einem Blick auf die jüngste Erholungsrallye der Volkswagen-Aktie, könnte man der Ansicht sein, der Automobilkonzern hätte den „Abgas-Skandal“ vollständig aufgearbeitet. Allerdings ist dies nicht der Fall. Während in Deutschland über den Dieselmotor und mögliche Fahrverbote in Innenstädten diskutiert wird, brockten Volkswagen gewissermaßen die Sünden der Vergangenheit im dritten Quartal 2017 einen deutlichen Gewinnrückgang im Vorjahresvergleich ein.

Bereits am 29. September hatte VW gewarnt, dass zusätzliche Vorsorgen für die technisch komplexere und zeitaufwändigere Umsetzung des vereinbarten Rückkauf-/Nachrüstprogramms für 2.0-Liter-Fahrzeuge in Nordamerika das Ergebnis belasten würden. Die negativen Sondereinflüsse für das operative Ergebnis wurden auf rund 2,5 Mrd. Euro beziffert. Bei der Bekanntgabe der Geschäftsergebnisse für das dritte Quartal am 27. Oktober musste der DAX-Konzern einen Rückgang des Nettogewinns um 51,2 Prozent auf 1,14 Mrd. Euro ausweisen. Das operative Ergebnis schrumpfte um 48,0 Prozent auf 1,72 Mrd. Euro. Wenn man jedoch die Neunmonatswerte betrachtet, wird deutlich, dass VW die Sonderbelastungen relativ gut wegstecken konnte.

Dass der Konzern relativ gut mit „Dieselgate“ zurechtkommt, zeigt sich auch an den optimistischer gewordenen Aussichten für das Gesamtjahr. Die operative Rendite des Konzerns vor Sondereinflüssen wurde bisher in einem Korridor von 6,0 bis 7,0 Prozent gesehen. Für die Kernmarke Volkswagen Pkw wurde eine Umsatzrendite vor Sondereinflüssen von 2,5 bis 3,5 Prozent in Aussicht gestellt. In beiden Fällen will man nun die Prognosen moderat übertreffen. Darüber hinaus will VW vor allem mit seiner Kernmarke angreifen. Während die Strategie „Transform 2025+“ bereits nachhaltige Ergebnisse zeigt, läuft die größte Produktoffensive in der Geschichte der Marke. Auch konzernweit hat man sich einiges vorgenommen. Vor allem im Hinblick auf die Wachstumsmärkte Elektromobilität und autonomes Fahren.

Volkswagen und andere deutsche Autokonzerne haben milliardenschwere Investitionsprogramme aufgelegt, um zukünftig nicht ins Hintertreffen zu geraten. Allerdings kam ihre Einsicht etwas spät, dass es dem Verbrennungsmotor endgültig an den Kragen gehen könnte. Es ist nicht sicher, dass Kunden auf die Elektroautos aus dem Hause Volkswagen noch einige Jahre warten werden, während Tesla bereits jetzt sein massenmarkttaugliches „Model 3“ fertigt und ausliefert. Dabei ist Tesla bei weitem nicht der einzige Konkurrent, der zukünftig im Bereich Elektromobilität die erste Geige spielen möchte.

Spekulative Anleger, die steigende Kurse der Volkswagen-Aktie erwarten, könnten mit einem WAVE XXL-Call der Deutschen Bank (WKN: DM66VX / ISIN: DE000DM66VX3) auf ein solches Szenario setzen. Der Hebel dieses Open-End-Papiers liegt derzeit bei 4,81, die Knock-Out-Schwelle bei 131,75 Euro. Wer aber als spekulativer Anleger eher short-orientiert ist, könnte mit einem WAVE XXL-Put der Deutschen Bank (WKN: DS0HDQ / ISIN: DE000DS0HDQ9, aktueller Hebel 4,78; Knock-Out-Schwelle bei 179,90 Euro) auf fallende Kurse der Volkswagen-Aktie setzen.

Stand: 09.11.2017/ Ein Gastkommentar von Nicolai Tietze, Direktor db x-markets

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  1. […] Volkswagen (WKN: 766403 / ISIN: DE0007664039) und die anderen deutschen Autowerte scheinen ihr zwischenzeitliches Tief überwunden zu haben. Dabei ist die Volkswagen-Aktie für das Jahr 2017 sogar deutlich im Plus. Zu euphorisch sollten Anleger trotzdem nicht sein. Selbst wenn man die direkten Folgen des „Abgas-Skandals“ ausblendet, müssen sich die Wolfsburger noch sehr vielen Herausforderungen stellen. Mehr dazu hier. […]

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