Bildquelle: Pressefoto Daimler

Daimler (WKN: 710000 / ISIN: DE0007100000) muss sich auf große Veränderungen in der Automobilindustrie einstellen. Aus diesem Grund wäre es fatal, sich lediglich auf seinen Lorbeeren auszuruhen. Es ist jedoch alles andere als garantiert, dass sich die angedachten Investitionen wie erhofft auszahlen werden.

Die Diskussionen um den Dieselmotor generell, mögliche Fahrverbote für Dieselautos in deutschen Innenstädten und der Kartellverdacht gegen die deutsche Automobilindustrie haben dazu geführt, dass BMW, Daimler und Volkswagen in 2017 lange Zeit zu den schwächsten DAX-Werten gehörten. Zuletzt setzte jedoch eine beeindruckende Erholung ein. Diese hatte nicht nur etwas mit dem insgesamt verbesserten Marktumfeld, das dem DAX neue Höchststände und das Knacken der 13.100-Punkte-Marke bescherte, zu tun. Daimler & Co konnten selbst für positive Nachrichten sorgen.

Im Fall der Schwaben kamen die angedachten Abspaltungspläne am Markt sehr gut an. Am 16. Oktober wurden erste Schritte zur Stärkung der divisionalen Struktur beschlossen. Demnach soll es zukünftig drei rechtlich selbstständige Einheiten unter Dach und Führung der Daimler AG geben. Die Geschäftsfelder „Daimler Financial Services“, „Mercedes-Benz Cars & Vans“ sowie „Daimler Trucks & Buses“ sollen eine stärkere unternehmerische Verantwortung erhalten. Ein Grund für die Aufspaltungspläne sind die enormen Veränderungen in der Autoindustrie. Die Elektromobilität und das autonome Fahren erfordern milliardenschwere Investitionen. Mithilfe von Aufspaltungen und Anteilsverkäufen lassen sich neue Investorengelder einsammeln. Außerdem sollen auf diese Weise Joint Ventures mit Technologieunternehmen und anderen Partnern leichter gemacht werden. Zumal die Zeit drängt:

Der Aufstieg von Emporkömmlingen wie Tesla-Motors, ein gesellschaftlicher Konsens, wonach Elektrofahrzeugen die Zukunft gehören soll, und Umweltvorschriften vonseiten der Politik drängen die Autokonzerne dazu, sich schneller zu bewegen und neue Technologien zu entwickeln. Angesichts gravierender Veränderungen, die auf Daimler & Co zukommen, ist es nicht mehr selbstverständlich, dass die Schwaben und ihre deutschen Branchenkollegen auch in Zukunft an der Spitze der weltweiten Automobilindustrie stehen werden. Aktuell können sie sich jedoch weiterhin über einen Platz an der Sonne freuen, was letztlich auch zu positiven Geschäftsergebnissen führt.

Zwar musste Daimler laut Konzernangaben vom 20. Oktober im dritten Quartal 2017 einen Rückgang des Konzern-EBIT von 4,0 Mrd. Euro im Vorjahr auf 3,5 Mrd. Euro hinnehmen, andere Kennzahlen fielen jedoch überzeugend aus. Für den Ergebnisrückgang waren vor allem die Aufwendungen für Softwareupdates bei älteren Dieselmotoren verantwortlich. Dagegen stiegen die Umsatzerlöse um 6 Prozent auf 40,8 Mrd. Euro. Grund dafür waren die anhaltend starken Absatzzahlen bei der Pkw-Marke Mercedes-Benz. Außerdem wurden die Jahresziele bestätigt. Für 2018 wird ein deutlicher Anstieg bei Absatz und Umsatz erwartet. Selbst das Konzern-EBIT soll laut Unternehmensprognose trotz des Rückgangs im dritten Quartal deutlich über dem Niveau des Vorjahres liegen. Angesichts der Diesel-Problematik, des jüngsten Kartellverdachts gegen die deutsche Autobranche und der neuen Konkurrenz, die die Geschäftsmodelle traditioneller Autokonzerne angreift, ist es nicht selbstverständlich, dass Daimler auch in Zukunft solch beeindruckende Geschäftsergebnisse liefern kann.

Spekulative Anleger, die steigende Kurse der Daimler-Aktie erwarten, könnten mit einem WAVE XXL-Call der Deutschen Bank (WKN: DM75Y1 / ISIN: DE000DM75Y11) auf ein solches Szenario setzen. Der Hebel dieses Open-End-Papiers liegt derzeit bei 3,45, die Knock-Out-Schwelle bei 52,50 Euro. Wer aber als spekulativer Anleger eher short-orientiert ist, könnte mit einem WAVE XXL-Put der Deutschen Bank (WKN: DM75Y6 / ISIN: DE000DM75Y60, aktueller Hebel 3,30; Knock-Out-Schwelle bei 86,45 Euro) auf fallende Kurse der Daimler-Aktie setzen.

Stand: 26.10.2017/ Ein Gastkommentar von Nicolai Tietze, Direktor db x-markets

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