Bildquelle: Pressefoto Innogy

Laut der Börse Stuttgart hat die Finanztochter von Innogy (WKN: A2AADD / ISIN: DE000A2AADD2) (die wiederum zu einem bedeutenden Teil RWE (WKN: 703712 / ISIN: DE0007037129) gehört) eine Anleihe im Volumen von 850 Mio. Euro platziert. Das Besondere dabei ist neben der Höhe des Volumens die Tatsache, dass Innogy diese Anleihe als – Zitat: „erste deutsche Grüne Unternehmensanleihe in Benchmarkgröße“ bezeichnet.

Der Emissionserlös soll „zur Refinanzierung nachhaltiger Projekte genutzt“ werden. Das finde ich zum einen erfreulich, zum anderen gilt es zu bedenken, dass dies natürlich auch PR ist. Denn bekanntlich ist Innogy als Tochter von RWE im Bereich Erneuerbare Energien gegründet worden.

Innogy-Chart: boerse-frankfurt.de

Kupon von 1,25% mit „Grüner Unternehmensanleihe“

Und natürlich gilt es bei einer solchen Tochter, „nachhaltige Projekte“ zu refinanzieren. Das ist ja quasi das alltägliche Geschäft eines solchen Unternehmens. Nun kann eine solche Finanzierung „Grüne Unternehmensanleihe“ genannt werden, und durch die Verwendung des Großbuchstaben „G“ soll wohl impliziert werden, dass dies ein neuer Eigenbegriff sein soll (wie „Erster Weltkrieg“ etc. pp.). Doch das nur am Rande – denn laut Börse Stuttgart wird von einer Nachhaltigkeitsagentur namens Sustainalytics bestätigt, dass das entsprechende Regelwerk von Innogy „robust und transparent sei“. Insofern bietet sich hier mit der Anleihe möglicherweise die Möglichkeit, eigene Investments gezielt in bestimmte Branchen zu lenken, je nach Wunsch. Das finde ich grundsätzlich eine feine Sache. Der Kupon von 1,25% liegt allerdings unter der aktuellen Inflationsrate.

Michael VaupelEin Beitrag von Michael Vaupel

Michael Vaupel, diplomierter Volkswirt und Historiker (M.A.), Vollblut-Börsianer. Nach dem Studium Volontariat und Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Internet, Derivate, Rohstoffe). Er ist gefragter Interview- und Chatpartner (N24, CortalConsors). Ethisch korrektes Investieren ist ihm wichtig.
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Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die CASMOS Media GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

Bildquelle: Michael Vaupel / Pressefoto Innogy


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