Von Goldfixing, Market Makern und Ihrem persönlichen Fax nach Berlin…

1
2.206 views

An den Börsen bekommen in diesen Tagen Bullenfans mal wieder „leichte“ Argumentationsprobleme. Die Luft scheint erst einmal raus zu sein, heißt es schon vielerorts. Ein paar befreundete Research-Analysten werden aber nicht müde, mir täglich per Mail mitzuteilen, warum und wieso es (wieder) bergauf gehen soll. Wohlgemerkt am Aktienmarkt. Ich wiederum lese diese Informationen immer wieder sehr gerne. Doch recht daran glauben kann ich nicht. Es gibt unverändert viel zu viele Probleme in den Finanzkassen bei uns in der Eurozone und die Konjunktur in den USA – stets als Katalysator für unsere in Europa bezeichnet – scheint wohl weiterhin nicht so recht in die Gänge zu kommen. Woher soll also dieser ganze Optimismus kommen? Beantworten Sie vielleicht für sich selbst einmal diese Frage.

Es wird rund um die Uhr gehandelt

Für mich stellt sich diese Frage nicht mehr. Ich habe schon längst einen (großen) Teil meines Vermögens sicher und inflationsgeschützt umgeschichtet. In Gold. Jüngst hat mich mein lieber Nachbar mal wieder etwas zu diesem Edelmetall gefragt. Und zwar eigentlich eine recht interessante Frage, die ich an dieser Stelle einmal beantworten möchte. Es ging darum wo und wie Gold eigentlich (real) an den Märkten gehandelt wird.

London, Zürich, New York und Hongkong sind wohl die wichtigsten Handelsplätze für Gold. Gehandelt wird es insgesamt weltweit an der New York Mercantile Exchange, am Chicago Board of Trade, an der Euronext/LIFFE, am London Buillon Market, an der Tokyo Commodity Exchange, an der Bolsa de Mercadorias and Futuros und an der Korea Futures Exchange. Diese Aufzählung an Handelsplätzen zeigt einem deutlich auf, dass Gold eigentlich rund um die Uhr gehandelt wird, d.h. es gibt immer einen aktuellen Preis.

Die Spot-, Future-und Optionsmärkte

Der wichtigste (außerbörsliche) Handelsplatz für Gold in Europa ist eindeutig die Londoner Edel-Metallbörse. Sie ist auch zugleich der wichtigste außerbörsliche Handelsplatz für Gold und Silber. Seit 1919 wird hier der Weltmarktpreis für Gold festgestellt, zum Kundenstamm gehören hauptsächlich institutionelle Investoren und für den Handel sind nur Goldbarren von Affinerien und Münzprägeanstalten zugelassen, die bestimmte Qualitätsanforderungen erfüllen. Das internationale Gütesiegel „good-delivery“ ist hier maßgebend. Fünf große Banken führen zweimal täglich ein Goldfixing durch. Sie sind die sogenannten Market Maker, d.h. sie sind an der Ermittlung des Goldpreises beteiligt. Dies sind Vertreter der Bank of Nova Scotia–Scotia Mocatta, der Barclays Bank, der Deutschen Bank, der HSBC Bank USA sowie der NA and Société Générale.

Wichtig zu wissen: In London findet hauptsächlich der physische Handel mit Goldbarren statt, wie auch in Zürich. Das heißt, es handelt sich hier um den so genannten Spotmarkt. An den bekannten Future- und Optionsmärkten in New York und Tokio werden hingegen die Preise für Lieferungen in der Zukunft festgesetzt, d.h. es werden hier Future-Kontrakte und Optionen auf Gold gehandelt, ein Kontrakt entspricht einer Menge von 100 Unzen Gold.

Gold ist wahrlich keine Spekulation

Nun könnte man meinen, dass durch den Handel an den Future- und Optionsmärkten der Gold-Preis eigentlich nur spekulationsgetrieben ist. An dieser Stelle muss ich Sie, liebe Leser, enttäuschen. Denn der Spotpreis wie auch der Future-Preis entwickeln sich meistens parallel. Und das in London von den Market Makern zweimal am Tag um den Goldpreis gezockt wird, wage ich an dieser Stelle einmal anzuzweifeln. Auch wenn die betreffenden Personen Banker sind…

Gold ist und bleibt keine reine Spekulation. Es ist vielmehr die sicherste Lösung gegen Inflation und drohende Staatsbankrotts. 8 Billionen Euro beträgt das gesamte Defizit der Mitgliedsländer der Europäischen Währungsunion. Allein 320 Mrd. Euro hoch sind die jährlichen Zinszahlungen ohne Tilgung (bei einem Zinssatz von 4 Prozent) dieser Länder.

Wer soll das bezahlen? Wenn Sie eine wirklich gute Antwort darauf haben, dann melden sich Sie bitte einfach per Mail, Telefon oder Fax in Berlin, Frankfurt oder Brüssel. Aber bis zur Findung dieser Antwort sollten Sie bitte aber auch etwas anderes tun: Investieren Sie einen Teil Ihres Vermögens in Gold.

Take care,

Ihr
Goldfinger


TEILEN

1 KOMMENTAR

  1. Wer aufmerksam die Nachrichten liest, dem wird aufgefallen sein, dass momentan viel darüber gesprochen wird, die Neuverschuldung zu reduzieren. Wie weit wir davon entfernt sind, unseren angehäuften Berg an Altschulden zu begleichen, steht wohl in den Sternen. Aber wie lange kann diese Schuldenmentalität noch gut gehen? Da bleibe ich doch lieber bei der Anlage in Gold, denn die wird ihren Wert wohl auch bei einer Inflation nicht verlieren!
    Gruß Harald.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here