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Der DAX (WKN: 846900 / ISIN: DE0008469008) kämpft mit der 13000 und hatte diese Marke nun endlich zumindest kurzfristig überschritten. In kleinen Schritten kämpfte er sich in der vergangenen Woche heran und absolvierte an vier von fünf Tagen einen Tagesgewinn. Dennoch gab es nur ein kleines Wochenplus von 0,3 Prozent. Was dabei genau geschah und welche Szenarien sich nun für das Trading in der kommenden Woche anbieten, zeige ich in dieser Analyse auf.

Die Schritte zur 13.000 wurden kleiner

Der DAX stellte letztlich nicht nur ein neues Allzeithoch ein, sondern kassierte auch die psychologische Hürde von 13.000 Punkten. Dass wir diese überhaupt anlaufen würden, war vielen Marktteilnehmern durchaus bewußt. So titelte meine Vorwochenanalyse auch „DAX weiter wie auf Schienen“ und behielt diesen Trend zum Wochenstart im Auge (Chart-Rückblick):

DAX kämpft mit der 13000: Rückblick
Rückblick: Trend im DAX intakt

Es war meines Erachtens auch nur eine Frage der Zeit, wie ich vor genau einer Woche auch im Interview hier beim Börsentag Berlin kommentierte:

Im Vergleich mit den Vorwochen ließ die Dynamik der Bewegung dann aber stark nach. Eine Annäherung an die 13.000 gab es bereits am Montag, doch letztlich fehlten drei Punkte. Auf jede Annäherung an die 13.000 folgte eine kleine Ernüchterungsphase mit teilweise sehr schnellen Kursabschlägen. Unser DAX wirkte dabei streckenweise willenlos:

DAX kämpft mit der 13000: Range Vorwoche
DAX in Range gefangen

Daran änderte auch das Notenbankprotokoll FOMC am Mittwoch nichts. Für neue Impulse in der Zinspolitik wurde zu diesem Zeitpunkt auf weitere Wirtschaftsdaten gewartet.

So quälte sich der DAX immer wieder an die benannte runde Marke heran und überschritt sie endlich am Donnerstag, wenn auch nur sehr kurz. Denn nur 3 Punkte darüber stellte sich erneut ein kleiner Verkaufsdruck ein. Dieser „Knoten“ schien erst am Freitag zu platzen, als wir zur Mittagszeit rund 40 Punkte über diese Marke springen konnten. Aber auch dieser Schwung wurde schnell gestoppt und endete letztlich, wie die Börsenwoche insgesamt, unter der 13.000er-Marke. Diesen ersten Ausbruchsversuch habe ich hier im Chartbild vom Freitag noch einmal herausgestellt:

DAX kämpft mit der 13000: Freitag
Sprung am Freitag über 13.000

Gründe der Zurückhaltung des DAX an 13.000

Ein wenig Unsicherheit brachten die US-Daten am Freitag. Schwächere Inflationsdaten und ein schwächer als erwarteter Einzelhandelsumsatz bremsten die Rekordfahrt an der Wall Street. Unsicherheiten bezüglich der zukünftigen Zinspolitik sind zu spüren. Wann kommt die nächste Zinsanhebung und wer wird der Nachfolger von Janet Yellen?

Ebenso ist bei der nun beginnenden Quartalssaison abzuwarten, ob die Unternehmensgewinne auch dort die seit Monaten steigenden Kurse rechtfertigen können. Immerhin befindet sich der Dow Jones in der längsten Aufwärtsbewegung der letzten 20 Jahre!

Stärkere Bewegungen in Form von einem klaren Trend konnte man im Euro-Dollar sehen. Dieser lief sehr geradlinig von knapp 1.17 auf in der Spitze fast 1,19 in dieser Woche. Zumindest bis zu den US-Daten – worauf ich an auch in meinem Facebook-Kanal hinwies:

DAX kämpft mit der 13000 und EURO stark
Trendverhalten im EUR/USD

Letztlich bremste der stärkere Euro dann auch ein wenig den DAX aus. Im Gleichschritt bewegte sich der Goldpreis wieder zur 1.300er-Marke hin und überschritt diese am Freitag dann. Somit sind dies schon zwei markttechnische Belastungsfaktoren. Die geopolitischen Probleme sollte man in diesem Zusammenhang ebenfalls im Auge behalten. Zu nennen ist dabei Spanien, neuerliche Spannungen zwischen den USA und Iran, sowie das noch immer andauernde Thema Nordkorea-Krise.

Doch zurück zum DAX…

13.000 auch für die neue Woche wichtig

Die viel diskutierte Marke wurde also erreicht und zumindest kurzzeitig immer wieder überschritten. Letztlich schloss der Markt jedoch darunter und ist somit technisch immer noch in einer Schiebezone. Diese schloss sich nahtlos an den Aufwärtstrend an, welchen ich eingangs der Analyse zeigte.

DAX kämpft mit der 13000 und Schiebezone
DAX mit Schiebezone im 10min-Chart

Alle Ausbruchsversuche wurden hierbei eingefangen, was das Trading eines Ausbruchs sehr frustrierend gestalten konnte. Unter den Tradern war die Stimmung daher sehr angespannt. Einige der Fehlausbrüche habe ich daher hier noch einmal visualisiert:

DAX kämpft mit der 13000: Fehlausbrüche
Fehlausbrüche an der Tagesordnung

Was leite ich daraus ab?

Range-Trader konzentrieren sich wohl eher auf ein erneutes Durchlaufen dieser Zone. Dieses Szenario würde einen Rücklauf zur 12.940 – 12.950 beinhalten und erst darunter die Bären im größeren Zeitrahmen wecken:

DAX kämpft mit der 13000: Range
Range-Szenario im DAX

Wer sich jedoch an die übergeordneten Trends hält, der spekuliert auf einen erneuten Ausbruch auf der Oberseite und legt hierbei die Stopps nicht erst an der Unterseite der Range an, sondern idealerweise schon etwas eher. Durch Verbindung der Tiefpunkte der vergangenen Wochen ist dies optisch gut ableitbar:

DAX kämpft mit der 13000: Ausbruch
Ausbruchs-Szenario im DAX

Aus dieser Zone heraus könnte der DAX also gleich am Montag wieder einen Versuch starten, sich über die 13.000 zu bewegen. Doch erst ein Schlusskurs darüber „weckt“ wohl die größeren Investoren und damit das Kapital, was für eine nachhaltige Überwindung notwendig ist. Bisher war dies auch eher an der Seitenlinie. Man erkennt dies an den gleichbleibenden Umsätzen auf XETRA an dieser Stelle:

DAX kämpft mit der 13000: Handelsvolumen
Blick auf das Handelsvolumen

Der DAX kämpft mit der 13000 wohl noch eine Weile, doch wenn er sich für eine Richtung entscheidet, sollte diese nachhaltig sein. Gerne informiere ich Sie dazu wieder an dieser Stelle.

Herzlichen Dank für Ihr Interesse und einen erfolgreichen Wochenstart,

Ihr Andreas Mueller (Bernecker1977)

andreasmuellerEin Beitrag von Andreas Mueller

Andreas Mueller ist unter dem Pseudonym „Bernecker1977“ als Trader, Referent und Coach seit 2001 aktiv. Er handelt seit rund 20 Jahren Indizes, Devisen und Rohstoffe an der Börse mit Futures, Derivaten und CFDs. Dabei basiert sein Trading auf Sentimentdaten und Charttechnik. Als studierter Diplom-Kaufmann streut Andreas Mueller seine Erfahrungen u.a. auf wallstreet-online seit dem Jahr 2005 in den „Tages-Trading-Chancen“ ein und ist dort Ansprechpartner für alle börsenrelevanten Fragen. Auf dieboersenblogger.de analysiert er den DAX mit Hilfe der Charttechnik. Weitere Informationen erhalten Sie in seinem Facebook-Kanal und auf seinem Blog www.bernecker1977.de

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die CASMOS Media GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

Bildquellen: Andreas Mueller / dieboersenblogger.de


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