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Der Immobilienboom in Deutschland führte in der Vergangenheit vor allem bei Bestandsimmobilien zu teils exorbitanten Preisentwicklungen. Auch für Neubauten stiegen die Preise. Inzwischen liegt dies aber vor allem auch an den drastisch gestiegenen Baupreisen. Die Folgen der Niedrigzinsen fressen sich so durch die gesamte Branchen.

Mustergültiger Verlauf. Die durch die Niedrigzinsen ausgeläste Hochkonjunktur auf dem deutschen Immobilienmarkt verläuft mustergültig. Zunächst stieg die Nachfrage nach Bestandsimmobilien. Die Preisanstieg dort führten dazu, dass auch die Preise für Neubauten anzogen. In einem nächsten Schritt waren dann die Auswirkungen beim Baugrund zu sehen. Über dieses oft übersehene Detail haben wir hier ausführlich berichtet. Im nächsten Schritt verteuert sich nun auch die Erstellung neuer Häuser deutlich. Damit sind alle Bereiche des Immobilienmarkts von denn Niedrigzinsen durchdrungen. Bleibt die Frage: Was passiert bei steigenden Zinsen?

Baukosten steigen. Die neuesten Daten von Destatis zur Entwicklung der Baupreise sind durchaus besorgniserregend. So stiegen die Preise für den Neubau konventionell gefertigter Wohngebäude in Deutschland im August 2017 gegenüber August 2016 um 3,1 Prozent. Das ist der höchste Anstieg der Baupreise seit neun Jahren. Im August 2008 (kurz vor der Lehman-Pleite) waren die Baupreise um +3,3 Prozent gestiegen. Bereits im Mai 2017 hatte der Preisanstieg bei 2,8 Prozent gelegen. Die Preissteigerungen ziehen sich dabei durch alle Bereiche und betreffen sowohl alle Leistungen rund um den Neubau als auch die Instandhaltungsarbeiten.

Baubranche boomt. Diese Entwicklung führt dazu, dass die Baubranche insgesamt eine Sonderkonjunktur erfährt. Laut Destatis waren die Umsätze im Bauhauptgewerbe im Juli 2017 um 8,0 Prozent höher als im Juli 2016. Der Umsatzanstieg zeigte sich in allen Bereichen des Bauhauptgewerbes. Im Hochbau erhöhten sich im Juli 2017 die Umsätze um 11,8 Prozent im Vergleich zum Juli 2016 und im Tiefbau um 5,4 Prozent. Zudem waren im Juli 2017 im Bauhauptgewerbe 2,8 Prozent mehr Beschäftige tätig als im Vorjahresmonat.

FAZIT. Der Boom bei den Immobilienpreisen und im Bausektor dürfte solange weiter gehen, wie die Zinsen auf dem aktuellen Niveau bleiben. Sollte die EZB tatsächlich die Zinswende einleiten, dürfte für viele Immobilieninvestoren das böse Erwachen kommen. So oder so: Eine Immobilienfinanzierung muss stets auf einer solider Basis stehen. Um in jüngster Zeit wieder vermehrt angepriesenen Finanzierungen ohne Eigenkapital sollte ein großer Bogen gemacht werden. Wenn es um so etwas emotionales wie das Eigenheim geht, sollten keine Kompromisse, erst recht nicht finanziell, eingegangen werden.

Grundsätzlich gilt es für Privatanleger immer zu beachten, dass eine Immobilie ein großes Klumpenrisiko im persönlichen Portfolio sein kann. Grundsätzlich halten wir uns daher beim Thema langfristiger Vermögensaufbau an drei Säulen: Solide Aktien, Gold und ggf. die selbstgenutzte Immobilie. Alles andere ist für eine Privatperson mit zu vielen Unwägbarkeiten verbunden.

In diesem Sinne,
weiterhin viel Erfolg bei der Geldanlage

Ihre dieboersenblogger.de-Gründer
Christoph A. Scherbaum & Marc O. Schmidt

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