News Ticker

Von sogenannten Klatschen, öffentlicher Meinungsbildung und politischer Ignoranz

[ad#Google Adsense XL-links]

Ich habe heute mal wieder viele Zeitungen durchgeblättert. Und es war spannend, wie so das eine oder andere Blatt die gestrigen Ereignisse durch seinen Hauptstadt-Korrespondenzen berichtet hat. Ja es war gestern sicherlich ein spannender Tag in Berlin. Mehr aber auch nicht.

Auch wenn es diverse Polit-Reporter wie der Supermann von n-tv Heiner Bremer gestern mal wieder sehr übertrieben haben. Dessen Statements konnten einen gestern nur wundern. Oder auch nicht, wenn man mal in Wikipedia schaut, was da so interessantes über den Kollegen alles so steht: Heiner Bremer war bis 1971 FDP-Kreisvorsitzender im Kreis Pinneberg, anschließend bis zu seinem Parteiaustritt 1982 Mitglied des FDP-Landesvorstands Schleswig-Holstein. 1970 war er Bundesvorsitzender der Jungdemokraten, der damaligen Jugendorganisation der FDP. Er galt wie die gesamte Organisation als links, so dass der spätere bayerische FDP-Vorsitzende Josef Ertl 1970 aufgrund des Berliner Manifests der Jungdemokraten, das Übereinstimmungen zwischen Sozialismus und Liberalismus feststellte, den Ausschluss Heiner Bremers aus der FDP forderte. Er bezeichnete ihn als „Adept sozialistischer Ideen“.

Interessant. Das erklärt so manchen Stammtisch-Satz von Bremer nach dem dem ersten und zweiten Wahlgang in Berlin. Überhaupt muss man zum gestrigen Tag eines sagen: Die privaten (Nachrichten-)Sender waren zwar allgegenwärtig und stets auf Sendung, doch den besseren Journalismus lieferten (mal wieder) die Öffentlich-Rechtlichen ab. Doch eines daran ist gefährlich. Die öffentliche Meinungsbildung wird nun mal augenscheinlich sehr oft über n-tv ausgestrahlt bzw. wahrgenommen. Denn nicht umsonst ist dieser eigentlichen Quoten-Sender auf allen Flughäfen, Bahnhöfen und sonst irgendwelchen öffentlichen Plätzen auf den Bildschirmen präsent und bringt dem Bürger “die wahre Botschaft” rüber. Leider ist es nicht Phoenix.Fakt ist doch. Es war eine Wahl, wie wir sie schon des Öfteren in der Bundesrepublik hatten. Man erinnere sich an die Wahl Roman Herzogs.

Aber man kann daraus auch wieder Schlagzeilen und dramatischen Journalismus machen. So wie beispielsweise n-tv auf seiner Homepage und gleich noch eine “repräsentative” Umfrage einen Tag später an das Thema ranhängen. Selbst die BILD ist da heute besser.Das kommt auch selten vor.Aus Sicht von Bundeskanzlerin Angela Merkel "kommt es jetzt darauf an, dass die Regierung ihre Arbeit macht". Sie rechne nicht damit, dass die Regierungsarbeit schwieriger werde, sagte sie nach Wulffs Wahl. Recht hat sie. Aber eines muss man an dieser Stelle auch einmal sagen: Wer seit gestern nicht erkannt hat, dass die “DDR-Retro-Spaßgruppe” der LINKEN nicht regierungs- bzw. parlamentswürdig ist, dem ist auch nicht zu helfen. Einem Kandidaten wie Gauck komplett im dritten Wahlgang zu ignorieren ist mehr als nur simple politische Ignoranz. Das sollte jeder Bundesbürger, der die Lafontaine-Jungs je gewählt hat, einmal schnell verstehen. Gauck wäre ein würdiger Bundespräsident gewesen. Ebenso wie es nun Christian Wulff wird, wenn er am Freitag vereidigt wird.

Und vielleicht kehrt dann hoffentlich in Berlin wieder ein effektiver und geschäftiger Politik-Alltag ein, der unsere Probleme in Deutschland, in Europa und auch global bitte wieder etwas besser anpackst. Da wäre beispielswiese immer noch so ne kleine Schuldenkrise in Europa. Die ausufernden Staatsschulden, Eurokrise und die Turbulenzen an den Finanzmärkten sind ein echtes Problem. Und das sollten alle vom Volk gewählten Politiker in Berlin endlich begreifen und für Ihr Geld sich nun wirklich für die Belange der Steuerzahler einsetzen und nicht nur sich gegenseitig die Schuld(en) zuweisen. Es wird Zeit, das was geht in diesem Land. Wir sind es unseren Kindern und Enkeln mehr als schuldig… Und wir Journalisten sollten unseren Teil dazu ebenso beitragen.


Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*