Kleine Presseschau vom 1. Juli 2010

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Interessantes zum Marktumfeld

FAZ: Finanzmarktreform: Keine Bankenabgabe in Amerika

FTD: Bundesbank bremst Berlin bei Stresstests aus

Handelsblatt: Kartellamt ermittelt: Supermärkte sollen Verbraucher illegal geschröpft haben

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FAZ: Keynes und die Turbo-Keynesianer

Unternehmen und Aktien im Fokus

Börse Online: Favorit des Tages – Tesla ist der Renner

Handelsblatt: ABN Amro und das traurige Ende der Megadeals

Handelsblatt: Bei Amazon gibt’s jetzt auch Fisch

Der Aktionär: Chart-Check Singulus: Vor der Entscheidung

Börse Online: Phoenix Solar – Auf dem Sprung in die weite Welt

Kommentare zur Bundespräsidentenwahl

Michael Spreng sieht die CDU Merkel vollends entglitten. Den Weckruf dürfte sie seiner Ansicht nach erhalten haben, ob sie auch die richtigen Schlüsse zieht, muss man sehen:

Angela Merkel hatte nicht die Kraft und nicht den Willen, Joachim Gauck auch zu ihrem Kandidaten zu machen. Das hätte nur eine souveräne, starke Kanzlerin gekonnt. Damit hat sie die Chance verspielt, die Kluft zwischen Bürgern und Politik ein Stück zu schließen, der Parteienverdrossenheit ein wenig den Boden zu entziehen. Es wäre das Signal gewesen: Ich habe verstanden. Ob sie jetzt versteht?

(Sprengsatz: Die CDU entgleitet Merkel)

Heribert Prantl sieht ebenfalls die Kanzlerin unter Zugzwang. Er brachte es auf die Formel:

Wulff hat mühsam gesiegt, aber Gauck hat gewonnen. Er gewann die Autorität, die der Kanzlerin fehlt. Er gewann die Zuneigung der Menschen, die Angela Merkel verloren hat.

Dennoch sieht er in der breiten Unterstützung, die Gauck in der Bevölkerung hat(te) ein Aufbruchsignal und bestreitet, dass „Deutschland in ‚wutgetränkter Apathie‘ versinkt“.
(Süddeutsche Zeitung: So stark, so schwach)

Christoph Schwennicke attestiert Merkel Mutlosigkeit:

Sie hatte auch nicht den Mut, einen unabhängigen konservativen Kandidaten zu benennen von der Strahlkraft des Herausforderers Gauck. Sie hat die lauwarme und praktische Lösung Wulff gewählt und ein lauwarmes Wahlergebnis bekommen.

Mit Blick auf die weiteren Monate fordert Schwennicke Taten ein.

Jetzt muss sie endlich anfangen, ihrer Kanzlerschaft einen Sinn zu geben, wenn sie mit Aussicht auf Erfolg eine dritte Amtszeit erreichen will.

(Spiegel: Kanzlerins Katerfrühstück)

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Berthold Kohler erwartet, dass Gauck weiterhin über der Arbeit von Wulff schweben wird:

Wulff aber wird künftig an einem Phantom gemessen werden: an dem nicht gewählten Präsidenten Gauck. Der muss nicht beweisen, dass er das bessere Staatsoberhaupt geworden wäre, wie es behauptet wurde. Gauck kann jetzt für immer der Kandidat der Herzen bleiben. Das schwerere Los hat Wulff getroffen.

(FAZ: Eine schwere Wahl, ein schweres Los)

Gabor Steingart sieht in Wulff tatsächlich einen Mann aus dem Volk. Mit Gauck hätte man sich seiner Ansicht nach in den kommenden Monaten schwerer getan. Wulff dagegen verköperer den typischen Nachkriegsdeutschen.

Es gibt keinen Grund, dem Mann mit Ablehnung zu begegnen. Der einzige Vorwurf, den man ihm machen kann: Er ist wie wir.[…]Es ist unmöglich, ihn zu hassen. Es ist sogar schwer, ihn nicht zu mögen. Er hat in seinem politischen Leben niemandem geschadet und niemanden gequält, ja nicht mal sich selbst. So gesehen war gestern ein großer Tag für die Demokratie. Ohne direkte Beteiligung der Bürger bekamen wir wie von Zauberhand einen Präsidenten, der zu uns passt. Jeder wächst mit seinen Aufgaben. Vielleicht auch er. Hoffentlich auch wir.

(Handelsblatt: Unser kleiner Prinz)

Jan Filter schreibt über die Selbstherrlichkeit der Kanzlerin und wie sie daran scheiterte:

Gemessen daran, dass ausser Christian Wulff niemand eine realistische Chance gehabt hat, zum Bundespräsidenten gewählt zu werden, war die heutige Wahl ein Dilemma für die Regierung und insbesondere die Bundeskanzlerin die – das unterstelle ich jedenfalls – quasi allein entschieden hat, wer unter ihr uns alle präsentieren darf.[…]Was bleibt dem Volk eigentlich am heutigen Tage anderes übrig, als sich kollektiv nicht für voll genommen zu fühlen?

(Filterblog: Bundespräsidentenfarce)

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Thomas Knüwer über den neuerlichen Twitter-Skandal, der doch keiner war und dennoch ein schlechtes Licht auf die (Hauptstadt-)Journalisten wirft:

Es ist erschreckend wie unkundig viele Journalisten noch immer sind, geht es um diesen simplen 140-Zeichen-Dienst. Nein, nicht jeder muss da Mitglied sein. Aber nach den zahlreichen Erlebnissen, sei es Bundespräsidentenwahl, Iran, das Erdbeben in China oder die US-Wahl sollte sich doch irgendwo der Gedanke breit gemacht haben, dass irgendwer in den Redaktionen kundig ist, aushilft, wenn etwas passiert. Anscheinend nicht. Und das ist grobe Vernachlässigung journalistischer Pflichten und journalistischen Handwerks.

(Indiskretion Ehrensache: No Handwerk, please – wir sind Hauptstadtjournalisten)


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