Heard in New York: Land unter an Wall Street, S&P 500 markiert ein neues Jahrestief

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Sehr schwache Konjunkturdaten sorgten am Dienstag für massive Abschläge an den internationalen Aktienmärkten. Auch an der New Yorker Wall Street ging es kräftig gen Süden. Der Dow Jones verlor 2,65 Prozent und ging mit 9.870 Punkten weit unter der 10.000er-Marke aus dem Handel. Der S&P 500 markierte bei 1.035 Punkten sogar ein neues Jahrestief und schloss mit einem Minus von 3,10 Prozent nahezu exakt auf Höhe des bisherigen Tiefs von Ende Mai bei 1.041 Zählern.

China belastet die Stimmung

Auslöser des Kursrutschs war bereits an den europäischen Börsen China. Der Frühindikator für die chinesische Wirtschaft, den das US-Wirtschaftsforschungsinstitut Conference Board berechnet, wurde für den Monat April auf nur noch 0,3 Prozent nach unten revidiert. Vor zwei Wochen war noch ein Anstieg um 1,7% veröffentlicht worden. Der chinesische Aktienmarkt rutschte daraufhin um über 4 Prozent auf den tiefsten Stand seit 14 Monaten ab – und zog auch die westlichen Börsen in die Tiefe.

Überzogene Reaktion?

Ist diese heftige Reaktion möglicherweise ein wenig überzogen? Zumindest könnte man den Eindruck gewinnen, wenn man bedenkt, dass China gerade einmal für rund 7 Prozent der weltweiten Wirtschaftsleistung verantwortlich ist, die USA dagegen für fast 30 Prozent. Um es auf den Punkt zu bringen: Die Bedeutung Chinas wird überschätzt. Die Vereinigten Staaten sind nach wie vor die Konjunkturlokomotive für die Weltwirtschaft.

US-Verbrauchervertrauen sinkt unerwartet deutlich

Doch auch in den USA läuft derzeit leider nicht alles nach Plan. Dies haben am Freitag bereits die Daten zum Bruttoinlandsprodukt gezeigt. Und heute gab es mit dem US-Verbrauchervertrauen gleich den nächsten herben Dämpfer. Der Index sank unerwartet deutlich von 62,7 auf nur noch 52,9 Punkte. Volkswirte hatten nur einen minimalen Rückgang auf 62,0 Zähler prognostiziert.

US-Indizes am Scheideweg

Aus charttechnischer Sicht wird es an der Wall Street jetzt richtig spannend. Der S&P 500 schloss auf Höhe seines alten Tiefs von Ende Mai bei 1.041 Punkten. Der Dow Jones war im Tagestief nur noch 54 Punkte von seinem Jahrestief entfernt. Und der Nasdaq 100 ist gestern mit einem Abwärtsgap klar unter die 200-Tage-Linie gefallen. Der Technologieindex war bis zum Freitag der einzige unter den US-Indizes, der sich über dem Gleitenden Durchschnitt halten konnte. Kommt der Abschwung an den zentralen Haltezonen, an denen die Indizes jetzt angelangt sind, nicht zum stoppen, könnte der übergeordnete Aufwärtstrend kippen. Die nächsten Tage dürften zeigen, wohin die Reise geht.

Tesla feiert erfolgreiches Börsendebüt

Doch es gab am heutigen Dienstag auch Positives zu vermelden, nämlich den Börsengang von Tesla Motors. Das erst vor sechs Jahren gegründete Unternehmen, das sich auf den Bau von PS-starken Elektroautos spezialisiert hat und dabei unter anderem mit Daimler kooperiert, platzierte an der Technologiebörse Nasdaq 13,3 Millionen Aktien zum Preis von 17 Dollar. Der erste Kurs lag schon 12 Prozent höher bei 19 Dollar. Zur Schlussglocke notierte die Tesla-Aktie sogar bei fast 24 Dollar gut 40 Prozent über dem Emissionspreis.

Ob diese Euphorie berechtigt ist, muss man zumindest in Frage stellen. Denn im ersten Quartal erzielte das Unternehmen bei Erlösen von gerade einmal 21 Mio. Dollar einen Verlust in Höhe von fast 30 Mio. Dollar. Das Kapital von rund 226 Mio. Dollar, das dem Unternehmen durch den Börsengang zufließt, kann Tesla also gut gebrauchen.